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Kane-Fehlschuss mit heftigen Folgen: Englische Presse watscht Tuchel ab

England verliert ein unterhaltsames Topspiel gegen Spanien und Thomas Tuchel durchlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
VonOliver Helbig
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel | NurPhoto/GettyImages

Bei all dem Hype um Jürgen Klopp und die deutsche Nationalmannschaft gerät beinahe schon in Vergessenheit, dass auch andere Top-Nationen spannende Länderspiele auf dem Programm haben. Ein echtes Schmankerl war unter anderem das namhafte Duell zwischen der englischen Nationalmannschaft um den deutschen Trainer Thomas Tuchel und dem amtierenden Welt- und Europameister Spanien. Allerdings war dieses Spiel für Tuchel selbst am Ende mit etwas weniger Freude verbunden.

Kane vergibt Spielentscheider

Beim Nations League-Duell gegen die Spanier im heimischen Wembley Stadion zu London konnten die Three Lions zunächst den Führungstreffer der Gäste durch Lamine Yamal ausgleichen und das Spiel sogar in eine 2:1-Führung umwandeln. Anthony Gordon vom FC Barcelona und Harry Kane netzten noch im ersten Durchgang für England und sorgten noch für Begeisterung und große Emotionen bei den Hausherren.

FC Bayern-Torjäger Harry Kane hatte sogar den Sargnagel auf dem Fuß, verschoss jedoch einen Elfmeter (54.) und verpasste somit das wohl vorentscheidende 3:1. "Das war womöglich der entscheidende Moment, denn ich glaube, dann hätte Spanien vielleicht zum ersten Mal daran geglaubt, dass ihre lange Serie ungeschlagener Spiele hier endet“, kommentierte Tuchel nach Spielende den Fehlschuss seines Starstürmers. Ein Stimmungskiller mit Folgen.

"Das war womöglich der entscheidende Moment [...]."
Tuchel über Kane-Fehlschuss
Harry Kane verschoss gegen Spanien einen Elfmeter
Harry Kane verschoss gegen Spanien einen Elfmeter | SOPA Images/GettyImages


Statt der Spielentscheidung für England drehten nämlich die Spanier nochmal auf und zogen das Spiel wieder auf ihre Seite.

Alex Baena von Atletico Madrid und Mikel Oyarzabal von Real Sociedad machten die 2:3-Niederlage für Tuchel und die Engländer perfekt. Und der deutsche Trainer wurde nach dem Spiel von der englischen Presse scharf abgewatscht. Allerdings nicht wegen des Fehlschusses von Kane, sondern vielmehr wegen der ebenfalls nicht ganz so erfreulichen Defensivleistung der Engländer.

Englische Presse greift Tuchel an

The Telegraph wetterte: "England findet seine DNA: defensiv unfähig. Unterhaltsam, ja – aber wann bekommt Tuchel diese englische Abwehr in den Griff?" Worte, die direkt als Kritik an Thomas Tuchel zu verstehen sind.

"Defensiv unfähig [...] wann bekommt Tuchel diese englische Abwehr in den Griff?"
The Telegraph
Thomas Tuchel
Thomas Tuchel | NurPhoto/GettyImages
"Thomas Tuchel spürt den Druck nach einer katastrophalen Defensivleistung."
Daily Mail

Doch damit nicht genug. Die Daily Mail schrieb: "Thomas Tuchel spürt den Druck nach einer katastrophalen Defensivleistung. Der Deutsche muss die englischen Fans davon überzeugen, dass es vorangeht, doch ein bekanntes Problem bleibt bestehen." Außerdem: "Thomas Tuchel entwickelt eine unglückliche Angewohnheit – eigentlich sollte es sein besonderes Merkmal sein, England über die Ziellinie zu schleppen, doch er war erneut machtlos, als Spanien den Klassenunterschied deutlich machte."

Tuchel selbst gab sich aber kämpferisch und fand ebenfalls deutliche Worte. "Das Ergebnis ist nicht das, was wir wollten“, so der 53-Jährige. Tuchel stellte in Aussicht, dass die Three Lions "damit leben, [...] davon erholen, daraus lernen" müssen und "das, was wir gut gemacht haben, auf demselben Niveau fortführen und unsere eigenen Fehler reduzieren und abstellen“.

Natürlich ist das alles Konjunktiv, aber wenn Harry Kane das Spiel mit seinem Elfmeter entschieden und England die Spanier besiegt hätte, hätte vermutlich kaum jemand über die Defensivleistung gesprochen. Ein weiteres Beispiel, wie nah Freud und Leid im Sport oft beieinander liegen.


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