Das zweite Länderspiel der DFB-Auswahl unter Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp steht bevor und nach dem 1:1-Unentschieden am vergangenen Donnerstag gegen die Niederlande in Amsterdam wird der 59-Jährige heute in Augsburg gegen Griechenland zu seinem Heim-Debüt als Hauptverantwortlicher für die sportliche Entwicklung der deutschen Nationalmannschaft kommen.
Gegen die Elftal waren bereits deutliche Ansätze zu sehen, wie der deutsche Fußball unter Klopp künftig aussehen soll oder könnte und dennoch gibt es noch die eine oder andere Stellschraube zu drehen.
Offensive Baustellen und mögliche Ansätze
Zentrum beleben
Was gegen die Niederlande schon auffällig war, war, dass die deutschen Spieler mit Herzblut vorangingen und vor allem beim Pressing voller Eifer gegen den Ball arbeiteten. In der Offensive ließ die DFB-Auswahl noch etwas zu wünschen übrig und kam vor allem über die rechte Seite.
Angetrieben wurden sie dabei vom Debütanten Philipp Treu vom SC Freiburg und Karim Adeyemi vom FC Barcelona. Etwas weniger Betrieb ging allerdings über den linken Flügel, und im deutschen Zentrum war beinahe tote Hose.

Was der deutschen Elf fehlte, war im Zentrum ein kreativer Ideengeber und dribbelstarker Antreiber wie Jamal Musiala oder Florian Wirtz. Nadiem Amiri, der für den kurz vor Anpfiff verletzt ausgefallenen Musiala in die Startelf gerückt war, konnte den großen Ansprüchen gegen die Niederländer nicht gerecht werden und ist auch eine andere Art von Kreativgeber.
Gegen Griechenland sollten das kreative Zentrum und die Sturmspitze aber auch mit deutlich mehr Spielanteilen und Agilität anvisiert werden und für frischen Wind sorgen. Möglicherweise gilt es gerade dort, neue Impulse zu setzen. Unter anderem durch beispielsweise Bambase Conte von der TSG Hoffenheim, der nun anstelle von Nico Schlotterbeck in den Kader aufgerückt ist.
Eine weitere Option wäre Serge Gnabry hinter der oder als Spitze, doch der FC Bayern-Star kehrte erst vor Kurzem aus einer Verletzung zurück.
Adeyemi auf links
Ein weiterer Ansatz, um das Offensivspiel zu beleben, wäre ein einfacher Seitenwechsel auf den offensiven Außenbahnen. Karim Adeyemi, der im Sommer von Borussia Dortmund zum FC Barcelona gewechselt war, überzeugte bei den Katalanen bisher vor allem, wenn er von der linken Außenbahn kam und mit gefährlichen Dribblings und seinem hohen Tempo nach innen in Richtung Tor ziehen konnte.
Die Fans in Barcelona haben den DFB-Star aufgrund seiner torgefährlichen Tempovorstöße schon jetzt lieben gelernt und feiern ihn mächtig ab. So etwas wünscht man sich auch im DFB-Team.

Stattdessen könnte Kevin Schade seine Qualitäten über die rechte Außenbahn einbringen und die Rolle des Flankengebers und Linienläufers übernehmen. Diese Version wäre wohl auch eine spannende Kombination aus Schade und Treu, die mit Läufen bis zur Grundlinie und anschließenden Hereingaben den DFB-Stürmer finden könnten. Alternativ mit Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart.
Karim Adeyemi könnte von der Außenbahn ins Zentrum ziehen, wodurch sich auch Räume für Nathaniel Brown eröffnen würden, die der Bayern-Star mit eigenen Läufen für sich beanspruchen könnte. Zudem wären auch Steckpässe in die Läufe von vermutlich Younes Ebnoutalib denkbar. Der Shootingstar von Eintracht Frnakfurt ersetzte gegen die Niederlande noch den verletzten Kai Havertz doch hing im Spielverlauf trotz großer Bemühungen häufig in der Luft und konnte seine Stärken kaum einbringen.
Wie der Bundestrainer sein Team im zweiten Länderspiel gegen Griechenland aufstellt, ist derzeit noch ungewiss. Ein paar kleine Gedankenspiele sind jedoch immer möglich.
