Max Eberl hat beim FC Bayern starke Arbeit geleistet und wurde nicht umsonst mit einer Vertragsverlängerung belohnt. Immerhin holte er Spieler wie Michael Olise, Jonathan Tah und Luis Diaz, die allesamt unumstrittene Stammspieler sind. Dazu ist es Eberl zu verdanken, dass Vincent Kompany jetzt als Erfolgscoach an der Seitenlinie steht.
Dennoch haben die Münchner auch unter seiner Regie (ab 1. März 2024) nicht nur glückliche Deals gemacht. Wir werden einen Blick auf die größten Transfer-Flops in der Eberl-Ära.
5. Maurice Krattenmacher

Aufnehmender Verein: SV Elversberg
Datum der Vertragsunterschrift: 1. Juli 2026
Ablöse: 2 Millionen Euro
Der Verkauf von Maurice Krattenmacher wäre für die Bayern bereits am 3. Spieltag beinahe teuer geworden. Der Außenbahnspieler erzielte nämlich einen traumhaften Treffer gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, jedoch gewannen die Münchner dennoch knapp mit 2:1. Krattenmacher ist einer der Shootingstars der Liga und hat bereits drei Saisontore auf dem Konto.
Der 21-Jährige gilt schon länger als großes Talent, konnte dieses in den letzten Jahren aber nicht konstant abrufen. Daher haben die Münchner wohl auch einem Verkauf zugestimmt. Dies scheint rückblickend aber nicht die klügste Entscheidung gewesen zu sein. Immerhin haben sich die Münchner eine Rückkaufoption gesichert, die laut Bild bei 7,5 Millionen Euro liegen soll.
Krattenmacher ist jetzt schon mehr als die läppischen zwei Millionen Euro Wert, die Elversberg nach München überwiesen hatte. Finanziell betrachtet haben die Bayern hier wohl vorerst ein schlechtes Geschäft gemacht.
4. Alexander Nübel

Aufnehmender Verein: Besiktas Istanbul
Datum der Vertragsunterschrift: 8. Juli 2026
Ablösesumme: max. 10 Millionen Euro (inklusive Bonus-Zahlungen)
Dass der Verkauf von Alexander Nübel an Besiktas Istanbul überhaupt in den Top fünf der schlechtesten Eberl-Deals auftaucht, ist eigentlich schon ein gutes Zeichen für den Bayern-Sportvorstand. Der Nübel-Abschied war unvermeidlich, da das Verhältnis des 29-Jährigen zu Manuel Neuer nicht gut sein soll. Zudem wird Jonas Urbig als künftige Nummer eins aufgebaut. All das hat sich auch negativ auf die Ablöse ausgewirkt.
Wirklich gut verhandelt wirkt der Deal aber auch nicht. Rund fünf Millionen Euro als feste Ablöse plus fünf Millionen Euro als Bonus-Zuschlag sind für einen solch begabten Torhüter im besten Alter schlichtweg sehr wenig. Nübel hat mit dem VfB drei sehr erfolgreiche Jahre hinter sich und befindet sich schon länger im Kreise der Nationalmannschaft. Bedenkt man die an sich lange Vertragslaufzeit des Keepers, hätte man mehr Geld erwarten können.
3. Hiroki Ito

Abgebender Verein: VfB Stuttgart
Datum der Vertragsunterschrift: 1. Juli 2024
Ablösesumme: 23,5 Millionen Euro
Einen wirklich großen Vorwurf kann man Eberl bei Hiroki Ito nicht machen. Der Abwehrspieler hat beim VfB Stuttgart gut performt. Zwar war die Ablösesumme mit 23,5 Millionen Euro relativ hoch, jedoch hätte sich diese bei einem etwas glücklicheren Verlauf dennoch bezahlt machen können. Ito brach sich beim FC Bayern mehrmals den Fuß, weshalb er in seinem ersten Jahr praktisch keine Rolle spielte. Immerhin konnte der Japaner sein Verletzungspech ein wenig abschütteln, jedoch blieb der Weg in die erste Elf verschlossen.
Ito ist beim FC Bayern ein reiner Backup für die Innen- und Linksverteidiger-Position. Bei seinen wenigen Einsatzzeiten konnte er meist auch nicht wirklich auf sich aufmerksam machen. Es schadet sicher nicht, Ito im Kader zu haben, jedoch macht er die Münchner auch nicht besser.
2. Nicolas Jackson

Abgebender Verein: FC Chelsea
Datum der Vertragsunterschrift: 1. September 2025
Leihgebühr: 14 Millionen Euro
Nicolas Jackson wurde nach einem langen Hin- und Her im Sommer 2026 als Leihspieler unter Vertrag genommen. Die Blues erhielten eine Summe von 17 Millionen Euro (von der drei Millionen Euro die Jackson-Seite beisteuerte). Bayern übernahmen zudem das üppige Gehalt des Senegalesen. Zwischen den Klubs wurde eine utopische Kaufoption vereinbart, von der die Münchner keinen Gebrauch machten.
Jackson fing schwach an und steigerte sich in der Rückrunde. Unter dem Strich brachte er es auf elf Pflichtspieltore in 1.320 Spielminuten. Dies klingt zwar nicht verkehrt, jedoch kam der Angreifer meist erst in die Partie, wenn die Bayern schon vorne lagen und das Tore erzielen leichter wurde. Wirklich entscheidende Treffer hat Jackson nicht gemacht, jedoch stand er in den großen Matches meist auch nicht auf dem Platz.
Unter dem Strich war Jackson eine sportlich solide, wirtschaftlich aber ziemlich unsinnige Leihe.
1. Joao Palhinha

Abgebender Verein: FC Fulham
Datum der Vertragsunterschrift: 11. Juli 2024
Ablöse: 51 Millionen Euro
Was für ein Transfer-Fiasko! Joao Palhinha ist als wahrscheinlich teuerstes Transfer-Missverständnis in die Bayern-Vereinsgeschichte eingegangen. Der Portugiese kam im Sommer 2024 für 51 Millionen Euro vom FC Fulham, nachdem sein eigentlich für den Sommer 2023 geplanter Wechsel am Deadline Day auf kuriose Art und Weise gescheitert war.
Unklar ist bis heute, ob es zwischen den Bayern und Palhinha eine Art Agreement gab, ihn nach dem gescheiterten Deal im Sommer darauf unter Vertrag zu nehmen und Eberl aus der Sache gar nicht mehr raus kam. Eigentlich war schließlich offenkundig, dass Vincent Kompany keine Verwendung für einen klassischen defensiv eingestellten Sechser hat.
Im Sommer 2023 hatte hingegen noch Tuchel das Traineramt inne und hat sich nach einem Sechser gesehnt. Nicht ausgeschlossen, dass die Geschichte von Palhinha gänzlich konträr verlaufen wäre, wenn Tuchel Trainer geblieben wäre.
Während die Bayern unter Kompany aufblühten, blieb für Palhinha in der Regel nur der Platz auf der Bank. Nach einer Tottenham-Leihe in der Vorsaison konnte Eberl Palhinha im Sommer für 14 Millionen verkaufen. Unter dem Strich steht ein satter Verlust von 37 Millionen Euro. Wer genau für diesen die Verantwortung trägt, ist ungeklärt.
Was ist mit Boey und Zaragoza?
Übrigens, wer die Flops Sacha Boey und Bryan Zaragoza in dieser Liste erwartet hatte: Die beiden wurden schon kurz vor dem Eberl-Start als FCB-Sportchef verpflichtet und sind eher auf die Wünsche von Sportdirektor Christoph Freund zurückzuführen.
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