Früher war alles besser. Dieses alte deutsche Klagelied trifft so manchen Fan von Borussia Mönchengladbach sicherlich derzeit mitten ins Herz.
Die Fohlen stehen nach einem miserablen Fehlstart in die Saison 2026/27 derzeit auf dem letzten Platz der Tabelle und gehören aktuell zu den größten Sorgenkindern der gesamten Bundesliga.
Es scheint der anhaltende Verfall eines deutschen Fußballgiganten zu sein, der in den letzten Jahren zunehmend an sportlicher Qualität und Strahlkraft eingebüßt hat. Die letzte Saison, in der die Borussen am Ende einen einstelligen Tabellenplatz erreichen konnten, liegt schon einige Zeit zurück. Wir blicken auf den damaligen Kader, der dieses "Kunststück" möglich machte.
Saison 2020/21 - das letzte Mal einstellig
In der Spielzeit 2018/19 belegte Gladbach unter Dieter Hecking am Saisonende Rang fünf. Im Jahr darauf gelang unter Marco Rose sogar der vierte Platz und damit die Qualifikation zur Champions League. In der Saison 2020/21 war es dann schon nur noch der achte Platz – und somit die letzte Spielzeit, in der die Fohlen am Ende einer Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz landeten und ihren eigenen Ansprüche halbwegs noch gerecht wurden. Im DFB-Pokal war damals erst im Viertelfinale gegen den BVB Schluss.
Allerdings empfand man den achten Platz damals bereits als bösen Rückschlag. Heute würde vermutlich jeder Gladbach-Fan genau diesen Platz mit Kusshand nehmen.
Wir blicken auf den damaligen Gladbacher Kader und zeigen euch, wo die Akteure von damals eigentlich heute so zu finden sind. Ein paar spezielle Persönlichkeiten nehmen wir dabei etwas genauer unter die Lupe.

In der Saison 2020/21 war Marco Rose noch Cheftrainer der Fohlen und führte Gladbach in seiner zweiten Spielzeit und nach einem starken vierten Platz in der Vorsaison auf Rang acht. Danach trennten sich die Wege. Seitdem saßen mit Adi Hütter, Daniel Farke, Gerardo Seoane, Eugen Polanski und nun Alexander Blessin fünf weitere Cheftrainer auf dem Trainerstuhl am Niederrhein.
Der 50-jährige gebürtige Leipziger hatte nach Gladbach Engagements bei Borussia Dortmund und RB Leipzig. Seit diesem Sommer ist Rose Trainer beim englischen Erstligisten AFC Bournemouth.

Torhüter Yann Sommer wechselte im Sommer 2014 nach Gladbach und hielt die Tradition der starken Torhüter am Leben. In 335 Pflichtspielen für die Fohlen avancierte der Schweizer zur Vereinslegende und brachte gegnerische Sturmreihen reihenweise zur Verzweiflung.
Im Januar 2023 verließ er die Borussia und wechselte zunächst zum FC Bayern München. Von dort aus ging es noch weiter südlich zu Inter Mailand, wo er bis zum vergangenen Sommer unter Vertrag stand. Seit Juli 2026 steht er beim belgischen Verein Club Brügge unter Vertrag.

Matthias Ginter kam im Sommer 2017 für 17 Millionen Euro von Borussia Dortmund zu den Fohlen und steht damit bis heute auf Platz zwei der teuersten Zugänge. In Gladbach schlug der Innenverteidiger voll ein und schraubte seinen Marktwert auf ein zwischenzeitliches Karrierehoch von 35 Millionen Euro.
2022 verließ er die Borussen nach 179 Pflichtspielen und kehrte nach einer ebenfalls unbefriedigenden Entwicklung ablösefrei zu seinem Ausbildungsverein SC Freiburg zurück, wo Ginter neu aufblühte und bis heute zu den Leistungsträgern zählt.

Aus dem Gladbacher Nachwuchs schaffte Tony Jantschke den Durchbruch zum Profi und spielte auf Profiebene ausschließlich für Borussia Mönchengladbach. Insgesamt absolvierte der ehemalige Rechtsverteidiger 302 Pflichtspiele. In der Saison 2020/21 nahmen die Einsatzzeiten des Fanlieblings aber merklich ab und er kam nur zu acht Bundesligaeinsätzen.
2024 beendete Jantschke zusammen mit Patrick Herrmann unter Tränen und mit großen Emotionen seine lange Profikarriere. Seitdem arbeitet er als Talente- und Verbindungscoach zwischen dem Gladbacher Nachwuchs und dem Profiteam.

Nach 305 Pflichtspielen für Gladbach zählt Oscar Wendt noch heute zu den großen Fanlieblingen im Verein. In der Spielzeit 2020/21 kam der schwedische Linksverteidiger auf 22 Bundesligaeinsätze und war dabei an zwei Treffern direkt beteiligt. Es war Wendts letzte Saison im Gladbach-Trikot, nachdem er 2011 vom FC Kopenhagen an den Niederrhein gekommen war.
Er kehrte in seine schwedische Heimat zurück und heuerte bei seinem Ausbildungsverein IFK Göteborg an, für den er noch bis zum 1. Januar 2025 unter Vertrag stand, bevor er seine Karriere beendete. Mittlerweile ist Wendt dort als Co-Trainer aktiv.

Stefan Lainer absolvierte in der Saison 2020/21 insgesamt 33 Spiele in der Bundesliga, alle acht in der Champions League und alle vier im DFB-Pokal. Insgesamt war der 39-fache Nationalspieler in dieser Spielzeit an acht Pflichtspieltreffern direkt beteiligt.
Insgesamt kann das österreichische Arbeitstier auf 163 Pflichtspiele und 19 Torbeteiligungen für die Fohlenelf zurückblicken. Im Sommer 2025 verließ er die Borussen nach sechs Jahren am Niederrhein wieder. Er kehrte in seine Heimat zurück und läuft seitdem für den FC Red Bull Salzburg auf. Dort kam der 34-Jährige in der laufenden Spielzeit zu noch keinem Einsatz. In der Saison 2025/26 kam Lainer noch auf 38 Pflichtspieleinsätze.

Christoph Kramer verabschiedete sich im Sommer 2024 nach 288 Pflichtspielen unter Tränen von den Fohlen. Zunächst wurde angenommen, dass der Weltmeister von 2014 seine Karriere andernorts fortsetzen würde, doch dann tat sich lange nichts um Kramer, der währenddessen schon als TV-Experte auftrat und schließlich im Sommer 2025 seine Karriere beendete. 2020/21 stand Kramer für die Borussia 28 Mal in der Bundesliga auf dem Feld.
Heute ist Kramer noch immer als TV-Experte zu bewundern, hat allerdings auch einen Weg als Autor und Podcaster eingeschlagen. Zudem bastelt der mittlerweile 35-Jährige an seiner Trainerkarriere und hat mittlerweile die UEFA A+ Lizenz erreicht. Die Vorstufe zum Fußballlehrer. Ob Kramer bald irgendwo als Trainer zu sehen ist, ist derzeit noch offen.

Denis Zakaria kam 2017 von den Young Boys Bern zur Fohlenelf und avancierte zu einem der Leistungsträger im Mittelfeld. In der Saison 2020/21 war er in 25 Bundesligaspielen an zwei Treffern direkt beteiligt.
Anfang 2022 verließ der Schweizer die Borussen nach 146 Pflichtspielen in Richtung Juventus Turin. Nach einer Zwischenstation beim FC Chelsea spielt er seit 2023 bei der AS Monaco.

Auch für Rocco Reitz war die Saison 2020/21 eine ganz besondere. Damals machte das Fohlen-Juwel seine ersten Schritte im Profibereich und kam zu immerhin zwei Einsätzen in der Bundesliga. Bei seinem Debüt im deutschen Oberhaus stand der Mittelfeldspieler sogar schon 60 Minuten gegen Mainz 05 auf dem Feld. Im Jahr darauf verlieh man den Jungspund nach Belgien wo er auf Anhieb zu 23 Erstligaeinsätzen kam.
In den Folgejahren entwickelte sich Reitz zu einem der Leistungsträger der Gladbacher und war in der Saison 2025/26 sogar Vize-Kapitän. Im Sommer dieses Jahres verließ er seinen Ausbildungsverein nach 103 Spielen als Profi und wechselte für 20 Millionen Euro zu Ligakonkurrent RB Leipzig.

In der Saison 2020/21 war der langjährige Kapitän Lars Stindl mit 14 Treffern in 30 Spielen der beste Torschütze der Fohlenelf. In der bundesligaweiten Torjägerliste belegte er damit den siebten Platz. Insgesamt absolvierte der elfmalige deutsche Nationalspieler 271 Pflichtspiele für die Fohlen, in denen er an 144 Treffern direkt beteiligt war. Im Sommer 2023 verließ Stindl Gladbach und kehrte zu seinem Ausbildungsklub, dem Karlsruher SC, zurück.
Im Sommer 2024 beendete die Gladbacher Vereinslegende seine Karriere im Trikot des KSC und arbeitet heute als Co-Trainer von Hannes Wolf (Nicht der Ex-Gladbacher, Anm. d. Red.) bei der deutschen U20-Nationalmannschaft.

Patrick Herrmann ist Eigengewächs von Borussia Mönchengladbach und nachdem er 2008 vom 1. FC Saarbrücken in die Jugend der Fohlen gewechselt war, spielte er für keinen anderen Klub mehr. Insgesamt absolvierte der Fanliebling 420 Pflichtspiele als Profi in Gladbach und war von 2010 bis 2024 am Niederrhein unter Vertrag. Nachdem Herrmann in der Saison 2019/20 noch 14 Torbeteiligungen hatte, kam er in der Saison 2020/21 auf nur noch drei Vorlagen.
Im Sommer 2024 beendete Herrmann seine Karriere und wechselte im Anschluss in die Gladbacher Geschäftsstelle, wo er für die Borussia heute im Sponsoring und Vertrieb tätig ist.

Die Saison 2020/21 war die zweite von insgesamt vier Spielzeiten, die Marcus Thuram für Borussia Mönchengladbach absolvierte. Mit acht Toren und sieben Vorlagen kann er durchaus ordentliche Statistiken vorweisen. Auch in der Champions League kam der Angreifer damals auf sechs Torbeteiligungen in acht Spielen.
Der französische Offensivspieler kam im Sommer 2019 aus Guingamp zu den Fohlen und verließ diese im Sommer 2023 ablösefrei in Richtung Italien zu Inter Mailand. Dort steht er noch heute unter Vertrag. Zwischenzeitlich schraubte Thuram seinen Marktwert bei Inter sogar auf 75 Millionen Euro in die Höhe. In der aktuellen Saison steht der 35-malige französische Nationalspieler bei vier Torbeteiligungen in vier Ligaspielen.

Der Schweizer Breel Embolo kam 2019 vom FC Schalke 04 zu Borussia Mönchengladbach und blieb bis Sommer 2022. In der Spielzeit 2020/21 war der Angreifer in 31 Bundesligaspielen an elf Fohlen-Treffern direkt beteiligt.
2022 wechselte er zunächst zur AS Monaco nach Frankreich und von dort aus zu Stade Rennes. Seit Sommer 2026 bindet Embolo die Fußballschuhe in der US-amerikanischen MLS und läuft für den Atlanta United FC auf.
Spieler | Position | heute |
|---|---|---|
Yann Sommer | Torwart | Club Brügge |
Tobias Sippel | Borussia Mönchengladbach | |
Jan Olschowsky | Borussia Mönchengladbach | |
Max Grün | SV Rot-Weiss Waldorf (Hessenliga) | |
Matthias Ginter | Abwehr | SC Freiburg |
Nico Elvedi | Leeds United | |
Ramy Bensebaini | Borussia Dortmund | |
Jordan Beyer | FC Burnley | |
Mamadou Doucoure | Karriereende 2024 | |
Andeas Poulsen | Silkeborg IF | |
Oscar Wendt | Karriereende 2025 | |
Stefan Lainer | Red Bull Salzburg | |
Joe Scally | Borussia Mönchengladbach | |
Tony Jantschke | Karriereende 2024 | |
Michael Lang | Karriereende 2024 | |
Denis Zakaria | Mittelfeld | AS Monaco |
Christoph Kramer | Karriereende 2025 | |
Florian Neuhaus | Borussia Mönchengladbach | |
Laszlo Bénes | KAA Gent | |
Rocco Reitz | RB Leipzig | |
Torben Müsel | 1. FC Magdeburg | |
Valentino Lazaro | Al-Ain FC | |
Kaan Kurt | SG Wattenscheid 09 (Regionalliga West) | |
Jonas Hofmann | Bayer 04 Leverkusen | |
Lars Stindl | Karriereende 2024 / Co-Trainer DFB U20 | |
Famana Quizera | UD Leiria | |
Ibrahima Traore | Angriff | DJK Gnadental (Landesliga Niederrhein) |
Hannes Wolf | New York City FC | |
Patrick Herrmann | Karriereende 2024 | |
Marcus Thuram | Inter Mailand | |
Alassane Plea | PSV Eindhoven | |
Breel Embolo | Atlanta United FC | |
Julio Villalba | CA 3 de Febrero |
Aus dem Kader der Saison 2020/21 sind heute noch immer vier Spieler von Borussia Mönchengladbach übrig. Neben den beiden Torhütern Tobias Sippel und Jan Olschowsky sind das auch Rechtsverteidiger Joe Scally und Mittelfeldspieler Florian Neuhaus, die beide im Sommer eigentlich als Abgangskandidaten gehandelt wurden.
Gleich sieben Spieler aus dem damaligen Kader haben ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt: Mamadou Doucoure, Oscar Wendt, Tony Jantschke, Michael Lang, Christoph Kramer, Lars Stindl und Patrick Herrmann.
Mit dem Torhüter Max Grün (Hessenliga) sowie dem einsatzlosen Eigengewächs Kaan Kurt (Regionalliga) und Fanbliebling Ibrahima Traore (Landesliga) spielen drei, die damals noch im Kader standen, noch in niedrigeren Ligen weiter.
Im Vergleich zum Kader der Saison 2020/21 hat die Fohlenelf nicht nur sportlich, sondern auch finanziell erheblich an Wert verloren. Betrug der Kaderwert damals noch stolze 300,75 Millionen Euro, was Platz fünf der wertvollsten Kader im deutschen Oberhaus bedeutete, so liegt er heute bei nur noch 138,55 Millionen Euro und befindet sich damit weit hinten im Bundesliga-Ranking.
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