Die ersten vier Bundesliga-Spieltage sind schon wieder Geschichte und haben erste Aufschlüsse zugelassen, welche Teams sich mit dem Thema Klassenerhalt auseinandersetzen müssen. Zwar ist die Saison noch jung, jedoch klingeln bei so manchem Team schon wieder die Alarmglocken.
Wir wagen einen Blick in die Zukunft und prognostizieren die wahrscheinlichsten Absteiger der Saison 2026/27.
6. Hamburger SV

Der HSV gehört auf dem Papier nicht mehr wirklich zu den Abstiegskandidaten. Claus Costa hat auf dem Transfermarkt gezaubert und neben Fabio Vieira weitere hochkarätige Spieler geholt. Insbesondere die beiden Schienenpositionen wurden hervorragend verstärkt.
Dennoch fiel der Saisonstart mit drei Niederlagen am Stück mau aus. Gewissermaßen ist das verständlich, weil einige Neuzugänge erst sehr spät kamen, jedoch waren die Niederlagen zu deutlich. Der Befreiungsschlag gegen den 1. FC Köln kam folgerichtig genau zum richtigen Zeitpunkt.
Hamburg hat die Qualität, sogar einen Top-10-Platz anzugreifen. Genau das kann aber auch gefährlich werden. In der vergangenen Saison konzentrierte sich das Team auf die Grundtugenden wie das Verteidigen und das schnelle Kontern. Nun ist mit Luka Vuskovic aber ein Eckpfeiler weg.
Der HSV muss spielerisch einen Sprung nach vorne machen. Davon kann man zwar angesichts der Qualität im Kader ausgehen, jedoch darf sich die Defensive nicht als zu anfällig erweisen. Zudem sind Zweifel erlaubt, ob im Angriff eine Top-Lösung gefunden wurde. Für den Klassenerhalt sollte es dennoch reichen.
5. SV Elversberg

Die SV Elversberg hat gleich zum Saisonstart mit dem Sieg gegen Leverkusen für eine fette Überraschung gesorgt. Im Anschluss folgte ein zweiter Sieg auf Gladbach und ein sehr starker Auftritt gegen die Bayern, selbst wenn das Spiel mit 1:2 verloren ging. Nach vier Spielen steht Elversberg auf Platz sieben der Tabelle, was keineswegs ein glücklicher Zufall ist.
Der Aufsteiger spielt einen tollen Fußball und versucht seiner Philosophie treu zu bleiben. Im Kader gibt es fußballerisch beschlagene Talente, die dafür sorgen können, dass der eingeschlagene Weg erfolgreich sein kann.
Bislang steht auch die Defensive überraschend gut. Sollte das so bleiben, hat der Underdog sehr gute Chancen, die Klasse zu halten. Stellt sich nur die Frage, ob die Idylle nicht zusammenbricht, wenn mal die erste größere Krise zu meistern ist.
4. FC Schalke

Der FC Schalke ist wieder im Oberhaus und die Euphorie groß. Der völlig überraschende Punktgewinn gegen die Bayern und der Sieg bei Union Berlin haben diese weiter beflügelt.
Solange die Stimmung auf Schalke positiv ist, sind die Chancen auf den Klassenerhalt durchaus gut. Sollte sie hingegen kippen, wird es für das Team schwierig.
Schalke profitiert von einem enorm stark aufgelegten Loris Karius und einigen erfahrenen Neuzugängen. Wichtig wäre es, dass anfällige Spieler wie Maximilian Wöber, Robin Gosens und Edin Dzeko fit bleiben. Die ganz große Klasse hat der Kader im Allgemeinen schließlich nicht.
Dennoch darf man bei den Königsblauen recht zuversichtlich sein, dass man am Ende knapp über dem Strich steht.
3. SC Paderborn

Der SC Paderborn hat mit dem 3:1-Sieg gegen Hoffenheim ein erstes dickes Ausrufezeichen gesetzt. Wichtig war insbesondere, dass in der Offensive der Knoten platzt. Diesbezüglich war der SCP in den ersten Wochen zu harmlos, selbst wenn auch die Auftritte gegen Dortmund, Freiburg und Mainz keineswegs schlecht waren. Mit vier Punkten kann man nach diesem harten Auftaktprogramm definitiv leben.
Die Zuversicht dürfte gestiegen sein, dass es im Kampf gegen den Abstieg eine reelle Chance gibt. Paderborn hat zwar keine prominente Mannschaft, jedoch gibt es durchaus den einen oder anderen guten Kicker, der aus der Masse heraussticht.
Es ist nicht damit zu rechnen, dass Paderborn sang- und klanglos absteigt. Vielmehr ist mit einem harten Kampf bis zum Ende zu rechnen.
2. Borussia Mönchengladbach

Gladbach hat null Punkte auf dem Konto und ist Tabellenletzter. Folgerichtig musste Eugen Polanski auch schon seinen Hut nehmen. Nun steht Alexander Blessin als Nachfolger fest, der zuletzt beim FC St. Pauli tätig war. Demnach kennt sich der Coach mit dem Thema Abstiegskampf aus. Ob jedoch die Wende gelingt, ist fraglich.
Im Sommer kamen größtenteils No-Name-Spieler. Mit Nicolas Kühn hat sich der bekannteste Neuzugang direkt verletzt. Die Verunsicherung im Verein ist riesig und auch ehemalige Leistungsträger wie Tim Kleindienst oder Kevin Stöger kommen nicht ins Rollen. Selbst Keeper Moritz Nicolas sah zuletzt häufig unglücklich aus.
Läuft es schon bei den eigentlichen Leadern nicht, haben es auch alle anderen Kaderspieler extrem schwer. Trotz der Abgänge von Nico Elverdi und Rocco Reitz ist Gladbach noch besser besetzt als andere Abstiegskandidaten. Nur wird es halt eine Herkules-Aufgabe, die Negativ-Dynamik umzukehren. Wichtig wäre, dass die aktuell verletzten Spieler schnell zurückkommen.
1. Union Berlin

Es gab mal eine Zeit, in der niemand gerne gegen Union Berlin antrat. Die Eisernen machten ihrem Namen alle Ehre und stellten ein massives Abwehr-Bollwerk auf. Nicht selten kam ein 1:0-Sieg dabei rum. Hiervon ist Union Berlin aktuell aber weit entfernt. Der Hauptstadt-Klub ist zur Schießbude der Liga mutiert und hat erst einen Zähler geholt. Womöglich benötigt die neu zusammengestellte Abwehr ein wenig Zeit, jedoch steigt die Verunsicherung von Woche zu Woche. Diogo Leite fehlt an allen Ecken und Enden. Die 0:7-Pleite in München steht sinnbildlich dafür.
Der neue Coach, Mauro Lustrinelli, legt mehr Wert auf ein gepflegtes Spiel als seine Vorgänger. Die Mannschaft scheint damit noch nicht wirklich klarzukommen. Letztlich ist das fußballerische Potenzial in der Truppe auch einfach begrenzt. Der Schweizer muss beachten, dass er sein Team nicht überfordert und die Basics auf der Strecke bleiben. Diese haben Union Berlin bis jetzt in der Bundesliga gehalten.
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