Die ersten beiden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft unter Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp sind vergangen wie ein Wimpernschlag und was leider hängen bleibt, ist dass auch Klopp kein Wunderheiler ist, der die DFB-Auswahl sofort wieder zu einer Top-Nation formen kann.
Nach den Spielen am Donnerstag in Amsterdam gegen die Niederlande, bei denen die deutsche Auswahl spät den 1:1-Ausgleich kassierte und neben bereits hoffnungsvollen Akzenten über weite Strecken auch noch mit sich selbst zu kämpfen hatte, folgte am gestrigen Sonntag in Augsburg die bittere 0:1-Niederlage gegen Griechenland, die das Heimdebüt des Bundestrainers vermasselte.
Insgesamt sind die beiden ersten Auftritte der DFB-Elf unter Klopp also eher mit einem faden Beigeschmack als mit echter Hoffnung verbunden. Doch es gab auch einige erfreuliche Lichtblicke, die es zu nennen gilt.
3 Gewinner aus den ersten beiden Klopp-Spielen
Zu den drei Gewinnern der ersten beiden Spiele von Jürgen Klopp beim DFB zählen mit Sicherheit diese Spieler:
1. Philipp Treu

Philipp Treu bewies im Spiel gegen die Niederlande, dass es keines großen Namens bedarf, um große Leistungen zu erbringen und damit große Hoffnungen zu schüren.
Der Rechtsverteidiger des SC Freiburg überzeugte mit jeder Menge Einsatz- und Lauffreude und war ein großer Aktivposten im Spiel der deutschen Mannschaft im ersten Klopp-Spiel. Der 25-Jährige ging die Länderspielphase mit folgendem Zitat an: "Ich will der Nation zeigen, wer Philipp Treu aus Freiburg ist." Dies gelang dem Freiburger auf beeindruckende Art und Weise auf Anhieb.
Treu wirkte bei seinem Debüt kaum wie ein Neuling und spielte gegen die Niederlande phasenweise, als wäre er schon einer der alten Hasen. Wenn der sympathische Außenverteidiger seine Form beibehält und diese künftig auch im Nationaldress bestätigt, hat Klopp mit dieser Personalie vermutlich eine seit Jahren schmerzende Baustelle geschlossen.
2. Yann Bisseck

Yann Bisseck bestätigte seine gute Form auf Vereinsebene beim italienischen Topklub Inter Mailand nun auch im DFB-Team und war gegen Griechenland der wohl schillerndste Hoffnungsschimmer im deutschen Team.
Der Innenverteidiger überzeugte mit starkem Stellungs- und Kopfballspiel, setzte seine Physis ein und beteiligte sich vielversprechend am Aufbauspiel. Unter den neuen Startern im Spiel gegen Griechenland war Bisseck derjenige, der sich am positivsten hervortat.
Der 25-jährige gebürtige Kölner darf bei anhaltender Form durchaus als Nummer drei der Innenverteidiger hinter Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck angesehen werden und drängt sich als direkter Herausforderer der beiden auf.
3. Alexander Nübel

Die Torwartfrage ist wohl eine der spannendsten im Team von Jürgen Klopp und Alexander Nübel wusste bei seinem Auftritt gegen Griechenland durchaus zu gefallen.
Dem Schlussmann vom türkischen Klub Besiktas Istanbul merkte man seine starken Auftritte auf Vereinsebene an, denn Nübel kickte mit breiter Brust. Der Torhüter hatte ein ruhiges Auftreten, war souverän bei Flanken und Ecken, zeigte ein sauberes Passspiel und hatte in seinem Spiel nicht wirklich große Unsicherheiten. Beim Gegentreffer der Griechen war der Keeper machtlos.
Sein Auftritt war mit deutlich weniger Störgeräuschen verbunden als der von Konkurrent Marc-Andre ter Stegen gegen die Niederlande – vielleicht geht Nübel gerade deshalb als Gewinner aus den ersten beiden Länderspielen unter Klopp hervor.
