Das Testspiel beim Stadtnachbarn Viktoria Köln wurde für den 1. FC Köln zum absoluten Desaster. Dabei ist nicht einmal das 2:2 aus sportlicher Sicht gemeint, bei dem die Geißböcke alles andere als glänzten. Viel schlimmer sind die beiden Hiobsbotschaften um Thijs Dallinga und Ragnar Ache. Beide Stürmer werden dem Effzeh lange fehlen.
Ausgerechnet vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach (Sonntag,15:30 Uhr) steht Trainer René Wagner kein einziger gelernter Stürmer zur Verfügung. Welche Notlösung wird der 38-Jährige also für den Sturm wählen?
Mit Marius Bülter verfügt der Effzeh über einen Offensiv-Allrounder, der auf den ersten Blick als logischer Sturm-Ersatz infrage kommt. Doch obwohl Bülter schon auf der Neunerpositon spielte, ist er als alleiniger Angreifer nicht torgefährlich genug. In der vergangenen Saison kam er immerhin auf neun Scorerpunkte, davon fielen jedoch sechs auf die Hinrunde. Danach kam vom 33-Jährigen nicht mehr viel.
Wagner sollte auf die Doppelspitze zurückgreifen
Ihn allein im Sturm spielen zu lassen, wäre wohl immer noch die naheliegendere Option, als auf den im Sommer aussortierten Imad Rondic zu setzen. Alternativ könnte Wagner aber auch eine kleine Systemumstellung vornehmen. Ähnlich wie zum Ende der vergangenen Saison könnte er eine Doppelspitze aus Bülter und Said El Mala aufstellen.
Für Bülter wäre der flinke Youngster eine willkommene Unterstützung im Sturmzentrum. Für die Außenpositionen stünden mit Linton Maina, Mikey Moore, Jan Thielmann oder Reigan Heskey ohnehin genügend Optionen zur Verfügung.
In der zentraleren Rolle tat sich El Mala in der vorherigen Spielzeit zwar nicht immer leicht, kam bei Union Berlin (2:2) und in München (1:5) aber immerhin auf zwei Tore. Zudem ist klar, dass sich der gelernte Linksaußen zuletzt auch auf dem linken Flügel schwer tat. Er traf in seinen drei bisherigen Saisoneinsätzen nur im Auftaktspiel gegen die TSG Hoffenheim (3:2) und konnte auf dieser Position bei seinen ersten beiden Einsätzen im deutschen Nationalteam ebenfalls keine Akzente setzen.
Vielleicht würde es El Mala daher guttun, sich nun auf einer anderen Position zu versuchen. Die Personalsituation würde es hergeben - und für den Gegner aus Mönchengladbach wäre er dadurch nicht unbedingt einfacher auszurechnen.
