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"War schockiert": Das fordert Gladbach-Ikone Vogts für den Borussia-Aufschwung

Nach dem befreienden Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Stuttgart stellt sich der Rekordspieler der Borussia auch hinter eine zuletzt in die Kritik geratene Personalie.
VonThomas Wygold
Alexander Blessin spricht nach dem Sieg zu seiner Mannschaft
Alexander Blessin spricht nach dem Sieg zu seiner Mannschaft | Christian Verheyen/GettyImages

Der 3:2-Sieg beim VfB Stuttgart am vergangenen Bundesliga-Spieltag war für Borussia Mönchengladbach ein dringendst benötigtes Erfolgserlebnis. Doch trotz des überraschenden Erfolgs bleibt die Situation bei den Fohlen angespannt. Nicht nur sportlich steht der Traditionsklub weiterhin unter Druck.

Auch Vereinsikone Berti Vogts sieht die Borussia noch lange nicht über den Berg. Der 79 Jahre alte frühere Welt- und Europameister fand für den Auftritt in Stuttgart zunächst deutliche Worte, ehe ihn die Mannschaft mit ihrer Reaktion doch noch überzeugen konnte.

Eine Gladbacher Legende: Rekordspieler Berti Vogts
Eine Gladbacher Legende: Rekordspieler Berti Vogts | Christian Verheyen/GettyImages

"Ich war schockiert, als ich die ersten 20, 30 Minuten von Borussias Spiel beim VfB Stuttgart gesehen habe", schrieb Vogts in seiner Kolumne für die Rheinische Post: "Das war keine Borussia, die da auf dem Platz stand." Vor allem habe er zunächst eine Mannschaft vermisst, in der jeder für den anderen kämpft.

Vogts' klare Forderung

Im weiteren Spielverlauf habe sich das Bild allerdings grundlegend gewandelt. Plötzlich sei der Zusammenhalt zu erkennen gewesen, den Vogts von seiner Borussia erwarte. Genau darin sieht der frühere Nationalspieler auch den Schlüssel, um die Krise nachhaltig zu überwinden. Und zwar nicht nur auf dem Rasen.

"Alle müssen in die gleiche Richtung denken und arbeiten. Nicht nur im Team, sondern im gesamten Verein", betonte Vogts. Gerade in der aktuellen Situation sei es entscheidend, dass die Verantwortlichen gemeinsam an einer Lösung arbeiten, statt die Unruhe weiter zu vergrößern.

Rückendeckung fürs Präsidium - und den Trainer

Dabei nahm Vogts auch den zuletzt in die Kritik geratenen Präsidenten Rainer Bonhof, mit dem er jahrelang bei der Borussia zusammengespielt hatte, ausdrücklich in Schutz: "Im Moment bekommt Präsident Rainer Bonhof viel Kritik ab. Das macht mich als seinen Freund traurig. Rainer ist durch und durch Borusse und wird es immer bleiben."

Gladbach-Präsident Rainer Bonhof
Gladbach-Präsident Rainer Bonhof | Christian Verheyen/GettyImages

Viel wichtiger sei es deshalb, innerhalb des Vereins die Ruhe zu bewahren. Vogts stärkte damit auch Trainer Alexander Blessin den Rücken, der den Zusammenhalt immer wieder als entscheidende Voraussetzung für eine sportliche Wende hervorhebt. "Borussias Trainer Alexander Blessin hat recht, wenn er sagt, dass es nur über die Gemeinschaft gelingen wird", unterstrich Vogts.

Dabei erinnerte der ehemalige Bundestrainer an die erfolgreichen Gladbacher Zeiten, in denen trotz unterschiedlicher Meinungen stets das Wohl des Vereins im Mittelpunkt gestanden habe. Auch heute müsse dieser Gedanke wieder stärker gelebt werden. Zugleich wünscht er sich, dass innerhalb der Mannschaft neue Führungspersönlichkeiten heranwachsen, die Verantwortung übernehmen.

Was Vogts nach dem Stuttgart-Sieg erwartet

Bei aller Freude über den Erfolg in Stuttgart warnte Vogts davor, sich auf dem Ergebnis auszuruhen. "Der Sieg in Stuttgart war ebenso überraschend wie schön, doch er kann nur ein Startschuss sein", stellte der 79-Jährige klar. Entsprechend hoch sind seine Erwartungen an die kommenden Aufgaben. Gegen Paderborn sei ein Sieg Pflicht, andernfalls werde der Erfolg in Stuttgart direkt wieder entwertet.

Auch im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC müsse Borussia unbedingt weiterkommen. Schließlich sei der Wettbewerb angesichts der fehlenden internationalen Einnahmen auch wirtschaftlich von großer Bedeutung.

Für Vogts steht damit fest: Der Auftritt in Stuttgart hat gezeigt, was in der Mannschaft steckt. Ob daraus tatsächlich eine nachhaltige Wende wird, hängt nun davon ab, ob Borussia den neu gewonnenen Teamgeist auf und neben dem Platz bewahren kann.


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