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Bemerkenswerte Worte: Schröder übernimmt Verantwortung für Gladbach-Krise

Gladbach-Sportchef Rouven Schröder übernimmt Verantwortung für die Krise und spricht über Fehler beim Kaderumbau und die Trainerfrage.
VonThomas Wygold
Gladbach-Sportchef Rouven Schröder
Gladbach-Sportchef Rouven Schröder | Christof Koepsel/GettyImages

Borussia Mönchengladbach hat mit dem ersten Saisonsieg endlich ein Lebenszeichen gesendet. Nach sechs Niederlagen zum Saisonstart durfte Borussia Mönchengladbach am Freitagabend endlich wieder jubeln. Mit dem überraschenden 3:2-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart verhinderte die Mannschaft von Alexander Blessin einen historischen Bundesliga-Negativrekord. Dennoch stehen die Fohlen mit lediglich drei Punkten nach sieben Spielen weiterhin am Tabellenende.

Sportchef Rouven Schröder weiß allerdings auch, dass damit längst nicht alle Probleme gelöst sind. Am Sonntag im SPORT1-Doppelpass machte der 51-Jährige deutlich, dass er die Verantwortung für den katastrophalen Saisonstart nicht von sich weisen will. Dabei ging es insbesondere um den radikalen Kaderumbau im Sommer und den zunächst eingeschlagenen Weg mit dem inzwischen entlassenen Trainer Eugen Polanski.

Schröder erklärt die Probleme beim Gladbacher Kaderumbau

"Das Thema der Krise nehme ich komplett auf meine Kapuze, weil du in der Verantwortung stehst", erklärte Schröder in der Talkrunde. Schon bei seinem Amtsantritt sei ihm bewusst gewesen, welche wirtschaftlichen Herausforderungen auf die Borussia zukommen würden.

Auch Haris Tabakovic und Rocco Reitz verließen Gladbach im Sommer
Auch Haris Tabakovic und Rocco Reitz verließen Gladbach im Sommer | Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages

So habe der Verein im Sommer einen hohen Transferüberschuss erzielen müssen, um überhaupt wieder investieren zu können. Gleichzeitig sei die Gehaltssumme um rund zehn Millionen Euro reduziert worden. Besonders schwer wiege zudem der Verlust wichtiger Leistungsträger: Mit Rocco Reitz, Yannik Engelhardt, Haris Tabakovic und Nico Elvedi sei praktisch eine komplette Achse weggebrochen, deren Abgänge der Klub aufzufangen versucht habe.

Schröder führte die sportliche Misere damit auch auf die finanziellen Zwänge und die tiefgreifenden Veränderungen im Kader zurück. Seine Aussagen zeigen allerdings auch, wie schwierig es für die Verantwortlichen gewesen ist, die Abgänge mit den verfügbaren Mitteln angemessen zu kompensieren.

Warum Schröder an Polanski festhielt

Auch seine Entscheidung, mit Eugen Polanski in die neue Saison zu gehen, verteidigte Schröder rückblickend. Der Trainer habe in der Vorsaison den Klassenerhalt geschafft, obwohl ihm keine eigene Vorbereitung zur Verfügung gestanden hatte. Deshalb habe er Polanski die Chance geben wollen, seine Arbeit fortzusetzen, anstatt dem öffentlichen Druck nachzugeben.

Musste früh in der Saison seinen Hut nehmen: Eugen Polanski
Musste früh in der Saison seinen Hut nehmen: Eugen Polanski | picture alliance/GettyImages

Der sportliche Absturz ließ sich jedoch nicht aufhalten. Insbesondere die 3:4-Heimniederlage gegen Aufsteiger SV Elversberg bezeichnete Schröder als einen Wendepunkt, nach dem die Stimmung rund um den Verein zunehmend gekippt sei. "Danach war eine negative Energie im Stadion und danach gab es den Downfall. Wenn du jeden Tag durch die Geschäftsstelle gehst und fünfmal in Folge verloren hast, wirst du nicht mehr allzu euphorisch begrüßt", berichtete Schröder. Nach dem anschließenden 0:5 beim SC Freiburg zog die Borussia schließlich die Reißleine und trennte sich von Polanski.

Schröder setzt auf Blessin und den Stuttgart-Effekt

An Polanskis Nachfolger Alexander Blessin hält Schröder dagegen fest. Der 53-Jährige bringe neue Energie in die Mannschaft, fordere grundlegende Dinge ein und gehe als Führungspersönlichkeit voran. Er sei "ein Mann, der im Wind steht", lobte der Sportchef.

Durften endlich gemeinsam jubeln: Alexander Blessin und Rouven Schröder
Durften endlich gemeinsam jubeln: Alexander Blessin und Rouven Schröder | DeFodi Images/GettyImages

Die zahlreichen Verletzungsausfälle will Schröder zudem nicht als Ausrede für die bisherigen Leistungen gelten lassen. Trotz der personellen Probleme sei der Kader bundesligatauglich. Der Sieg in Stuttgart soll nun der Ausgangspunkt für die erhoffte Wende sein.

Bereits am Dienstag wartet im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC die nächste Bewährungsprobe, ehe am Samstag Aufsteiger SC Paderborn im Borussia-Park gastiert.


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