Mittelmaß-Diskussion statt Kloppophorie. So könnte man den Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer zusammenfassen. Nach einem ordentlichen 1:1 gegen die Niederlande zum Debüt folgte ein ziemlich schockierendes 0:1 im Heimspiel gegen Griechenland.
Wobei 'Schock' bei DFB-Pleiten ein zu großes Wort sein dürfte angesichts der vielen Negativ-Ergebnisse der vergangenen Jahre. Vielmehr hat der Auftritt gegen die Griechen gezeigt, dass auf Klopp und Co. noch sehr viel Arbeit zukommt. Selbst 'The National One' ist eben kein Wunderheiler.
Am Donnerstagabend gibt es in München die nächste Chance auf den ersten Klopp-Sieg. Beim Spiel gegen Serbien hat der zweite DFB-Kader die Möglichkeit zur Eigenwerbung. Mit dabei bleibt derweil unter anderem Nico Schlotterbeck, der gegen die Elftal an der Seite von Jonathan Tah spielte und gegen Griechenland eine Pause erhielt.
Schlotterbeck von Sieg über Serbien "zu 110 Prozent" überzeugt
Weil Kapitän Joshua Kimmich abgereist ist, könnte der BVB-Abwehrchef gegen Serbien sogar als Kapitän auflaufen. So oder so ist der 26-Jährige felsenfest von einem Erfolg überzeugt.
"Ich bin mir sicher, dass wir das Spiel zu 100 Prozent gewinnen werden, zu 110 Prozent", betonte Schlotterbeck im ZDF-Gespräch und gab sich gewohnt selbstbewusst. "Wir müssen dem Matchplan folgen, jeder einzelne Spieler muss performen - wenn wir das hinkriegen, gewinnen wir", ist sich der Innenverteidiger sicher.
An ein mittelmäßiges DFB-Team will Schlotterbeck nicht glauben. Bastian Schweinsteiger hatte nach der Griechen-Pleite die deutsche Mittelmäßigkeit ausgerufen und von Kimmich – zumindest für den Moment – keinen Widerspruch erhalten. Von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dagegen schon. Für ihn sei die Durststrecke kein Problem der Qualität, sondern der Mentalität.
"Wir müssen nur alle beim DFB so performen wie im Verein"
Ähnlich sieht es auch Schlotterbeck: "Jürgen probiert, in kurzer Zeit sein System reinzubringen, das dauert seine Zeit. Wir kriegen viel, viel Input von Jürgen, das ist nicht so leicht. Wir sind auch alle Fußballspieler, wir müssen uns adaptieren. Wenn wir das hinkriegen, dann werden wir eine gute Mannschaft. Wir haben gute Spieler, wir müssen nur alle beim DFB so performen wie im Verein."
An die Leistung auf Klubebene kam zuletzt allerdings kaum ein Nationalspieler im DFB-Dress heran. Bestes Beispiel war Karim Adeyemi gegen die Niederlande und Griechenland. Während der Flügelstürmer einen richtig guten Start bei Barça hingelegt hatte, fehlte ihm für Deutschland weiter das Abschlussvermögen.
An der eigenen Offensivstärke müsse man ohnehin noch arbeiten, meinte nun Schlotterbeck. Zum Klopp-Start habe der Fokus zunächst auf der Defensive gelegen. "Jetzt fehlt noch der letzte Input, dass wir vorne bessere Entscheidungen treffen im letzten Drittel. Wenn das passt, bin ich guter Dinge, dass wir Serbien schlagen."
