Die Verletztenliste des FC Bayern ist in den vergangenen Wochen immer länger geworden. Vor allem in der Offensive trifft es den Rekordmeister hart. Mit Jamal Musiala, Luis Díaz, Serge Gnabry und Ismael Saibari fallen gleich vier hochkarätige Offensivspieler aus. Besonders bitter: Während Musiala und Díaz auf ihr Comeback hinarbeiten, werden Gnabry und Saibari noch längere Zeit fehlen.
Die angespannte Personallage dürfte auch die Bayern-Verantwortlichen zunehmend ins Grübeln bringen. Zwar konnten die Münchner die Ausfälle beim überzeugenden 2:0-Erfolg in der Champions League bei Atlético Madrid eindrucksvoll kompensieren, doch bei einem derart straffen Spielplan stellt sich die Frage, wie lange das gutgehen kann. Muss der FC Bayern im Winter auf dem Transfermarkt nachlegen?
Eberl deutet mögliche Kursänderung an
Vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Mainz 05 wurde Sportvorstand Max Eberl bei DAZN auf mögliche Verstärkungen im Januar angesprochen. Eine klare Absage an Wintertransfers wollte der 53-Jährige dabei nicht erteilen.

"Das werden wir uns ganz in Ruhe anschauen. Jetzt kommt nach der Länderspielpause Jamal zurück. Es kommt Díaz zurück", verwies Eberl zunächst auf die beiden Hoffnungsträger, die nach ihren Muskelverletzungen bereits wieder Fortschritte machen.
"Wir haben einen Kader, der bei Atlético ohne vier gespielt hat. Trotzdem haben wir diese Leistung auf den Platz gebracht. Natürlich kann man fragen, ob man das stemmen kann, wenn man alle drei Tage spielen muss", so der Bayern-Boss weiter: "Das sind alles Gedanken, die wir uns dann im Winter machen, oder ob wir gar nichts machen."

Eine Entscheidung ist damit offenbar noch nicht gefallen. Bislang hatten die Bayern-Bosse stets betont, dass sie im Januar eigentlich keine Neuzugänge planen. Die jüngsten Verletzungen könnten allerdings doch noch für ein Umdenken sorgen. Zumal insbesondere auf den offensiven Außenbahnen die personellen Alternativen fehlen.
Viessmann-Deal vergrößert den Spielraum
Am Geld dürfte eine mögliche Transferoffensive jedenfalls nicht scheitern. Die ohnehin finanziell bestens aufgestellten Bayern haben ihr Festgeldkonto erst kürzlich noch einmal kräftig aufgestockt. Durch den Einstieg der Viessmann Generations Group als Anteilseigner fließen dem Rekordmeister Medienberichten zufolge rund 250 Millionen Euro zu.
Allerdings soll das frische Kapital in erster Linie für langfristige Investitionen in die Infrastruktur und die Weiterentwicklung des Klubs verwendet werden. Ob Eberl und Co. angesichts der Verletzungsmisere dennoch einen Teil davon in neue Spieler investieren, bleibt abzuwarten.

Dass die Personalsituation jederzeit noch angespannter werden kann, zeigte sich ausgerechnet kurz nach Eberls Aussagen. Im Spiel gegen Mainz musste Manuel Neuer noch vor der Halbzeitpause verletzt ausgewechselt werden. Offenbar sind beim 40-Jährigen alte Fußprobleme wieder aufgebrochen. Auch Josip Stanisic musste nach einem schmerzhaften Treffer am Knöchel behandelt werden, konnte zunächst aber weiterspielen.
Die Sorgen um den Bayern-Kader sind damit jedenfalls nicht kleiner geworden.
