Borussia Dortmund muss auch unbequeme Entscheidungen treffen, um finanziell auch nur ansatzweise in Reichweite der Bayern oder anderen europäischen Top-Klubs sein zu können. Doch auch diesbezüglich sind Grenzen gesetzt. Die umstrittene Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall soll laut eines Berichts der Bild wahrscheinlich nicht verlängert werden.
Rheinmetall zahlt seit 2024 jährlich bis zu zehn Millionen Euro an den BVB, was für den Klub eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Dementsprechend stolz und zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen, nachdem sie den Deal vor rund zweieinhalb Jahren unter Dach und Fach gebracht hatten. Bei weiten Teilen der Anhänger kam das Sponsoring aber katastrophal an. 65 Prozent der Mitglieder stimmten gegen die Kooperation, da der Konzern sein Geld mit Krieg verdient und somit nicht zu den Werten des BVB passe.
Inzwischen soll auch bei den Bossen die Stimmung gekippt sein, weshalb nun vieles darauf hindeutet, dass das Rheinmetall-Sponsoring im kommenden Sommer mit Vertragsablauf enden wird. Der entscheidende Mann bei der umstrittenen Entscheidung wird Carsten Cramer als Vorsitzender der Geschäftsführung sein. Dieser appelliert seit einiger Zeit, dass Dortmund wieder mehr Geschlossenheit zeigen müsse. Eine Verlängerung würde jedoch enormes Konfliktpotenzial mitbringen - insbesondere in der Beziehung zu den Fans.
Rheinmetall mit BVB-Kooperation zufrieden
An Rheinmetall selbst würde eine Fortsetzung der Zusammenarbeit hingegen wohl nicht scheitern. "Wir sind mit der Partnerschaft zufrieden und bewerten sie als Erfolg. Sie unterstützt unsere Sichtbarkeit als Technologiekonzern und als attraktiver Arbeitgeber. Unter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stößt die Partnerschaft auf große Begeisterung", erklärte der Konzern auf Nachfrage der Sport Bild. Zudem sei der "angestrebte gesellschaftliche Dialog über Sicherheit und eine wehrhafte Demokratie in Gang gekommen". Man verstehe diesen "als langfristige Aufgabe".
Zu weit aus dem Fenster lehnen wollte sich der Konzern jedoch nicht. "Über eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus und den möglichen Umfang unseres künftigen Engagements entscheiden wir gemeinsam mit dem BVB - ebenso wie über den entsprechenden Zeitpunkt dafür", erklärte das Rüstungsunternehmen. Nun wolle man zunächst mal die laufende Partnerschaft "erfolgreich weitergestalten".
Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass auch Rheinmetall schon erste Signale erhalten hat, dass die Partnerschaft wohl nicht ausgedehnt wird. Der Fall erinnert stark an das Qatar-Airways-Sponsoring beim FC Bayern. Die Münchner zogen im Jahr 2023 nach massiven Protesten einiger Mitglieder die Reißleine und beendeten die Zusammenarbeit.
