Der Transfer-Wahnsinn in den letzten Jahren macht sich auch statistisch bemerkbar. Ein UEFA-Report enthüllt die enorme Fluktuation, die im Fußball inzwischen üblich ist. Vor Beginn der Saison 2025/26 verbrachten Spieler der Klubs aus den 20 besten europäischen Ligen im Schnitt nur noch 1,4 Jahre bei ihrem aktuellen Verein.
Aus den Zahlen des European Club Talent Competition Landscape Report der UEFA geht aber auch hervor, dass die Bundesligaspieler immerhin noch ein deutliches Stück vereinstreuer sind als der europäische Durchschnitt. Die Kicker des deutschen Oberhauses kommen immerhin auf einen Schnitt von 2,1 Jahren. Damit ist die Bundesliga die stabilste im Report aufgeführte Spielklasse.
FC Bayern verzeichnet herausragenden Wert
Einen echten Spitzenwert erzielt dabei der FC Bayern. Die Münchner kommen auf einen Durchschnitt von 3,3 Jahren und beweisen damit, dass Kontinuität ein wichtiges Gut in der Vereinsphilosophie ist. Dies haben Uli Hoeneß, Max Eberl und Co. mehrmals bestätigt und richten auch ihr Handeln danach aus, wie die abgelaufene Transferphase beweist.
Der FC Bayern bemüht sich um Spieler, die eine Ära prägen können und lassen ihre Stars auch in schwierigeren Karrierephasen nicht fallen. Jamal Musiala ist ein passendes Beispiel dafür. Hinzu kommt, dass die Münchner kein Verkäuferverein sind. Während Klubs wie RB Leipzig neugekaufte Talente wie Yan Diomande schon nach einem Jahr wieder verlieren, passiert derartiges den Münchnern nicht.
Manuel Neuer treibt Bayern-Schnitt nach oben
Der Spitzenwert geht allerdings auch ein Stück weit auf die Kappe von Manuel Neuer, der sich in seiner 15. Saison beim FC Bayern befindet und den Schnitt gewaltig nach oben treibt. Zuvor hatten Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger oder Franck Ribery ähnlich lange für den Rekordmeister gespielt. Der Bayern schafft auf diese Weise Identifikationsfiguren und kann sich gegen noch finanzstärkere Klubs zur Wehr setzen.
Andere europäische Klubs gehen einen ganz anderen Weg als der FC Bayern. Dies gilt insbesondere für die Premier-League-Klubs, die Jahr für Jahr massiv auf dem Transfermarkt investieren, ihre teuren Spieler aber oft genauso schnell wieder abgeben. Doch auch bei weniger erfolgreichen Klubs ist die Fluktuation teilweise gewaltig, weil die besten Spieler direkt weggekauft werden und wieder Ersatz her muss.
