Die Suche nach Verstärkungen lief für den 1. FC Köln lange schleppend, doch für die linke Abwehrseite schlugen die Geißböcke im Laufe des Sommertransferfensters gleich doppelt zu. Nachdem Gideon Mensah, der bei der WM noch mit Ghana im Einsatz war, ablösefrei aus Auxerre kam, lieh der Effzeh am Deadline Day mit Borna Sosa noch einen prominenten Namen von Crystal Palace.
Auch aufgrund der Tatsache, dass Mensah im Gegensatz zu Sosa immerhin Teile der Sommervorbereitung mit dem Team absolvieren konnte, hatte er die Nase in den ersten Spielen vorne. Bis zur Länderspielpause stand Mensah in allen fünf Pflichtspielen von Beginn an auf dem Feld.
Im Defensivbereich machte Mensah seine Sache sehr souverän, allerdings hätte vom 28-Jährigen im Spiel nach vorne noch etwas mehr kommen können. Das sah offensichtlich auch Trainer René Wagner so, der plötzlich auf Sosa setzt. Nachdem der Kroate vor der Länderspielpause gegen den HSV (1:2) erstmals eingewechselt wurde, stand er beim 2:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach in der Startelf. Da Sosa sogar durchspielen durfte, musste Mensah erstmals die vollen 90 Minuten auf der Bank verbringen.

Und genau das droht Mensah auch in den kommenden Wochen. Das ließ René Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt (Freitag, 20:30 Uhr) durchblicken.
Enges Rennen: Sosa hat "einen Millimeter Vorsprung"
"Wir haben uns da viele Gedanken gemacht, es war vor Gladbach eine enge Entscheidung. Die Faktoren können sich je nach Gegner verändern. Es ist ein sehr spannendes Rennen. Borna hat nach Gladbach jetzt vielleicht einen Millimeter Vorsprung, aber das kann sich jederzeit wieder ändern. Beide geben Vollgas im Training und machen es mir echt schwer, eine Entscheidung zu treffen", sagte Wagner am Mittwoch.
Während Mensah in der langen Länderspielperiode wieder mit seiner Nationalmannschaft unterwegs war, konnte Sosa die Zeit am Geißbockheim nutzen, um sich zu empfehlen. "Borna hatte super drei Wochen und hat es sich verdient, zu starten. Trainingsleistungen muss man belohnen", betonte Wagner nach dem Sieg gegen Gladbach (via Geissblog).
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Vor allem seine Fähigkeiten mit dem Ball am Fuß scheinen Wagner überzeugt zu haben. Kein Wunder, schließlich machte sich Sosa noch zu seiner Zeit beim VfB Stuttgart als einer der besten Standardschützen der Bundesliga einen Namen. "Borna hat eine andere Dynamik, gibt uns andere Lösungen mit dem Ball. Wir wollten von Anfang an aggressiv nach vorne spielen. Die Idee war, mit ihm nach Standards gefährlich zu werden", erklärte der Trainer.
Auch wenn Sosa im Defensivverhalten einige Probleme mit seinem Gegenspieler Joe Scally hatte, bescheinigte ihm Wagner eine "gute Leistung". Es bliebe aber abzuwarten, wie er am Freitag mit dem flinken Ritsu Doan zurechtkommen würde, der sehr wahrscheinlich wieder über die rechte Seite der Frankfurter für Gefahr sorgen wird. Es sei denn, Wagner entscheidet sich für mehr Stabilität und setzt doch wieder auf Mensah.
Mensah und Sosa sorgen für Luxusproblem: Sollte Wagner seine Wahl an den Gegner anpassen?
Grundsätzlich sollte es Wagner vom Gegner abhängig machen, welchen Spieler er auf der Linksverteidigerposition aufstellt. War Sosa gegen Gladbach die sinnvollere Wahl, dürften gegen Frankfurt wohl wieder die defensiven Fähigkeiten gefragt sein, weshalb Mensah für dieses Spiel mehr Argumente auf seiner Seite hätte.
In den darauffolgenden drei Spielen gegen Schalke und Union Berlin (im Pokal und in der Liga), wo wieder mehr Offensivqualitäten gefragt sein werden, könnte Wagner dann wieder auf Sosa setzen. Allerdings gehört zur Wahrheit auch dazu, dass zu häufige Wechsel auf dieser Position das Team durcheinanderbringen könnten. Im Sinne der Eingespieltheit wäre es also auch vertretbar, wenn sich Wagner zunächst auf einen seiner beiden Linksverteidiger festlegt. Dann hätte für die kommenden Wochen wohl Sosa die Nase vorn.
Klar ist aber auch: Diese Thematik fällt in die seltene Kölner Kategorie "Luxusproblem", die Wagner wohl gerne auch auf anderen Positionen hätte.
