Am Dienstag war es dann auch ganz offiziell: Borussia Mönchengladbach hat die Verpflichtung von Alexander Blessin als neuen Cheftrainer verkündet. Einen Tag später stellte sich der 53-Jährige auf einer Pressekonferenz offiziell vor.
Blessins Botschaft war klar: Schnell aus der aktuell äußerst misslichen Lager herauskommen. Gelingen soll das mit defensiver Stabilität durch große Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit. Blessin und Sportchef Rouven Schröder geht es aber nicht nur um schnelle Ergebnisse. Der neue Borussen-Coach soll die Mannschaft auch weiterentwickeln – und kein Feuerwehrmann sein.
"Ich will aus der scheiß Zeit eine gute Zeit machen. Und ich sehe die Mannschaft so, dass man da mehr rauskitzeln kann. Sie hat das Potenzial", betonte Blessin.
Dafür müsse man aber auch schnellstmöglich "aus der Opferrolle raus", so Blessin weiter, für den sein VfL-Debüt ausgerechnet im Derby in Köln steigen wird. Bis zum 11. Oktober ist allerdings noch etwas Zeit. Der Plan bis zum Duell gegen den Rhein-Rivalen steht auch schon fest.
Erst Test beim Ex-Klub – dann kurze Pause
Am heutigen Donnerstagabend steht zunächst ein Testspiel gegen Regionalligist Sportfreunde Siegen an (18:30 Uhr). Für Blessin ebenfalls ein besonderes Duell: Zwischen 2006 und 2008 war er als Spieler in Siegen aktiv.
An alter Wirkungsstätte will sich Blessin aber noch zurückhalten und mehr in der Beobachterrolle sein. Interimscoach Jan-Moritz Lichte soll das Team in Siegen hauptsächlich betreuen. Nach dem ersten Eindruck wird es dann einige Tage frei geben – ehe kommende Woche die ersten Trainingseinheiten mit dem neuen Chefcoach steigen.
Ab dann soll es "schweißtreibend und hart" werden, kündigte Blessin auf der PK am Mittwoch an. Am ursprünglichen Plan mit den freien Tagen nach dem Siegen-Spiel wollte Blessin nicht rütteln. "Es ist immer die Frage, ob man nicht möglichst schnell auf dem Platz arbeiten sollte. Gleichzeitig ist es mir sehr wichtig, dass die Mannschaft einen freien Kopf bekommt. Auf sie ist zuletzt viel eingeprasselt", erklärte er dazu.
Lanwehr verstärkt Trainerteam

Wenn es dann an die Arbeit auf dem Platz geht, wird Blessin neue Unterstützung erhalten. Niklas Lanwehr wird das Trainerteam verstärken. Mit dem 35-Jährigen hatte Blessin schon beim FC St. Pauli zusammengearbeitet. Dort war Lanwehr als Spielanalyst tätig – unter Blessin saß er mit dem Headset bei den Spielen auf der Bank, um die Beobachtungen der Analysten auf der Tribüne weiterzugeben. Eine Rolle, die unter Polanski von Lichte ausgefüllt wurde.
Wie die Aufgabenverteilung unter Blessin ist, bleibt derweil noch abzuwarten. Lanwehr wird jedenfalls den Platz im Trainerteam einnehmen, der durch Polanski-Co Tobias Trulsen frei wurde.
Lanwehr hatte St. Pauli Anfang September auf eigenen Wunsch verlassen. Vor der Zusammenarbeit mit Blessin bei den Kiezkickern war er unter anderem Co-Trainer von Danny Röhl in Sheffield und Analyst bei Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld.
Kleindienst bleibt Kapitän

Eine andere wichtige Entscheidung hat Blessin auch schon getroffen. Tim Kleindienst bleibt Kapitän der Fohlenelf. Der Stürmer-Routinier war nach seiner "Tiktok-Kritik" an den Teamkollegen und seiner Gelb-Roten Karte in Freiburg in die Kritik geraten. Einige hatten sogar seine Absetzung als Spielführer gefordert.
Blessin sieht das offenbar anders: "Mit Tim muss ich mich natürlich erst noch etwas beschnuppern, aber es gibt überhaupt keinen Grund, jetzt etwas zu verändern."
