Diese Verschiebung kommt für Borussia Mönchengladbach goldrichtig! Ganze sechs Bundesligaspiele zwischen dem 9. Januar und dem 6. Februar 2027 hätten für die Fohlen zu einer personellen Zerreißprobe werden können. Aus dem Kader kam ein Sextett für die Teilnahme am Asien-Cup infrage, darunter mehrere wichtige Leistungsträger. Doch nun haben sich die Sorgen überraschend in Luft aufgelöst - zumindest vorerst.
Denn die für Anfang 2027 geplante Asienmeisterschaft in Saudi-Arabien wird um fast ein Jahr verschoben. Wie der asiatische Fußballverband AFC am Dienstag offiziell mitteilte, soll das Turnier statt vom 7. Januar bis zum 5. Februar 2027 nun vom 23. Dezember 2027 bis zum 21. Januar 2028 stattfinden.
Hintergrund ist die angespannte Sicherheitslage in der Region. Insbesondere die anhaltenden Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien haben erhebliche Bedenken ausgelöst. Die AFC begründete die Entscheidung mit außergewöhnlichen Umständen sowie logistischen Schwierigkeiten und Einschränkungen im Reiseverkehr. Der neue Termin muss noch von der FIFA genehmigt werden, Saudi-Arabien bleibt als Gastgeber vorgesehen.
Mit diesen sechs Gladbach-Profis kann Blessin nun planen
Für die Borussia ist die Verschiebung eine extrem gute Nachricht. Am schwersten hätte die Fohlen wohl ein Ausfall von Kevin Diks getroffen. Der Innenverteidiger ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Gladbacher Defensive, sondern auch wichtige Stütze und zeitweiliger Kapitän der indonesischen Nationalmannschaft. Seine Teilnahme am Turnier galt deshalb als äußerst wahrscheinlich.

Diks hatte seine Absicht bereits Ende September gegenüber der Rheinischen Post deutlich gemacht. "Für Indonesien ist der Asien-Cup eine sehr große Sache", hatte er betont. Dass er deshalb einige Vereinsspiele verpassen könnte, war ihm bewusst, er hoffte dabei auf das Verständnis der Borussia.
Auch Ko Itakura wäre als etablierter japanischer Nationalspieler ein heißer Kandidat für die Asienmeisterschaft gewesen. Nach Informationen der Rheinischen Post hatte der Rückkehrer den Gladbacher Verantwortlichen allerdings bereits im August signalisiert, zugunsten seines Vereins auf das Turnier verzichten zu wollen. Über das drohende Personalproblem in der Innenverteidigung und Itakuras möglichen Verzicht hatte 90min bereits berichtet.

Bei den übrigen vier Profis war eine Nominierung zwar gut möglich, aber weniger sicher. Daiki Hashioka gehört zu den erfahrenen japanischen Nationalspielern, ist im Aufgebot allerdings nicht fest etabliert. Der Rechtsverteidiger hat sich bei Gladbach zuletzt einen wichtigen Platz erarbeitet.
Shuto Machino durfte sich ebenfalls Hoffnungen machen. Der Angreifer gehörte bereits zum japanischen Aufgebot bei der WM 2026 und kam dort auch zum Einsatz. Nach seinem zuletzt wieder gestiegenen Stellenwert bei der Borussia wäre eine erneute Berufung durchaus denkbar gewesen.
Jens Castrop nahm mit Südkorea ebenfalls an der vergangenen Weltmeisterschaft teil. Nach seiner Schulteroperation im Sommer und der monatelangen Verletzungspause feierte der Mittelfeldspieler gegen Paderborn allerdings erst kürzlich sein Comeback. Eine Asien-Cup-Nominierung hätte somit auch von seiner weiteren sportlichen Entwicklung abgehangen.

Als größter Außenseiter galt Zento Uno. Der 22-Jährige sammelte zwar bereits erste Erfahrungen in der japanischen A-Nationalmannschaft, gehört aber bislang nicht zum festen Stamm. Unter Gladbach-Trainer Alexander Blessin stand er zuletzt immerhin mehrfach in der Startelf.
Diese Klubs profitieren ebenfalls
Nicht nur Gladbach dürfte die Terminverschiebung die Personalplanung erleichtern. Auch mehrere andere Bundesligisten können im Januar nun auf mögliche Asien-Cup-Fahrer zurückgreifen. Beim FC Bayern betrifft das vor allem den südkoreanischen Innenverteidiger Min-jae Kim sowie den Japaner Hiroki Ito. Eintracht Frankfurt muss keine zwischenzeitlichen Ausfälle der Japaner Ritsu Doan und Keita Kosugi aufgrund des Turniers befürchten.
Auch der SC Freiburg profitiert von der Verlegung. Mit Yuito Suzuki, Rihito Yamamoto und Keisuke Goto stehen gleich drei japanische Profis im Kader der Breisgauer. Beim 1. FSV Mainz 05 drohten mit den Nationalspielern Kaishu Sano und Jae-sung Lee ebenfalls wichtige Kräfte wegzufallen. Schalke 04 hätte möglicherweise auf die Asiaten Hee-chan Hwang und Satoshi Tanaka verzichten müssen. Auch Union Berlin mit Woo-yeong Jeong gehört zu den potenziellen Profiteuren.
Für alle Beteiligten gilt allerdings: Das Problem ist nicht endgültig gelöst, sondern lediglich verschoben. Ende 2027 könnte die Frage nach den Abstellungen erneut aufkommen. Bis dahin ist allerdings noch völlig offen, welche Spieler dann überhaupt noch bei ihren jetzigen Vereinen unter Vertrag stehen und für das Turnier nominiert werden.
