Die Verletzung von Nico Schlotterbeck ist nicht nur für die Nationalmannschaft, sondern vor allem für Borussia Dortmund eine ganz bittere Nachricht. Der Innenverteidiger zählt schließlich zu den wichtigsten Figuren beim BVB und kann keineswegs 1:1 ersetzt werden. Dementsprechend steht nun auch Dortmund-Coach Niko Kovac vor einer Herausforderung. Joane Gadou und Waldemar Anton dürften als rechter und zentraler Innenverteidiger gesetzt sein. Fehlt noch ein Spieler, der den linken Innenverteidiger geben kann.
Der Blick in den Kader verrät, dass es keineswegs einfach wird, den Ausfall von Schlotterbeck zu kompensieren. Über jeden Zweifel erhaben sind die möglichen Alternativen jedenfalls nicht.
Wir werfen einen Blick auf die möglichen Kandidaten:
5. Filippo Mane
Filippo Mane war zwar in der letzten Saison in der Hierarchie noch hinter Luca Reggiani, hat aber in der Sommer-Vorbereitung auf sich aufmerksam gemacht und ist womöglich an seinem Landsmann vorbeigezogen. Unglücklicherweise zog sich Mane jedoch eine Muskelverletzung zu und schuftet seitdem für sein Comeback. Noch ist unklar, wann Mane genau zurückkommen kann. Fürs Erste wird er demnach kein Thema sein, jedoch könnte sich das im Laufe der Wochen ändern. Inwiefern er dann zum möglichen Schlotterbeck-Ersatz aufsteigen könnte, hängt auch davon ab, wie lange der deutsche Nationalspieler ausfällt.
4. Kauã Prates
Der erst 18 Jahre alte Brasilianer wechselte in diesem Sommer zum BVB und benötigt sicherlich noch ein wenig Zeit, um sich an die Bundesliga gewöhnen zu können. Immerhin durfte Prates jedoch schon drei Pflichtspiel-Einsätze bestreiten, was zeigt, dass er nicht so weit weg ist. Der Youngster ist eigentlich auf der Linksverteidiger-Position zu Hause, könnte aber aufgrund seiner starken Physis auch links in der Innenverteidigung spielen. Stellt sich nur die Frage, ob Kovac ihm jetzt schon eine so wichtige Rolle zutraut. Zuletzt stand er gegen den VfB Stuttgart nicht im Kader, was eher nicht dafür spricht, dass wir ihn demnächst in der Startformation sehen. Der BVB-Coach könnte ihm damit auch überfordern. Prates soll vorsichtig aufgebaut werden.
3. Luca Reggiani
Luca Reggiani ist zwar auch erst 18 Jahre alt, hat aber schon wesentlich mehr Erfahrung im BVB-Trikot sammeln dürfen als Prates. Der junge Italiener gilt als großes Talent, selbst wenn er in dieser Saison noch nicht auf viel Spielzeit kam. Um Reggiani gab es im Sommer Wechselgerüchte, was sich womöglich nicht so gut auf seine Chancen ausgewirkt hat. Grundsätzlich ist er dennoch perspektivisch ein sehr spannender Spieler und auch einer, auf den man sich jetzt schon verlassen könnte. Dies hat er in der vergangenen Saison gezeigt. Der 1,94 Meter große Innenverteidiger ist allerdings ein Rechtsfuß und wäre demnach nicht unbedingt der passende Spieler für die frei gewordene Position. Bedenkt man, dass auch Anton und Gadou das nicht sind, wird es für Reggiani eher schwierig.
2. Daniel Svensson
Ähnlich wie Prates ist Daniel Svensson eigentlich auf der linken Außenbahn zuhause. Doch als Schlotterbeck zum Saisonstart fehlte, wurde der Schwede auch schon in der Dreierkette aufgeboten – gegen den HSV und Villarreal war das der Fall. Das ist zwar nicht seine Paradeposition, doch zumindest könnte er als Linksfuß den Spielaufbau etwas besser ankurbeln. Nicht die optimale Lösung, aber zumindest eine, die man definitiv in Erwägung ziehen sollte.
1. Ramy Bensebaini
Ramy Bensebaini wäre mit seiner Erfahrung die logische Alternative. Der Algerier wäre grundsätzlich als Linksfuß bestens für die Position geeignet. Aufgrund einer Rippenverletzung hat Bensebaini in diesem Sommer aber noch nicht sonderlich viel Spielzeit abgegriffen und zudem im Supercup gegen die Bayern mit seinem Platzverweis einen unglücklichen Eindruck hinterlassen. Der 31-Jährige ist ein unbequemer Gegenspieler, kann aber auch für die eigene Mannschaft zu Problem werden, weil er gerne am Rande eines Platzverweises agiert und Fouls in Strafraumnähe oder im Strafraum selbst begeht. Demnach darf sich Bensebaini seiner Sache nicht zu 100 Prozent sicher sein.
Fazit:
Der Schlotterbeck-Ausfall schmerzt enorm. Die Alternativen haben entweder nicht die nötige Erfahrung, nicht die nötige Qualität/Verfassung oder sind auf der Position nicht richtig aufgehoben. Demnach steht der BVB vor einer Herkules-Aufgabe, wenn es darum geht, die Tabellenspitze zu verteidigen. Elementar wichtig wäre es für die Dortmunder, dass Schlotterbeck bis zum Top-Spiel gegen die Bayern wieder fit wird. Die Borussen gastieren am 31. Oktober in der Münchner Allianz Arena. Zunächst steht am 9. Oktober ein Heimspiel gegen Werder Bremen an.
