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Schalke: So deutlich und gefährlich ist die Offensivschwäche

Schalke kann die wenigen Gegentore nicht in wichtige Punktgewinne umwandeln – wegen einer bislang viel zu harmlosen Offensive. Das unterstreichen auch verschiedene Statistiken.
VonYannik Möller
Miron Muslic muss die Offensivbemühungen seiner Mannschaft verbessern
Miron Muslic muss die Offensivbemühungen seiner Mannschaft verbessern | Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages

Keine andere Mannschaft in der Bundesliga hat bislang so wenige Tore erzielt wie der FC Schalke. Mit lediglich vier Treffern ist der Aufsteiger in dieser Hinsicht das Schlusslicht der Liga. Gleichzeitig mussten aber auch erst sieben Gegentore hingenommen werden, was insbesondere für einen Neu-Erstligisten eine sehr gute Ausbeute nach sechs Spieltagen ist.

Dennoch ist das Problem offensichtlich: Der S04 schafft es bisher zu selten, aus der guten Defensive auch Profit zu schlagen. Nur gegen den FC Augsburg am ersten Spieltag und somit ein einziges Mal mussten gleich drei Gegentore hingenommen werden, auch nur einmal waren es zwei Gegentreffer.

So würden zumeist schon ein oder zwei eigene Treffer zu wichtigen Punktgewinnen führen, teilweise gar zu Siegen. Davon ist die Mannschaft von Miron Muslic aber weit entfernt.

Kaum Großchancen, wenige Torschüsse: Schalke läuft offensiv der Musik hinterher

Zwei Faktoren spielen eine besonders prominente Rolle. Zum einen geht es dabei um das Herausspielen von Torchancen an sich, zum anderen aber auch um die Chancenverwertung.

Sämtliche Statistik-Portale wie etwa Understat und FootyStats sind sich im Ergebnis einig: Schalke erspielt sich vergleichsweise wenige oder nicht nennenswert gute Torchancen, und nutzt diese dann auch nicht effektiv aus. Zwei oder gar drei Tore mehr hätte Königsblau eigentlich schon haben müssen, rechnerisch vom sogenannten 'expected Goals'-Wert ausgehend.

Werte, die aber eben auch von einzelnen Spielen deutlicher beeinflusst werden. Laut Sofascore spielte sich die Muslic-Truppe alleine gegen Union Berlin (3:1-Sieg) einen xG-Wert von 2,52 heraus. Oft genug reicht ein solcher Wert eben nicht nur für die drei tatsächlich erzielten Tore aus, sondern gar für vier oder fünf sehr effiziente Treffer. Aufgrund der erst sechs Spieltage sind die kummulierten xG-Werte also noch nicht allzu aussagekräftig.

Miron Muslic
Schalke muss sich in der Offensive wieder steigern | Lars Baron/GettyImages

Allerdings sprechen auch einfache Zahlen wie die der Großchancen eine deutliche Sprache. Gegen Mainz gab es nur eine, gegen den SC Freiburg trotz des Treffers von Kenan Karaman (der abgefälschte Schuss von Adrian Gantenbein) soweit keine einzige. Gegen die SV Elversberg wurde ebenfalls nur eine Großchance registriert, gegen den FC Bayern natürlich wiederum keine.

Noch deutlicher: In der einfach zusammengerechneten Anzahl aller Torschüsse – also nichtmal nur die Großchancen – steht Schalke auf dem letzten Platz. Auf sechs Spieltage kommen nur 57 abgegebene Schüsse. Zum Vergleich: Mit Elversberg (64 - dafür weitaus effizienter und mehr klare Torchancen) und dem SC Paderborn (80 - dafür weniger Gesamt-xG) stehen die beiden Mitaufsteiger ebenfalls über dem S04.

Dzeko passt nicht zum Umschaltspiel, könnte aber gefährlicher sein – auch die Ballbesitzphasen ergeben noch zu wenig

Schalke ist einfach viel zu ungefährlich vor dem gegnerischen Tor. Darunter leidet beispielsweise auch ein Angreifer wie Edin Dzeko (90min berichtete). Der Routinier könnte noch immer eine große Torgefahr ausstrahlen, insofern er denn richtig in Szene gesetzt wird.

Muslic setzt aber vorrangig auf das Umschaltspiel – das bislang viel zu selten bis zum oder in den Strafraum führt. Und auch in Ballbesitzphasen hapert es noch spürbar im Zusammenspiel. Das wurde vor allem in der halbstündigen Überzahl in Freiburg deutlich, die keineswegs in Torgefahr umgemünzt werden konnte.

Insgesamt braucht es keine allzu große Steigerung. Schalke muss nicht zu den Spitzenteams der Liga nach Offensivaktionen gehören – aber sich zumindest soweit verbessern, dass die gute Defensive besser ausgenutzt werden kann.


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