Das unrühmliche Aus von Cristiano Ronaldo bei der portugiesischen Nationalmannschaft scheint besiegelt. Der Superstar, der die Portugiesen zum bisher einzigen EM-Titel der Verbandsgeschichte geführt hat und über zwei Dekaden das Gesicht der Fußballnation war, will nach dem Eklat mit Nationaltrainer Jorge Jesus offenbar nicht mehr für Portugal auflaufen - lässt sich aber noch ein kleines Hintertürchen offen. Das berichtet der portugiesische Journalist Rui Santos bei CNN Portugal.
Demnach soll Ronaldo vor allem die jüngsten öffentlichen Aussagen von Jesus überhaupt nicht gut aufgenommen haben. Ronaldo sei "von deren Inhalt sehr negativ beeindruckt" gewesen, erklärte Santos: "Außerdem soll er geäußert haben, dass er nicht zur Nationalmannschaft zurückkehren wird, zumindest solange Jorge Jesus die Nationalmannschaft als Trainer führt."
Damit wäre Ronaldos Abschied zumindest unter dem aktuellen Nationaltrainer besiegelt. Eine endgültige Absage an weitere Länderspiele ist es allerdings nicht: Sollte Jesus seinen Posten räumen, ließe Ronaldos angebliche Haltung eine Rückkehr grundsätzlich zu.
Ronaldo soll Vertrauen in Jesus verloren haben
Nach Informationen von Santos soll Ronaldo insbesondere die Aussagen des Nationaltrainers verärgert haben. "Er war besonders empört über den Inhalt der Aussagen von Jorge Jesus", berichtete der CNN-Kommentator Rui Santos. Der fünfmalige Weltfußballer soll die Äußerungen des Trainers dabei nicht lediglich als unglückliche Wortwahl verstanden haben. Laut Santos habe Ronaldo angesichts der aus seiner Sicht bestehenden Widersprüche das Vertrauen zu seinem Ex-Coach bei Al-Nassr verloren.

Dabei dürfte es vor allem um die unterschiedlichen Signale von Jesus gegangen sein. Einerseits hatte der Nationaltrainer öffentlich die Tür für eine Rückkehr geöffnet, andererseits hatte er seine eigene Entscheidungsgewalt sehr deutlich unterstrichen. "Ich entschuldige mich bei niemandem. Ich bin nicht hier, um mich zu entschuldigen. Ich entscheide über die Nominierungen", hatte Jesus nach dem ersten Aufkommen der Personaldebatte um Ronaldo erklärt.
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Jesus hatte Ronaldo nach dem 2:1-Sieg gegen Norwegen, bei dem Ronaldo trotz einer 30-minütigen Warm-ups nicht eingewechselt wurde, eigentlich noch die Tür für eine schnelle Rückkehr geöffnet. Der 72-Jährige hatte erklärt, dass CR7 bei der nächsten Nominierung wieder ein Kandidat für den Kader sei, sofern er bei Al-Nassr spiele. "Die Entscheidung liegt bei Cris", hatte Jesus betont.

Der Superstar hatte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits aus der Nationalmannschaft zurückgezogen und zugleich angekündigt, sich noch zu den wahren Gründen für diesen Schritt äußern zu wollen. Ein offizielles Karriereende im Nationalteam hatte der 41-Jährige dabei nicht erklärt. Doch nun scheint es darauf hinauszulaufen - sofern Verbandspräsident Pedro Proenca an Jesus festhält. Und bisher gibt es sportlich keinen Anlass, das nicht zu tun. Die Portugiesen gewannen alle vier Nations-League-Spiele nach der WM und führen ihre Gruppe souverän an.
