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CR7 spricht: Heftige Vorwürfe gegen Portugal-Trainer – und eine Zukunfts-Entscheidung

Cristiano Ronaldo hat sich ausführlich zu den Vorkommnissen bei der Selecao geäußert und dabei heftige Kritik an Trainer Jorge Jesus geübt. Eine Entscheidung zu seiner Nationalmannschafts-Karriere hat er auch getroffen.
VonSimon Zimmermann
Cristiano Ronaldo hat sich zu Wort gemeldet
Cristiano Ronaldo hat sich zu Wort gemeldet | Octavio Passos/GettyImages

"Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit über die Gründe für meinen Abschied von der Nationalmannschaft sagen", hatte Cristiano Ronaldo nach seiner Flucht von der Selecao erklärt.

Knapp eine Woche später war es soweit: Der 41-Jährige veröffentlichte ein XXL-Statement mit über 1.700 Wörtern über seine sozialen Kanäle und sprach dabei ausführlich über die Vorkommnisse, die zu seiner vorzeitigen Abreise von den Länderspielen geführt hatten.

Zuvor hatte der portugiesische Journalist Rui Santos bei CNN Portugal berichtet, CR7 wolle nie mehr für Portugal auflaufen – zumindest, solange Jorge Jesus der Trainer ist (90min berichtete).

"Die absolute Wahrheit"

Mit diesen Spekulationen räumte Ronaldo in seinem Statement auf. Vorweg: Er will von seiner Seite aus den bislang 234 Länderspielen noch weitere hinzufügen: "Wenn ich also körperlich fit bin, für meinen Verein spiele – und hoffentlich Tore schieße –, nachdem ich die mir auferlegte Sperre abgesessen habe, werde ich, wie ich es bisher immer war, zur Verfügung stehen, um für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen. Das ist, glaubt mir, die absolute Wahrheit."

Ronaldo wollte nach der WM eigentlich aufhören

In seinem offenen Brief führte Ronaldo zuvor aus, dass er nach der WM 2026 eigentlich aus der Nationalmannschaft zurücktreten wollte. Die Verbandsbosse und auch der neue Trainer Jesus, unter dem Ronaldo schon bei Al-Nassr spielte, hatten ihn aber gebeten, weiterzumachen.

Unter Jesus spiele er weiterhin eine wichtige Rolle in der Selecao, soll es zu CR7 geheißen haben. Ohnehin hatte Ronaldo dem Verband eine Anstellung des 72-Jährigen empfohlen. "Ich habe dem Präsidenten gesagt, dass das in meiner Meinung die richtige Wahl wäre", schreibt Ronaldo.

Für die nun abgelaufene Länderspielperiode habe es mit Jesus genaue Absprachen gegeben. Demnach sollte Ronaldo nur das erste und das letzte von vier Partien absolvieren. Aufgrund von Belastungssteuerung wollte Jesus bei den beiden Auswärtspartien auf CR7 verzichten. Er habe sogar vorgeschlagen, dass Ronaldo nicht mit der Mannschaft mitreist und sich stattdessen in Portugal erholt. Als Kapitän habe CR7 das aber abgelehnt: "Ich konnte die Mannschaft nicht als Kapitän vertreten und gleichzeitig zu Hause bleiben."

Jesus' doppelter Wortbruch

Der Bruch zwischen Superstar und Trainer sei dann beim Auswärtsspiel in Norwegen erfolgt. Vor der Partie hatte Jesus Ronaldo gebeten, doch für rund 30 Minuten zur Verfügung zu stehen. Am Ende lief sich der 41-Jährige zwar eine komplette Halbzeit warm, wurde aber nicht eingewechselt. Ronaldo staubte wütend in die Kabine ab, ohne sich bei den mitgereisten Fans zu bedanken. Der 41-Jährige entschuldigte sich nun für dieses Verhalten.

Im Fokus stand aber Jesus' Plan Ronaldo rund eine halbe Stunde einzusetzen: "Der Trainer hat sein Wort gebrochen", warf CR7 vor. Deshalb habe es im Anschluss ein Krisengespräch gegeben, bei dem auch Al-Nassr-Sportdirektor Simao Coutinho anwesend war. Jesus räumte dort seinen Fehler ein und wollte sich auf der Pressekonferenz vor dem Dänemark-Spiel öffentlich entschuldigen.

Dabei sollte er folgende Punkte erklären:

  • Ronaldo habe niemals Einsatzzeiten gefordert
  • Der Plan sei von Jesus selbst vorgeschlagen worden
  • Es sei ein Fehler, eine Legende wie CR7 eine Halbzeit lang warmlaufen zu lassen, ohne ihn dann einzusetzen
  • Er plane weiterhin mit Ronaldo als wichtige Figur in der Selecao

Tatsächlich gab sich Jesus auf der PK aber hart und erwähnte keinen dieser Punkte. "Es war das zweite Mal, dass mir das gegebene Wort gebrochen wurde", so Ronaldo. Der daraufhin das Fass zum Überlaufen gekommen sah und flüchtete.

CR7 entschuldigt sich

Er selbst sieht auch das im Nachhinein als Fehler an. "Ich bin nicht irgendein Spieler. Ich bin der Kapitän. Deshalb wiegt mein Fehler sogar schwerer", schriebt CR7.

Er wolle daher auch eine Art Suspendierung akzeptieren und im Anschluss wieder für Portugal auflaufen: "Nachdem ich die mir auferlegte Sperre abgesessen habe, werde ich, wie ich es bisher immer war, zur Verfügung stehen, um für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen."

Ob das tatsächlich passiert, bleibt aber abzuwarten. Jesus hatte sich weiterhin uneinsichtig gezeigt und will keinerlei Fehler eingestehen. Ob das Verhältnis zu seinem Superstar noch zu kitten ist, dürfte zumindest fraglich sein. Schließlich hat Ronaldo ihm zweimal Wortbruch vorgeworfen.

Immerhin hatte Jesus aber auch erklärt, dass die Entscheidung bei Ronaldo liege. Und der hat schließlich nun erklärt, dass er weitermachen möchte.

Cristiano Ronaldos Statement im Wortlaut

CR7 hat 1.740 Worte benutzt, um seine Situation in der Selecao zu erklären. Hier ist das komplette Statement im Wortlaut, das ursprünglich auf Englisch verfasst wurde:

"Wie versprochen habe ich mich entschlossen, in der Ich-Form und auf eine unumständliche Art und Weise die Umstände rund um das letzte Trainingslager der Nationalmannschaft zu schildern.

Nach der Weltmeisterschaft 2026 habe ich einen Brief an das portugiesische Volk verfasst – den ich immer noch aufbewahre –, in dem die Worte stehen, die ich ihnen mitgeben möchte, wenn ich unsere Mannschaft endgültig verlasse.

Am Ende des Turniers, noch während des Rückflugs aus den Vereinigten Staaten, bat mich der Verbandspräsident – und bestand darauf –, meine Entscheidung zum Rücktritt noch einmal zu überdenken, da der FPF wollte, dass ich weitermache. Ich antwortete dem Verbandspräsidenten, dass dies meiner Meinung nach die richtige Wahl wäre.

Als also der derzeitige Cheftrainer vorgestellt wurde, war ich wirklich zufrieden mit dieser Wahl. Es war die richtige Entscheidung, wie die Ergebnisse gezeigt haben. Ein paar Tage später erhielt ich eine erste Nachricht vom neuen Nationaltrainer, in der er mir mitteilte, dass er sich gerne persönlich mit mir treffen würde. Ich stimmte zu, und wir vereinbarten ein Treffen für das Ende meines Urlaubs.

Wir trafen uns in der Trainingsstätte, wo mein Verein sein Trainingslager zur Saisonvorbereitung abhielt. Der Trainer sagte mir an diesem Tag, dass er auf mich zähle und dass meine Anwesenheit für sein Projekt unverzichtbar sei.

Er legte mir sofort einen Plan für meine Rolle in der Mannschaft vor. Er sagte mir, ich würde im ersten und im letzten Spiel zum Einsatz kommen und dass er aus Gründen des Konditionsmanagements immer drei bis vier Auswechslungen pro Spiel vornehmen würde.

An dieser Stelle sprach er die Möglichkeit an, dass ich möglicherweise nicht mit der Nationalmannschaft nach Norwegen und Dänemark reisen würde. Er schlug vor, dass ich im ersten Spiel spielen und in Portugal bleiben sollte, um mich dann vor dem Spiel im Dragao wieder der Mannschaft anzuschließen.

Ich habe diesen Vorschlag sofort abgelehnt. Für mich war klar, dass ich das nicht akzeptieren konnte. Nur weil ich die Auswärtsspiele nicht bestreiten würde, hieß das noch lange nicht, dass ich nicht mehr Kapitän unserer Mannschaft sein würde. Dieses Privileg, in Portugal zu bleiben, wäre kein gutes Vorbild gewesen.

Der Cheftrainer stimmte meiner Einschätzung letztendlich zu. An diesem Gespräch nahm Simao Coutinho teil, der Sportdirektor von Al-Nassr – derjenige, dem der derzeitige Cheftrainer während der gesamten letzten Saison unterstellt war und der zu den Verantwortlichen für seine Verpflichtung durch den Verein im Jahr 2025 gehörte.

Am Vorabend des Trainingslagers kam der Cheftrainer auf seinen Wunsch hin zu mir nach Hause nach Lissabon, um ein weiteres Gespräch mit mir zu führen. Das Gespräch verlief ruhig, und alle im August vereinbarten Grundsätze wurden eingehalten.

Ich habe im Spiel in Alvalade gespielt, und obwohl ich ausgewechselt wurde, habe ich kein Fass aufgemacht. Ich habe Bruno Fernandes die Kapitänsbinde selbst umgelegt, ohne zu ahnen, dass dies vielleicht meine letzten Schritte als Spieler und Kapitän der Nationalmannschaft sein würden. Das Wichtigste an diesem Tag war für mich unser Sieg. Gewinnen ist immer gut; in Portugal und für mein Land zu gewinnen, ist noch besser.

Am Spieltag in Norwegen kam zur Mittagszeit ein Assistent des Cheftrainers an den Tisch, an dem die Mannschaft zu Mittag aß, und sagte mir, dass der Cheftrainer mit mir sprechen wolle. Zu meiner völligen Überraschung fragte mich der Cheftrainer, ob ich bereit wäre, 30 Minuten zu spielen. Ich hatte mich voll und ganz auf meine körperliche Erholung konzentriert, kam wie immer gut mit meinen Mannschaftskameraden zurecht und ging davon aus, dass ich an diesem Tag nicht spielen würde. Kein Problem also.

Diese Anfrage lag etwas außerhalb meines Plans für die körperliche Genesung und das Training – da ich eigentlich erst am 4. in Dragao spielen sollte –, aber natürlich habe ich zugesagt. Er antwortete, ich solle bereit sein, da ich 30 Minuten spielen würde.

Den Rest kennt jeder. Ich habe mich nach der Halbzeit aufgewärmt, zugesehen, wie die Minuten vergingen, und wurde nicht eingewechselt. Der Trainer hatte sein Versprechen mir gegenüber gebrochen. Am Ende des Spiels wollte ich einfach nur, dass alles mit einem Sieg vorbei war und man mich in Ruhe ließ.

Ich bin nicht hinausgegangen, um die Fans zu begrüßen. Das war ein Fehler, für den ich allein verantwortlich bin, und das hätte nicht passieren dürfen. Ich entschuldige mich bei den portugiesischen Fans, die uns dort so leidenschaftlich unterstützt haben; ich entschuldige mich bei den Fans; und ich entschuldige mich bei denen, die zwar keine Portugiesen sind, aber vielleicht dorthin gereist sind, um mich zu sehen, und die ich möglicherweise enttäuscht habe.

Achtundvierzig Stunden später führten der Trainer, Simao Coutinho – da er derjenige gewesen war, der unsere Gespräche vom August weiterverfolgt hatte – und ich ein Gespräch. Es war ein tiefgreifender Moment, sehr direkt, ohne jeglichen Filter.

Wir waren uns einig, dass es nur einen Weg gab, diesem ‚Vorfall‘ ein Ende zu bereiten: Der Cheftrainer sollte das, was er mir gerade unter vier Augen gesagt hatte, in Anwesenheit von Simao Coutinho, und zwar im Presseraum, wiederholen.

Was wir vereinbart hatten, war einfach: Der Trainer würde die Pressekonferenz damit beginnen, auf dieses Thema einzugehen, und versuchen, die Angelegenheit durch die Wahrheit endgültig zu klären. Er würde sagen, dass ich nie darum gebeten hatte, auch nur eine Minute zu spielen, dass es der Trainer – und niemand sonst – gewesen sei, der den Plan für dieses Trainingslager vorgeschlagen hatte, dass es ein Fehler gewesen sei, mich aufwärmen zu lassen, nur um mich dann doch nicht spielen zu lassen, und dass er es nicht wieder tun würde, sollte so etwas noch einmal passieren.

Wir beendeten dieses Gespräch damit, dass der Cheftrainer mich um eine Umarmung bat und mir versprach, dass er bei der Pressekonferenz genau das sagen würde, was er mir gerade erzählt hatte, und dass die Angelegenheit nun hinter uns läge. Ich würde in Dänemark nicht spielen, aber im Spiel in Dragao zum Einsatz kommen. All dies fand die ganze Zeit über in Anwesenheit von Simao Coutinho statt.

Auf Wunsch des Trainers fand anschließend eine Videokonferenz zwischen ihm, Simao Coutinho und Tiago Craveiro statt, in der wir das Besprochene zusammenfassten.

Es wurde ein kurzes Dokument verfasst, das ich persönlich genehmigt habe und das mit meinem Wissen an den Trainer übergeben wurde, genau wie er es gewünscht hatte.

Die Pressekonferenz verlief, wie wir wissen: Sein Auftreten hatte nichts mit unserem Treffen zu tun; ich hörte Äußerungen und spürte eine Aggressivität, die ich meiner Meinung nach nicht verdiene – eine Haltung nach dem Motto ‚Ich will, ich kann und ich befehle‘, die er mir gegenüber am Vortag unter vier Augen nicht einmal ansatzweise gezeigt hatte.

Die von mir genehmigten Notizen lauteten wie folgt: ‚Ich halte es für wichtig – nicht zuletzt, weil es der Wahrheit entspricht –, einige Dinge zu klären, bevor wir über Dänemark sprechen:

  • 1. Ich selbst – und niemand sonst – habe Cristiano einen Plan für diese Fußballsaison mit der Nationalmannschaft vorgeschlagen. Es war ein langes und sehr gutes Gespräch.“
  • 2. Ich weiß, wie sehr er für die Nationalmannschaft lebt und sie liebt und welche Bedeutung sie weltweit hat – und vor allem, welchen Einfluss und welche positive Wirkung er seit 24 Jahren in Folge auf die Nationalmannschaft hat.
  • 3. Der Plan, den ich Cristiano vorgeschlagen habe, wurde angenommen.
  • 4. Er hat meine Entscheidungen nie in Frage gestellt. Er war vorbildlich, loyal und professionell.
  • 5. Der Plan, den ich für ihn ausgearbeitet hatte, sah das Spiel gegen Norwegen nicht vor. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass er sich körperlich vom ersten Spiel erholt hatte, also sagte ich ihm, dass ich ihn möglicherweise einsetzen müsse. Cristiano stimmte zu.
  • 6. Es war ein Fehler von mir, jemanden vom Kaliber eines Pelé oder Maradona aufwärmen zu lassen und ihn dann nicht ins Spiel zu bringen. Wenn es heute wäre, würde ich das nicht tun.“
  • 7. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich möchte, dass Cristiano in der Nationalmannschaft spielt. Tatsächlich möchte ich das nicht nur ein bisschen – ich möchte es sehr gerne. Glücklicherweise glaubt er auch an mich. Er hat bei Al Nassr an mich geglaubt, und er glaubt auch hier an mich.
  • 8. Was das Nichtbegrüßen der Fans angeht: Darüber haben wir bereits gesprochen. Jemand, der über 230 Länderspiele bestritten hat, braucht von mir keine Lektionen in Sachen Liebe zu Portugal. Es war ein Moment der Frustration, der nichts ungeschehen macht. Er ist der Spieler, der die meisten Autogramme gibt, die meisten Selfies macht und den Fans die größte Zuneigung entgegenbringt. Lasst uns keine Probleme schaffen, wo keine sind. Wenn wir unzufrieden sind, reagieren wir. Mehr steckt nicht dahinter.

Aus keiner dieser Notizen ging also hervor, dass sich der Cheftrainer überhaupt bei mir entschuldigt hatte. Das war bereits das zweite Mal, dass er sein Versprechen mir gegenüber gebrochen hatte.

Ich beschloss, das Trainingslager zu verlassen, ohne auf weitere gebrochene Versprechen zu warten. Für mich ist die Wahrheit nach wie vor das Wichtigste in zwischenmenschlichen Beziehungen. Egal, wie sehr es wehtut – ich möchte, dass die Menschen mir die Wahrheit sagen.

Tatsächlich habe ich in einem Gespräch, das ich am Morgen dieser Pressekonferenz mit dem Präsidenten des FPF und dem Trainer geführt habe – und das können Sie sicherlich bestätigen –, noch einmal betont, dass sie es mir einfach sagen sollten, wenn sie mich dort nicht haben wollten. Sie hätten nur ehrlich zu mir sein müssen. Ich hätte das akzeptiert und versprochen, dass wir gemeinsam etwas Schönes auf die Beine stellen würden – wovon ich immer noch träume –, und niemand wäre verärgert gewesen.

Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen. Sie antworteten einstimmig, dass mein Platz in der Nationalmannschaft sei. Zu keinem Zeitpunkt in meiner fast 25-jährigen Karriere habe ich mich in irgendeine technische oder taktische Entscheidung eines Trainers oder Nationalmannschaftsleiters eingemischt. Ich akzeptiere einfach – im Guten wie im Schlechten – was auch immer sie von mir verlangen. Ich respektiere die Entscheidung, und wenn sie ihr Wort brechen, habe ich das Gefühl, dass mein Platz nicht dort ist.

Ich schulde auch meinen Teamkollegen in der Nationalmannschaft eine Entschuldigung dafür, dass ich das Trainingslager verlassen habe. Trotz des völligen Vertrauensbruchs zum Cheftrainer – wie jeder, der diese Gespräche miterlebt hat, bezeugen kann – hätte ich das nicht tun sollen. Die Verantwortung liegt ganz bei mir.

Ich entschuldige mich noch einmal beim portugiesischen Volk, aber das Wort mir gegenüber gebrochen zu haben, hat für mich einschneidende Auswirkungen. Ich hatte das Gefühl, dass meine weitere Anwesenheit der Mannschaft von diesem Zeitpunkt an nur noch schaden würde, also tat ich das, was ich immer gesagt hatte, dass ich tun würde, wenn ich mich nicht mehr nützlich fühlen würde: Ich packte meine Koffer und ging.

Die Konsequenzen meines Handelns müssen vom portugiesischen Fußballverband bewertet und geahndet werden. Mir ist klar, dass es für diese Strafe keine mildernden Umstände geben darf. Ich bin nicht irgendein Spieler – ich bin der Mannschaftskapitän –, und das stellt einen erschwerenden Umstand dar. Ich habe mich bereits entschuldigt, aber ich weiß, dass Taten Konsequenzen haben müssen. Jeder, der wie ich im Fußball tätig ist, weiß, dass die Regeln unabhängig vom Status für alle gleich sind.

In diesem Zusammenhang habe ich viel über Abschiedsspiele gehört – dass ich einen würdigen Abschied verdiene und dass der Verband mir diese Gelegenheit geben möchte.

Ich habe im Leben gelernt – oft hungrig und ohne etwas zu essen –, dass niemand jemandem etwas schenkt. Ich kann all meinen Fans – und insbesondere dem gesamten portugiesischen Volk – versprechen, dass wir ein oder mehrere Abschiedsspiele bestreiten werden; dafür wird es Zeit geben.

Aber wenn ich an die Nationalmannschaft denke, kommt mir vor allem der Wettkampf in den Sinn. Das war es, woran ich dachte, als ich die Nachricht vom Tod meines Vaters erhielt.

Ich war mit unserer Nationalmannschaft im Trainingslager und beschloss sofort, bis zum Ende des Spiels am nächsten Tag zu bleiben. Das habe ich für mein Land getan – etwas, das ich für keinen Verein jemals tun würde.

Wenn ich also körperlich fit bin, für meinen Verein spiele – und hoffentlich Tore schieße –, nachdem ich die mir auferlegte Sperre abgesessen habe, werde ich, wie ich es bisher immer war, zur Verfügung stehen, um für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen. Das ist, glaubt mir, die absolute Wahrheit."

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