Das letzte Länderspiel von Niclas Füllkrug liegt schon einige Zeit zurück und datiert vom 8. Juni 2025, als der Mittelstürmer gegen Frankreich zum letzten Mal im DFB-Trikot zum Einsatz kam. Wenige Monate später war er beim Spiel gegen die Slowakei dann zum letzten Mal im deutschen Aufgebot dabei, allerdings ohne eingesetzt zu werden. Seitdem durchlief Füllkrug eine schwierige Karrierephase mit vielen verletzungsbedingten Rückschlägen und der großen Seuche vor dem Tor, wo dem Angreifer einfach nichts mehr gelingen wollte.
Weder bei West Ham United in England noch bei seiner Leihe zum italienischen Spitzenklub AC Mailand schaffte es der 24-fache deutsche Nationalspieler (14 Tore, Anm. d. Red.), das zu tun, wofür er geholt wurde: Tore schießen.
Der Mittelstürmer litt zunehmend unter dieser Last, was ihm in seinem Spiel deutlich anzumerken war. Das hat sich jedoch geändert, seit Füllkrugs aufsehenerregende Rückkehr zu Werder Bremen im Sommer über die Bühne ging. Umgehend kehrte das Lächeln ins Spiel des 33-Jährigen zurück – und mit ansteigender Torquote auch in die Gesichter der Bremer Fans.
Füllkrug hofft auf DFB-Comeback und ackert dafür
Kein Wunder also, dass sich auf beiden Seiten die Hoffnung auftut, dass der Sturmstar über seine Leihe hinaus an der Weser bleibt und wieder heimisch wird. Darüber hinaus hofft Niclas Füllkrug natürlich auch auf eine weitere Chance im deutschen Nationalteam unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp.

Mit bisher sechs Toren in den bisherigen Pflichtspielen der laufenden Saison stimmt zumindest die Ausbeute vor dem gegnerischen Tor wieder. Damit rückt Füllkrug als Mittelstürmer zumindest wieder ins Augenmerk der deutschen Nationalmannschaft. Doch der bullige Angreifer will sich offenbar keineswegs auf seiner Torstatistik ausruhen, um beim Bundestrainer zu punkten. Das zeigen ganz andere Statistiken der noch jungen Bundesligasaison.
Bremer Sturmtank liefert bemerkenswerte Bewerbung
Niclas Füllkrug fällt in Bremen auch durch seinen enormen Arbeitsaufwand auf. Ein Faktor, der im intensiven Klopp-Fußball durchaus noch eine Rolle spielen könnte. In der bisherigen Statistik nach fünf Spieltagen findet man Füllkrug im Bundesliga-Ranking der meisten gelaufenen Kilometer zwar erst auf Rang 71, unter den Mittelstürmern bedeutet das jedoch den viertbesten Wert nach Serhou Guirassy, Jonathan Burkardt und Phillip Tietz.
Auch bei den angesetzten Sprints geht der 33-Jährige Vollgas. Im Vergleich mit den möglichen Konkurrenten im deutschen Sturmzentrum hinkt Füllkrug nur Dzenan Pejcinovic, Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib etwas hinterher: Ganze 58 Sprints hat Fülle bisher bereits absolviert.
Auch bei intensiven Läufen ist Füllkrug im Vergleich mit deutschen Angreifern in den Top 5 dieser Statistik und hat nur geringfügig weniger intensive Läufe als seine Kontrahenten Dzenan Pejcinovic, Marvin Pieringer, Jonathan Burkardt und Phillip Tietz. Bisher kommt der Bremer Sturmtank hier auf 259 dieser Läufe.

Das zeigt, dass Niclas Füllkrug sich in Bremen von seiner besten Seite zeigen und Jürgen Klopp nachhaltig Argumente für einen Anruf liefern möchte. Das ist nicht unbedeutend, wenn man bedenkt, wie harmlos und blass das deutsche Sturmzentrum in den bisherigen vier Länderspielen unter Klopp blieb.
In Kombination mit seiner Torgefahr und Erfahrung könnten seine Arbeitsmoral und sein Engagement gegen den Ball für Niclas Füllkrug und die DFB-Auswahl am Ende Gold wert sein. Zudem sind seine klassischen Mittelstürmer-Attribute nicht außer Acht zu lassen. Füllkrug ist trotz seines hohen Laufaufwands immer wieder ein klarer Zielspieler im Zentrum und auch in der Luft eine echte Hausnummer. Mit bisher 20 gewonnenen Kopfballduellen hat der Bremer Stürmer derzeit den fünftbesten Wert aller Bundesligaspieler und ist bei den Mittelstürmern hier sogar auf Rang zwei hinter dem Mainzer Phillip Tietz.
Der 33-Jährige liefert also ein beeindruckendes Bewerbungsschreiben ab, ehe es im November zur nächsten Länderspielpause geht. Wenn der Bremer Angreifer seine Form hält und von Verletzungen verschont bleibt, dürfte Jürgen Klopp wohl kaum an einem Anruf beim Sturmtank von der Weser vorbeikommen.
