Nach dem 2:2 im Klassiker gegen Borussia Dortmund gibt es an der Säbener Straße zahlreiche Themen. Einen Tag vor dem Champions-League-Duell bei Atletico Madrid hat sich auch Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne dazu geäußert.
Weil mit Jamal Musiala, Luis Diaz, Serge Gnabry und Ismael Saibari nun vier Offensiv-Stars ausfallen, wurde darüber spekuliert, ob die Münchner nun doch auf dem Winter-Transfermarkt nachlegen müssen und wollen.
CEO Jan-Christian Dreesen hat nach dem Remis gegen den BVB schon angedeutet, dass es kein Umdenken geben wird. Laut Bild wollen die Bayern tatsächlich beim Credo bleiben, im Winter keine neuen Spieler verpflichten zu wollen (90min berichtete).
Bayern-Kader vor Winterpause wieder fitter
Für Rekordnationalspieler und Bayern-Legende Matthäus die richtige Entscheidung. "Bis zur Öffnung des Winter-Transferfensters sind die Verletzten aber wahrscheinlich wieder gesund", hielt der 65-Jährige fest.
"Wenn sich nicht noch weitere Spieler verletzen, sehe ich aktuell keinen Handlungsbedarf."Matthäus über Bayern-Transfers im Winter
Bei Saibiri könnte das Comeback zwar erst im neuen Jahr erfolgen, bei Diaz und Musiala dürfte es aber nicht allzu lange dauern. Laut Bild soll Diaz in rund vier Wochen wieder zur Verfügung stehen. Bei Gnabry wird es dagegen laut Max Eberl wohl bis Anfang 2027 dauern, ehe er wieder fit ist. "Wir erwarten, dass Serge bis Weihnachten ausfällt", so der Sportvorstand gegenüber Sky.
Sorgen macht auch Musiala. Auch Matthäus wundert sich über die lange Ausfalldauer und hat daher eine Vermutung: "Im September in Amsterdam war von einem Muskelfaserriss die Rede. Ich vermute, dass in der Zwischenzeit noch etwas passiert ist, ein Muskelfaserriss braucht keine sechs Wochen, um auszuheilen."

Januar-Transfers: Hochkaräter kaum zu angeln
Insgesamt hat Matthäus aber sicher einen Punkt, wenn er auf die Comebacks der Offensivstars vor der Winterpause hinweist. Zumal dieser in Kombination mit einem anderen Argument noch stärker wird: "Die Frage wäre auch, wer überhaupt helfen könnte. Das müsste schon ein Hochkaräter sein." Und die sind im Winter bekanntlich noch schwerer zu finden und am Ende dann auch zu verpflichten.
"Wenn sich nicht noch weitere Spieler verletzen, sehe ich aktuell keinen Handlungsbedarf", so das Matthäus-Fazit in Sachen Winter-Transfers.
Matthäus nennt bei Bayern-Gerüst auch Bischof
Auch mit den personellen Rückschlägen könne der FCB schließlich "in jedem Spiel eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz bringen". Mit Dayot Upamecano und Konrad Laimer nennt Matthäus zwei defensive Anker. Im Mittelfeld sieht er diese Rolle im Trio aus Joshua Kimmich Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof. Und in der Offensive sei auf Harry Kane und Michael Olise Verlass. Hier sind für Matthäus auch Alphonso Davies und Lennart Karl wichtige Optionen.
Karl-Kritik von allen Seiten: Für Matthäus wird "zu viel Wirbel gemacht"

Letzterer wurde in den vergangenen Tagen gefühlt von allen Seiten kritisiert. Durch Uli Hoeneß auch aus den eigenen Reihen. Nach seinem steilen Aufstieg vergangene Saison sucht der 18-Jährige noch nach seiner Topform. In zwölf Pflichtspielen kommt Karl erst auf drei Scorer. Letzte Saison erzielte das Eigengewächs 17 direkte Torbeteiligungen in 40 Einsätzen (neun Tore und acht Assists). Statt knapp alle 117 Minuten wie 25/26 sind es bei Karl derzeit rund 150 Minuten pro Scorer.
Dennoch hält Matthäus die Karl-Diskussionen für übertrieben. Auch, weil es dabei nicht nur um die Leistungen des Youngsters geht, sondern auch um seine teil extrovertiert Klamotten-Wahl: "Was die jüngsten Diskussionen um Karl angeht, bin ich der Meinung, dass zu viel Wirbel gemacht wird. Ich verstehe die Kritik von Uli Hoeneß, aber ich verstehe auch Karl, wenn er sagt, dass er gerne Pink anzieht. Von mir aus könnte er jeden Tag in Pink und Grün und Gelb zum Training kommen. Das ist sein Stil und seine Persönlichkeit. Am Samstag hat Michael Ballack auch noch mal etwas gesagt, aus nichts wurde sehr viel gemacht. Ich weiß nicht, warum man das Fass jetzt noch einmal aufgemacht hat."
Man ist geneigt Matthäus hier ebenfalls Recht zu geben. Schließlich bleibt es Karl selbst überlassen, was er anzieht und wie er sich gibt. Mit seinen gerade erst 18 Jahren ist es nur allzu menschlich, dass sich der Youngster ausprobieren möchte. Gewisse Freiheiten sollte man ihm hier auch mal eingestehen. Selbst wenn man seine Leistungen und die Gründe dafür kritisch hinterfragen kann. Über Schwankungen sollte man sich in diesem Alter aber nicht großartig wundern.
Das Positive aus seiner Sicht: In den kommenden Wochen hat Karl durch die Verletzungen der Kollegen gute Chancen, mit viel Spielzeit und mehr Selbstvertrauen wieder in Topform zu kommen.
