Zwar hat der 1. FC Köln immerhin schon vier Punkte auf dem Konto, doch nach nur einem Zähler aus den jüngsten drei Partien wird es am Geißbockheim zunehmend unruhiger. Im Zentrum der Kritik steht Trainer René Wagner, der seit seiner Beförderung Ende März erst zwei Bundesliga-Spiele gewinnen konnte. Eine Weiterentwicklung ist unter dem 38-Jährigen kaum zu erkennen.
An einen Trainerwechsel denken die Kölner aber offenbar nicht. Effzeh-Präsident Jörn Stobbe scheint immer noch fest von Wagner überzeugt zu sein. "Wir haben uns vor der Vertragsverlängerung mit René Kriterien zurechtgelegt und uns gefragt, was muss ein Trainer können. Und da legt er in allen Bereichen eine brutal hohe Punktzahl hin", sagte Stobbe im Podcast 'Dreierkette Köln' und fügte an, dass Wagner "noch langfristig Effzeh-Trainer ist".
Stobbe kritisiert Standardschwäche - lobt aber Wagners Kader-Arbeit
Einer der Hauptkritikpunkte an Wagner ist zurzeit, dass es der Übungsleiter nicht schafft, die Standardschwäche in den Griff zu bekommen. Während die Kölner vorne keine Gefahr nach ruhenden Bällen ausstrahlen, sind sie hinten vor allem bei Eckbällen zu anfällig. Sowohl gegen Werder Bremen (1:1) als auch zuletzt bei der 1:2-Niederlage in Hamburg kosteten erneut zwei Eckballgegentore wichtige Punkte. So kommen nach vier Ligaspielen schon fünf Gegentore nach Standards zustande.
Das ist auch Stobbe bewusst. "Die Standards waren schon im Wintertrainingslager in Spanien ein Thema. Die anderen Mannschaften freuen sich ja mittlerweile schon auf Ecken gegen uns. Wir müssen endlich dahin kommen, dass wir Standards verteidigen und sie offensiv selber nutzen", forderte er.
Stobbe hob jedoch positiv hervor, dass Wagner mitverantwortlich für den Verbleib von Said El Mala und die Leihe von Mikey Moore war. Dass der Kölner Trainer einen Teil seiner Ausbildung in den USA absolviert hatte, soll dabei geholfen haben, mit Jahmai Simpson-Pusey und Reigan Heskey zwei weitere englischsprachige Spieler fest zu verpflichten.
Klar ist aber auch, dass Wagner zunehmend unter Druck steht. Wenn es ihm gemeinsam mit der Mannschaft nicht gelingt, die Schwächen nach der Länderspielpause abzustellen und wieder bessere Ergebnisse zu erzielen, dürfte die Rückendeckung der Verantwortlichen langsam aber sicher schwinden.
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