Der talentierte US-Boy war Anfang 2018 aus Florida an die Weser gewechselt, durfte aufgrund strikter FIFA-Regularien für Minderjährige aber erst Monate später offiziell bei den Profis eingreifen.
Als es am 7. Dezember 2018 endlich so weit war, ging im Bremer Weserstadion direkt ein neuer Stern auf. Gerade einmal 86 Sekunden stand der damals 18-jährige Josh Sargent gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Rasen, ehe er mit seinem allerersten Ballkontakt das 3:1 köpfte. Ein historisches Blitz-Debüt.
Unter Trainer Florian Kohfeldt reifte der Angreifer in den darauffolgenden Jahren zum unermüdlichen Stammspieler, der durch aggressives Pressing auffiel. Doch das Bremer Märchen endete tragisch: Nach dem schmerzhaften Bundesliga-Abstieg 2021 musste der klamme SV Werder Bremen sein Sturm-Juwel für rund elf Millionen Euro nach England verkaufen.
Achterbahnfahrt und SMS-Streik in England
Bei Norwich City erlebte Sargent eine emotionale sportliche Achterbahnfahrt. Nach anfänglichen Problemen und dem Abstieg aus der Premier League – unvergessen bleibt hierbei immerhin sein unfassbares Scorpion Kick-Tor gegen den FC Watford – explodierte der Stürmer eine Etage tiefer in der Championship.
In der Spielzeit 2024/25 glänzte er mit 15 Treffern und wurde intern sogar als Spieler der Saison ausgezeichnet. Doch das England-Kapitel endete unschön: Im Winter 2026 meldete sich Sargent eiskalt per SMS für ein Pokalspiel ab, um einen Vereinswechsel zu forcieren. Die logische Konsequenz: Verbannung in die U23 und ein Abschied im absoluten Unfrieden.
Der Rekordwechsel in die MLS

Der Stürmer zog die Reißleine und kehrte im Februar 2026 in die nordamerikanische Major League Soccer zurück. Der kanadische Klub Toronto FC machte Sargent mit einer fixen Ablösesumme von satten 22 Millionen US-Dollar zu einem der teuersten Einkäufe der MLS-Geschichte. Auch familiäre Gründe zogen ihn und seine Frau Kirsten zurück in die Nähe der Heimat.
Doch der folgende Sommer hielt den absoluten fußballerischen Tiefpunkt parat: US-Nationalcoach Mauricio Pochettino strich Sargent für die historische Heim-WM 2026 aus dem Kader. Den Vorzug erhielten stattdessen andere Angreifer wie Folarin Balogun, Ricardo Pepi und Haji Wright.
Eine fast siebenjährige Torflaute kostet die Heim-WM
Die Gründe für Sargents Aus: Hartnäckige Oberschenkelprobleme und eine historische Torflaute im Nationaltrikot, die zu diesem Zeitpunkt bereits fast sieben Jahre anhielt.
Den enormen Sommer-Frust nutzte der 26-Jährige jedoch, um seine Blessuren vollständig auszukurieren. Mit großem Erfolg: Anfang September meldete er sich in der Liga mit einem spektakulären Hattrick beim wilden 4:4 gegen Chicago Fire eindrucksvoll zurück. In Kanada hat Sargent sein Lachen auf dem Rasen längst wiedergefunden.
