Der VfB Stuttgart rotierte in den letzten Wochen fleißig, selbst auf der Torhüter-Position. Während am Dienstag Fabian Bredlow beim Champions-League-Spiel bei Galatasaray im Kasten stand, vertraut Sebastian Hoeneß beim Bundesliga-Spiel gegen Bremen wieder auf Dennis Seimen.
Doch hat das Wechselspiel damit endgültig ein Ende und wer ist beim VfB eigentlich die Nummer eins? Im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Werder-Spiel sprach Sebastian Hoeneß bei der Torhüter-Frage Klartext.
"Ich glaube, dass wir in der Kommunikation sehr deutlich waren. Da erwarte ich auch, dass das so widergespiegelt wird. Dennis Seimen ist die Nummer eins. Daran haben wir nie zweifeln lassen. Wir haben uns die Möglichkeit offengelassen, seine Belastung zu steuern", schilderte Hoeneß.
Sebastian Hoeneß wehrt sich gegen das Wort "Rotation"
Der junge Keeper saß nicht nur in Istanbul auf der Bank, sondern auch eine Woche zuvor beim Pokal-Spiel in Paderborn. "Ich kann nicht ganz verstehen, dass das so gespielt wird, als wäre das eine Torwart-Rotation. Das ist nicht korrekt. Dennis ist die Nummer eins, Fabian eine sehr starke Nummer zwei", legte Hoeneß nochmal nach.
Eine Rotation war es letztlich trotzdem, wenn auch aus absolut verständlichen Gründen. Seimen hatte sich schließlich in der Vorbereitung am Oberschenkel verletzt und fiel bis Mitte Oktober aus. Seit seiner Rückkehr absolvierte er fünf von acht möglichen Spielen.
Bredlow sieht Seimen als Nummer eins an

In den anderen drei Partien spielte Bredow, der aber nach dem Istanbul-Spiel ebenfalls anmerkte, dass Seimen grundsätzlich die kommunizierte Nummer eins sei, wenngleich nicht klar definiert wurde, wer welche Spiele bekomme. "Wir waren in einer englischen Woche mit drei Auswärtsspielen. Da machte es wahrscheinlich Sinn, zu rotieren", erklärte Bredlow und verwendete dabei auch das Wort mit "r", das Hoeneß so zu ärgern scheint.
Man darf gespannt sein, ob Bredlow auch in den kommenden Wochen und Monaten noch vergleichsweise viele Einsätze bekommen wird.
Seimen vs. Bredlow: Wer ist eigentlich besser?
Dennis Seimen | Fabian Bredlow | |
|---|---|---|
Gespielte Partien (Bundesliga) | 4 | 4 |
Gegentore pro Spiel | 1,5 | 2,3 |
Paraden pro Spiel | 3,5 | 3,8 |
Abgewehrte Schüsse | 70 Prozent | 62,5 Prozent |
Großchancen vereitelt | 42,9 Prozent | 53,8 Prozent |
Fehler vor gegnerischen Schüssen/Gegentoren | 0,72 pro Spiel | 0,47 pro Spiel |
Erfolgreiche Pässe | 59,9 Prozent | 68,3 Prozent |
Genauigkeit bei langen Bällen | 31,7 Prozent | 35,9 Prozent |
Quelle: Sofascore/Ligainsider
Die Statistik zeigt, dass Bredlow zwar mehr Gegentore kassiert und im Schnitt weniger Torschüsse parieren konnte, jedoch in den anderen Parametern vorne liegt. So konnte er mehr Großchancen vereiteln und leiste sich weniger Schnitzer. Auch im Passspiel agierte er etwas sicherer als sein junger Kollege.
Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass vier Spiele pro Nase kein wirklicher Indikator und Statistiken ohnehin mit Vorsicht zu genießen sind. Seimen kam aus einer längeren Verletzung und muss sich an die Bundesliga erst noch gewöhnen.
Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass der 20-Jährige die Zukunft beim VfB ist und der Keeper ist, auf den man setzen kann. Dennoch ist es gut zu wissen, in Bredlow einen Ersatzmann zu haben, den man jederzeit bedenkenlos bringen kann.
