Viele Jahre war Nico Elvedi aus dem Abwehrzentrum von Borussia Mönchengladbach nicht wegzudenken. 2015 kam der Schweizer als noch 18-Jähriger von Jugendklub FC Zürich an den Niederrhein. Immerhin vier Millionen Euro ließen sich die Fohlen den Younster damals kosten.
Ein echter Glücksgriff, wie sich schnell herausstellte. Beim VfL war Elvedi stets die Konstante in der Hintermannschaft. Zwar nie wirklich schillernd, aber immer verlässlich, verrichtete der 77-fache Schweizer Nationalspieler seinen Job – egal ob zu sportlichen Hochzeiten oder in schwierigeren Jahren.
"Man muss zwar vorsichtig mit dem Wort sein, aber Nico Elvedi ist eine echte Borussia-Legende! "Rouven Schröder

Wechsel nach England bahnte sich lange an
Immer wieder wurde Elvedi deshalb auch mit einem Abschied von der Borussia in Verbindung gebracht. Nach elf Jahren war es im vergangenen Sommer schließlich soweit. Wenig überraschend ging es für den heute 30-Jährigen auf die Insel. Die Premier League galt immer als Elvedis Wunschziel, sollte er Gladbach verlassen.
"Man muss zwar vorsichtig mit dem Wort sein, aber Nico Elvedi ist eine echte Borussia-Legende! Elf Jahre im Verein, 364 Pflichtspiele, stets Leistungsträger und ein Leader ohne viele Worte. So ein Verlust schmerzt, sportlich und menschlich", erklärte Sportchef Rouven Schröder zum Abschied und betonte, dass es Elvedis "ausdrücklicher Wunsch" gewesen sei, noch einmal "eine neue Herausforderung zu suchen".
Ausländer mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga
Elvedi ging als Gladbach-Legionär mit den meisten Spielen der Fohlen-Historie. Bundesligaweit liegt er mit 318 Partien im deutschen Oberhaus auf All-time-Platz 19.
Übrigens, nur zwei ausländische Spieler haben mehr Bundesliga-Einsätze vorzuweisen, die im deutschen Oberhaus nur für einen Klub aktiv waren: Andrej Kramaric, der für Hoffenheim noch immer am Ball ist und BVB-Linksverteidiger-Legende Dede.
Platz/Spieler | Bundesliga-Spiele | Klub(s) |
|---|---|---|
1. Claudio Pizarro | 490 | Bremen, Bayern, Köln |
2. Robert Lewandowski | 384 | BVB, Bayern |
3. Makoto Hasebe | 384 | Wolfsburg, Nürnberg, Frankfurt |
4. Daniel Caligiuri | 372 | Freiburg, Wolfsburg, Schalke, Augsburg |
5. Naldo | 358 | Bremen, Schalke, Wolfsburg |
6. Levan Kobiashvili | 351 | Freiburg, Schalke, Hertha |
= Halil Altintop | 351 | Lautern, Schalke, Frankfurt, Augsburg |
8. Vedad Ibisevic | 344 | Aachen, Hoffenheim, Stuttgart, Hertha, Schalke |
9. Zé Roberto | 336 | Leverkusen, Bayern, HSV |
10. Lukasz Piszczek | 332 | Hertha, BVB |
= Rafinha | 332 | Schalke, Bayern |
19. Nico Elvedi | 318 | Gladbach |
Elvedi unter Farke in Leeds
Den Zuschlag erhielt Leeds United mit Gladbachs Ex-Trainer Daniel Farke. Die Whites zahlten lediglich acht Millionen Euro Ablöse und damit vier Millionen Euro weniger als Elvedis aktuell geschätzter Marktwert. Hauptgrund dafür war Elvedis 2027 auslaufender Vertrag am Niederrhein. Um noch eine ordentliche Ablöse zu kassieren, waren die Fohlen-Bosse zu einem Verkauf gezwungen.

Mit einer sehr starken WM im Trikot der Nati hatte sich Elvedi für den Wechsel empfehlen können. Bei Leeds unterschrieb er für drei Jahre bis Sommer 2029. Dort mischt Elvedi nun im Mittelfeld der Premier League mit. Aktuell steht der Klub aus dem Norden Englands auf Tabellenplatz zwölf. Nach starkem Saisonstart mit fünf ungeschlagenen Spielen (zwei Siege, drei Remis) ging die Formkurve zuletzt aber nach unten. Die letzten fünf Partien konnte Elvedis Mannschaft nicht mehr gewinnen (drei Remis, zwei Niederlagen).
Elvedi auch bei den Whites gesetzt
Elvedi ist aber auch bei den Weißen eine absolute Konstante. Nur am ersten Spieltag saß er auf der Bank, dazu musste er an Spieltag acht passen. Nach einer frühen Einwechslung am zweiten Spieltag stand Elvedi immer in der Liga-Startelf und (fast) die komplette Spielzeit auf dem Platz.

Trainer Farke setzt in dieser Saison auf ein 3-4-2-1-System, das Elvedi aus seiner letzten Gladbach-Saison noch bestens kennt. Auch bei Leeds gibt er den linken Innenverteidiger in der Dreierkette.
