Das Rennen um den prestigeträchtigen Ballon d'Or ist in diesem Jahr wohl so offen und spannend wie schon lange nicht mehr. Bevor der Sieger am 26. Oktober in London feierlich gekürt wird, bringen sich die zahlreichen Favoriten und deren prominente Unterstützer aktuell fast täglich in Position.
Beim FC Bayern München ist die Marschroute intern ohnehin sonnenklar. Ob Trainer Vincent Kompany, Ehrenpräsident Uli Hoeneß oder die aktuellen Mitspieler: Sie alle fordern den goldenen Ball für ihren 73-Tore-Mann Harry Kane. Umso überraschender ist nun das Urteil von Thomas Müller.
Die Bayern-Legende, die im Herbst ihrer Karriere aktuell für die Vancouver Whitecaps in Kanada auf Torejagd geht, hat in seinem Newsletter Müller-Mail seine persönlichen Favoriten für die große Preisverleihung gekürt. Der Name Harry Kane fällt in seinem Text jedoch mit keinem einzigen Wort.
Zwei Franzosen begeistern die Bayern-Legende

Stattdessen bricht der Weltmeister von 2014 eine Lanze für seinen ehemaligen Münchner Teamkollegen Michael Olise und dessen französischen Nationalmannschafts-Kollegen Kylian Mbappé.
"Für mich gibt es zwei Kandidaten, die mich mit ihrer individuellen Performance am meisten begeistert haben, und das sind Michael Olise und sein kongenialer Partner bei der WM Kylian Mbappé", schreibt der 37-Jährige ganz deutlich. Besonders die jüngste "Olise-Show" beim 7:0-Kantersieg der Bayern gegen Union Berlin hat Müller an den TV-Bildschirmen in Übersee wieder einmal extrem imponiert.
Aber warum lässt er den englischen Rekordtorschützen trotz dessen unfassbarer Zahlen so eiskalt außen vor? Müllers Erklärung ist eindeutig: Bei der Wahl zum besten Spieler der Welt geht es für ihn nicht nur um nackte Torstatistiken, sondern um das ganz besondere Flair auf dem Rasen.
Der fehlende "Schuss Magie"
"Die beiden kombinieren Spektakel mit Torgefahr. Im Detail schaffen sie es, mit ihrer Finesse und Power effizient zu sein und das Ganze auch noch ultraleicht aussehen zu lassen", schwärmt Müller über sein französisches Angriffs-Duo. Sein klares Fazit: "Das ist für mich das Material für einen Weltfußballer. Es braucht einfach einen Schuss Magie."
Genau diese spielerische Magie und die absolute Leichtigkeit scheint Müller bei Kane trotz dessen unermüdlicher Hingabe für das Team zu fehlen. Für den 33-jährigen Kapitän der Three Lions wäre es ein besonders bitterer Rückschlag, sollte er bei der Wahl tatsächlich leer ausgehen – schließlich findet die große Gala in diesem Jahr ausgerechnet in seiner englischen Heimatstadt London statt.
Ein kleiner Trost für Kane: Letztlich entscheidet ohnehin nicht Thomas Müller über die prestigeträchtige Auszeichnung, sondern eine internationale Award-Jury. Ob diese den fehlenden "Schuss Magie" ähnlich kritisch bewertet, wird sich Ende Oktober zeigen.
