Als der VfB Stuttgart zu Beginn der Saison 2024/25 großes Verletzungspech in der Abwehr hatte, musste der Klub kreativ werden. Als Lösung präsentierte Sebastian Hoeneß damals ein noch unbeschriebenes Blatt: Anrie Chase wurde aus der zweiten Mannschaft des VfB hochgezogen und hinterließ beim Cheftrainer einen guten Eindruck.
Der junge Japaner präsentierte sich im Training furchtlos und zeigte vollsten Einsatz, sodass er am ersten Spieltag beim SC Freiburg direkt mit einer Einwechslung belohnt wurde. Und danach folgten sogar sieben Startelf-Einsätze und vier weitere Bundesliga-Partien als Joker.
Chase durch Verletzungen gebremst
Der Innenverteidiger hatte seine Stärken vor allem in den klassischen Defensiv-Disziplinen. Die Luft war das Hohheitsgebiet von Chase, da hatten die Gegner kaum eine Chance, einen Zweikampf zu gewinnen. Und auch im sonstigen Zweikampfverhalten zeigte sich der Japaner kompromisslos. Allerdings fiel Chase auch immer wieder durch leichte Unsicherheiten im Aufbauspiel auf, was für den Spielstil von Hoeneß ziemlich suboptimal ist.
Das wären Themen gewesen, an denen man hätte arbeiten können. Doch das größte Problem von Chase war und ist seine Verletzungsanfälligkeit. In der Rückrunde 2024/25 fehlte der Innenverteidiger den Schwaben mit einem Muskelfaseriss im Adduktorenbereich. Im anschließenden Sommer wurde er dann für zwei Millionen Euro an RB Salzburg verkauft.
Bitteres Kapitel in Österreich
Die Salzburger haben Chase verpflichtet, obwohl er mit seiner Verletzung noch bis zum Ende des Jahres fehlte. Doch auch danach konnte der 22-Jährige in Österreich nie Fuß fassen, sodass nach zwei Jahren lediglich vier Pflichtspiele zu Buche stehen.
Erneuter Rückschlag für Chase: Als wäre das alles nicht schon bitter genug, zog sich der Innenverteidiger in diesem Sommer eine Oberschenkelverletzung zu, durch die er die bislang 13 Pflichtspiele in dieser Saison verpasste. Gut denkbar, dass die Zeit von Chase bei RB trotz laufendenen Kontrakts bis 2030 schon bald ein Ende nehmen wird.
Egal, wie seine Karriere weiter verläuft, Chase muss seinen Körper in den Griff bekommen, um im Profifußball nochmal ernsthaft angreifen zu können. Ansonsten wird der Japaner als ewiges Talent in den Köpfen der Menschen verweilen.
