Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande in die neue Saison der Nations League gestartet. In Amsterdam gab Jürgen Klopp sein Debüt als Bundestrainer. Der Großteil dessen, was er von seiner Mannschaft sah, dürfte dem 59-Jährigen gefallen haben.
Spielerisch ist zwar mit Sicherheit noch Luft nach oben. Und zur Wahrheit gehört auch, dass sich das deutsche Team angesichts der vielen Chancen der Niederländer nicht hätte beschweren dürfen, wenn Klopps Premiere mit einer Niederlage geendet hätte.
Für den Bundestrainer werden jedoch die Erkenntnisse, die er über seine Spieler gewinnen konnte, am wichtigsten sein. Hier kommen die größten Gewinner und Verlierer des Spiels gegen die Niederlande.
Die Gewinner:
Philipp Treu

Auf der vakanten Position des Rechtsverteidigers bekam Neuling Philipp Treu die große Chance. Und der DFB-Debütant konnte diese eindrucksvoll nutzen. Der Freiburger war taktisch diszipliniert, trat aber gleichzeitig mutig auf und leitete das 1:1 durch Felix Nmecha mit ein. Auch die Teamkollegen lobten den 25-Jährigen für seine enorme Laufleistung. Macht Treu so weiter, dann dürfte sich das große Rechtsverteidigerproblem schnell gelöst haben.
Marc-André ter Stegen

Auf der einen Seite hatte Marc-André ter Stegen einige Wackler in seinem Spiel und hatte Glück, dass das Tor von Virgil van Dijk nach seiner zögerlichen Reaktion aberkannt wurde. Doch der 34-Jährige zeigte mit starken Paraden auch, warum Klopp auf ihn setzt, wodurch er sich zu den Gewinnern zählen darf. Weitere Auftritte im Nationalteam dürften ihm noch mehr Sicherheit geben.
Von Ex-Teamkollege und neuen Bondscoach Xavi wurde ter Stegen überschwänglich gelobt: "Er hat ein unglaubliches Spiel gemacht, das habe ich Marc auch nach dem Spiel gesagt."
Felix Nmecha
Felix Nmecha war sicherlich nicht der auffälligste Akteur auf dem Platz, schaltete im entscheidenden Moment aber am schnellsten und traf zum wichtigen 1:0-Führungstreffer. Da der Dortmunder weitgehend fehlerfrei blieb, wird er weiterhin zu den heißesten Anwärtern auf einen Stammplatz auf der Achterposition gehören.
Die Verlierer:
Nadiem Amiri
Nadiem Amiri rückte kurzfristig für Jamal Musiala in die Startelf, da der Bayern-Star aufgrund muskulärer Probleme passen musste. Der Mainzer machte seine Sache auf der halblinken Achterposition zwar nicht schlecht, war aber zu unauffällig. Er dürfte insofern zu den Verlieren zählen, als dass er seine große Chance in der ersten Elf nicht nutzen konnte, um sich für weitere Auftritte von Beginn an zu empfehlen.
Karim Adeyemi

Zwar ist Karim Adeyemi kein sonderlich großer Verlierer dieses Spiels, denn mit seiner Laufleistung war der Flügelflitzer immerhin sehr engagiert und dürfte damit ein Stück weit auch Klopps Erwartungen erfüllt haben. Allerdings sorgte er mit seinen Fehlschüssen leider auch nicht dafür, dass der Bundestrainer zu seinem Debüt drei Punkte feiern durfte. Wer gehofft hat, dass Adeyemi seine starke Form aus Barcelona ins deutsche Nationalteam transportiert, der durfte am Donnerstagabend etwas enttäuscht sein.
Jamal Musiala und Kai Havertz
Zum Schluss müssen auch die beiden Verletzten erwähnt werden, die sich die Premiere von Jürgen Klopp sicher ganz anders vorgestellt haben. Jamal Musiala verletzte sich sogar schon beim Aufwärmen, und Kai Havertz musste nach einem üblen Foul von Quinten Timber bereits nach 30 Minuten ausgewechselt werden. Der Tritt von Timber war aber offenbar nicht der Grund für die Auswechslung des Arsenal-Stürmers. Vielmehr hat auch Havertz mit muskulären Problemen zu kämpfen. So konnten sich beide dem neuen Bundestrainer nicht oder kaum präsentieren.
