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Bundesliga: Welcher Trainer fliegt als nächstes? Dieser Klub hat im Sommer mit Zitronen gehandelt

Es gibt nur wenige unsicherere Stellen als den Trainerjob in der Bundesliga. Nach dem Aus von Eugen Polanski müssen weitere Coaches um ihren Verbleib fürchten.
VonDominik Hager
Fällt das zweite Intermezzo von Adi Hütter in Frankfurt nur kurz aus?
Fällt das zweite Intermezzo von Adi Hütter in Frankfurt nur kurz aus? | picture alliance/GettyImages

Die Bundesliga-Saison 2026/27 ist noch jung, jedoch musste mit Eugen Polanski bereits ein Trainer gehen. Man darf sich sicher sein, dass in der laufenden Saison noch weitere Entlassungen folgen werden und wohl auch vor Weihnachten noch der ein oder andere Coach fliegen wird.

Wir werfen in unserem Ranking einen Blick auf fünf Bundesliga-Trainer, die schon ein wenig wackeln und kurz- oder mittelfristig beurlaubt werden könnten.

5. René Wagner (Köln)

FBL-GER-BUNDESLIGA-FRANKFURT-COLOGNE
KIRILL KUDRYAVTSEV/GettyImages

Der Köln-Coach dürfte bereits vor der Saison nicht sonderlich viel Kredit gehabt haben. Der 38-Jährige holte in der vergangenen Spielzeit als Interimstrainer 0,86 Punkte pro Spiel. Damit konnte er zwar die Mission Klassenerhalt erfüllen, jedoch nicht wirklich etwas bewegen.

Genauso ging es nun auch in der neuen Saison weiter. Köln spielt solide und belegt in der Tabelle Platz zwölf, jedoch war das Auftaktprogramm relativ leicht und die Ausbeute dafür eher durchwachsen. Das Problem von Wagner ist vielleicht gar nicht so sehr der Status Quo, sondern der Blick auf die nächsten Wochen.

Köln wurde von einem großen Verletzungspech heimgesucht. Insbesondere die Ausfälle von Ellyes Skhiri, Ragnar Ache und Thijs Dalinga wiegen schwer. Die Konsequenz könnte sein, dass der Domstadt-Klub noch tiefer in den Tabellenkeller rutscht. Sollte dieser Fall eintreten, wird es Wagner schwer haben, seinen Posten zu halten.

4. Alexander Blessin (Gladbach)

Alexander Blessin
Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages

Alexander Blessin soll Gladbach aus dem Keller führen, der Start fiel mit der Derby-Niederlage in Köln und der Pleite gegen Hoffenheim allerdings schon mal bescheiden aus. Natürlich reicht das noch lange nicht, um Blessin anzuzählen, jedoch sind insbesondere die ersten Spiele für einen neuen Trainer enorm wichtig.

Reicht es dann auch in den Spielen drei und vier nicht zum Sieg, ist jeglicher möglicher Positiv-Effekt des Trainerwechsels erstmal verpufft. Die Gladbacher werden Blessin noch ein wenig Zeit geben, trotzdem ist die Situation für alle Beteiligten enorm schwierig.

Gladbach ist noch ohne Punkt und muss so schnell wie möglich die Wende schaffen. Gelingt Blessin das in den nächsten Spielen nicht, kann es auch für ihn eng werden. Insbesondere dann, wenn keine Entwicklung zu sehen ist.

Die personellen Probleme am Niederrhein erschweren Blessins Mission zusätzlich. Eigentlich war der Polanski-Nachfolger angetreten, um die Fohlen zunächst aus dem Keller zu führen und mittel- bis langfristig wieder eine Entwicklung nach oben anzustoßen. Ist schnell abzusehen, dass Ersteres nicht gelingt, könnte Blessins längerfristig angelegte Amtszeit (Vertrag bis 2028) im kurzen Intermezzo enden.

3. Adi Hütter (Eintracht Frankfurt)

RB Leipzig v Eintracht Frankfurt - Bundesliga 2026/27
Fabio Deinert/GettyImages

Zwar hat Adi Hütter seinen Job erst seit wenigen Monaten, jedoch bedeutet das noch lange nicht, dass er fest im Sattel sitzt. Schon jetzt sind einige Kriterien erfüllt, die auf einen baldigen Trainerwechsel hindeuten können.

Bislang hat es der Österreicher nicht geschafft, die Defensive zu stabilisieren und Konstanz ins Team zu bekommen. Die Eintracht agiert teilweise vogelwild und bricht nach Rückständen immer wieder zusammen.

Kein gutes Zeichen ist es außerdem, dass sich Hütter dazu genötigt sah, in der Öffentlichkeit über Kapitän Robin Koch herzuziehen. Damit erzeugt man nicht nur eine schlechte Stimmung, sondern drückt auch eine gewisse Frustration und Hilflosigkeit aus. Selbst wenn die SGE-Bosse Hütters Ausbruch positiv bewertet haben sollen. Der Wind am Main könnte sich schnell drehen.

Frankfurt liegt in der Tabelle an Position elf, was auf Dauer nicht akzeptabel ist. Hütter wird wohl nicht in den nächsten zwei, drei Wochen gefeuert – dazu ist sein Rückhalt im Klub und Umfeld noch zu groß. Allerdings muss er das Ruder möglichst bald herumreißen. Unerschöpflich wird die Geduld der Bosse auch nicht sein.

Ohnehin herrscht eine gewisse Unruhe im Verein. Diese betrifft auch die Führungsebene. Der Sieg gegen Köln hat Hütter jedoch sicherlich schon mal geholfen.

2. Mauro Lustrinelli (Union Berlin)

Mauro Lustrinelli
Maja Hitij/GettyImages

Mauro Lustrinelli ist wie Hütter erst seit der Sommerpause am Steuer, jedoch muss man sich schon jetzt die Frage stellen, ob der Schweizer den richtigen Kurs eingeschlagen hat.

Die Devise ist klar: Union soll attraktiveren Fußball spielen und dabei weniger auf Sicherheit und mehr auf spielerische Elemente setzen. Stellt sich nur die Frage, ob die Berliner genau das auch können. Seit die Eisernen in der Bundesliga sind, lebt das Team davon, äußerst unbequem und hart zu spielen.

Insbesondere in den starken Jahren war die FCU-Abwehr selbst für die Top-Teams kaum zu knacken. Diese Stärke ist über die Jahre etwas abhanden gekommen und hat sich zuletzt ins Gegenteil gekehrt.

Der offensivere Ansatz sorgte dafür, dass das Team schon 16 Gegentore kassiert hat und auf dem 17. Tabellenplatz steht. Nach dem Motto "Schuster bleib bei deinen Leisten" wäre Lustrinelli wohl gut beraten, auf die Dinge den Fokus zu legen, die den Klub stark gemacht haben.

Offensiver zu spielen, kann böse nach hinten losgehen, wenn man die Fähigkeiten dazu gar nicht oder nur in beschränktem Maße hat. Immerhin gab es mit einem 1:0 gegen Elversberg den ersten Saisonsieg, der Lustrinelli etwas Luft verschafft hat. Zuletzt folgte ein 0:0-Remis gegen Dortmund. Die Kurve geht also gerade was die Defensivleistung betrifft nach oben.

1. Martin Demichelis (RB Leipzig)

Wie lange tanzt der Demichelis-Tango an der RB-Seitenlinie?
Wie lange tanzt der Demichelis-Tango an der RB-Seitenlinie? | Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages

Bis zu drei Millionen Euro Ablöse soll RB Leipzig im Sommer gezahlt haben, um den ehemaligen Bayern-Verteidiger aus seinem Vertrag bei RCD Mallorca herauszukaufen. Dort war der 45-jährige Argentinier zwar aus La Liga abgestiegen, sollte aber die Chance erhalten, den Insel-Klub wieder ins spanische Oberhaus zu führen.

Doch stattdessen nutzte Demichelis die Chance für einen Karrieresprung, nachdem sich die Roten Bullen trotz geglückter Champions-League-Quali von Ole Werner trennten.

Der Saisonstart unter dem neuen Trainer verlief aber holprig. Nach klaren Siegen im Pokal und zum Bundesliga-Start gegen Gladbach folgten drei Pleiten in den nächsten vier Spielen. Mit zwei Siegen in der Bundesliga und Champions League hat sich Demichelis zwar zwischenzeitlich Luft verschafft, die beiden deutlichen Pleiten gegen Bayern (1:6) und Real (1:4) zeigten aber, dass Leipzig weit entfernt davon ist, eine Top-Mannschaft zu sein.

Klopp-Nachfolger Roger Schmidt als Fußball-Chef von RB hatte Demichelis zum Amtsantritt zwar demonstrativ den Rücken gestärkt. Klar ist aber auch: Als Leipzig-Trainer muss man hohe Ziele erreichen. Zahlreiche Experten äußerten jüngst scharfe Kritik am Argentinier. Dabei spielte unter anderem die rätselhafte Aufstellung von Klostermann gegen die Bayern eine Rolle. Lothar Matthäus befürchtet zudem Kommunikationsprobleme. "Ich weiß nicht, ob er der englischen Sprache mächtig ist. Aber sein Deutsch ist teilweise schwer zu verstehen", merkte er nach einem Sky-Interview des Trainers an.

Auf die Füße fallen könnte Demichelis früher oder später die chronische Auswärtsschwäche. Während man im eigenen Stadion alle Pflichtspiele gewinnen konnte, gab es auf fremden Plätzen in der Bundesliga und Königsklasse noch nichts Zählbares.

Alles deutet darauf hin, als habe RB im Sommer mit Zitronen gehandelt. Unter Ole Werner waren die Leistungen deutlich besser und vor allem konstanter.


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