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Brodelnde Stimmung in Köln: Funkels Rat an Effzeh-Trainer Wagner

Die Stimmung beim 1. FC Köln könnte nach dem durchwachsenen Start besser sein. Trainer-Ikone Friedhelm Funkel hat nun einen wichtigen Ratschlag an den aktuellen Coach René Wagner.
VonFranz Krafczyk
Friedhelm Funkel beobachtet den Effzeh inzwischen nur noch aus der Ferne
Friedhelm Funkel beobachtet den Effzeh inzwischen nur noch aus der Ferne | Alexander Hassenstein/GettyImages

Beim bloßen Blick auf die bisherige Punkteausbeute müsste man meinen, dass die Welt beim 1. FC Köln in bester Ordnung ist. Die Geißböcke haben nach den ersten vier Bundesliga-Spielen immerhin vier Zähler auf dem Konto. Nach der 1:2-Niederlage beim HSV, mit der sich die Rheinländer zuletzt in die große Länderspielpause verabschiedeten, hat sich aber ein wenig Krisenstimmung im Umfeld breitgemacht.

So gab es auswärts von den Norddeutschen vereinzelte, aber deutlich hörbare Pfiffe aus dem Gästeblock zu vernehmen. Trainer-Legende Friedhelm Funkel, der seinen Ex-Klub aus der Ferne weiterhin intensiv beobachtet, hat für die kurze Zündschnur einiger Fans kein Verständnis.

Funkel rätselt über Fan-Pfiffe und Kritik an Wagner

"Ich finde die Pfiffe der Fans nicht gut. Der FC hat in Hamburg völlig unnötig verloren, hat dort wirklich gut gespielt. Und ich habe die zwei Heimspiele gegen Hoffenheim und Bremen gesehen. Man kann zufrieden sein mit den vier Punkten, da war jeweils eine gute Halbzeit dabei", zog Funkel im Gespräch mit der Bild ein positives Fazit.

Warum Wagner längst keine Rückendeckung der Anhänger mehr genießt, ist Funkel ein Rätsel. "Ich habe keine Erklärung dafür, warum er bei den Fans so in der Kritik steht. Aus meiner Sicht tut man ihm Unrecht", betonte der 72-Jährige.

Trainer René Wagner steht bei den Fans in der Kritik
Trainer René Wagner steht bei den Fans in der Kritik | Lars Baron/GettyImages

Ein nicht geringer Teil der Kritik an Wagner findet in den Sozialen Medien Platz. Das erlebte Funkel zu seiner Zeit noch etwas anders. "Es wird immer schwieriger, in der heutigen Zeit an der Linie zu stehen. Aber darauf muss man sich einstellen. Der Druck, gerade von Social Media, ist wahnsinnig", sagte er.

Funkels Ratschlag: Wagner muss "offensiver und selbstbewusster auftreten"

In diesem Zusammenhang hat Funkel einen klaren Ratschlag an Wagner: "Vielleicht muss René in den Medien etwas offensiver und selbstbewusster auftreten, forscher sein. Das ist das, was ich ihm raten würde. Damit man auch mal ein anderes Gesicht von ihm sieht. René ist ja nicht unsympathisch."

Gleichzeitig nimmt Funkel aber auch die Verantwortlichen rund um Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler in die Pflicht, etwas in der Außendarstellung zu verändern. "Vielleicht setzt man sich im Verein mal zusammen, bespricht mit ihm das ein oder andere, was man verbessern kann, um ein besseres Bild in der Öffentlichkeit abzugeben. Das ist wichtig."

Insgesamt sieht Funkel bei den Geißböcken genügend Qualität, um auch in dieser Saison wieder die Klasse zu halten. "Man hat das Team noch mal verstärkt und muss mehr als die 32 Punkte aus der letzten Saison holen. Das schafft die Mannschaft auch. Aber man darf auch nicht träumen und glauben, dass man plötzlich auf einem einstelligen Tabellenplatz landet. Das kann ich mir nicht vorstellen", prognostiziert er.

Derby gegen Gladbach "richtungsweisend für die Stimmung"

Vor allem für Wagner, aber auch für die allgemeine Stimmungslage im Verein, wäre ein Sieg im kommenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach am 11. Oktober von enorm hoher Bedeutung. "Aufgrund der Stimmung ist natürlich ein bisschen Druck auf dem Kessel. Gerade das Derby sollte gewonnen werden. Wenn das klappt, kann man sich über die Punkteausbeute überhaupt nicht beschweren", sagte Funkel.

Sollte es gegen die Fohlen keinen Erfolg geben, dann wäre jedoch "noch mehr Druck da. Das Derby ist kein richtungsweisendes Spiel in der Tabelle, aber es ist richtungsweisend für die Stimmung", weiß auch Funkel.


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