Die Klopp-Euphorie ist nach der 0:1-Pleite gegen Griechenland schon ein Stück weit verflogen. Dass sich unter dem neuen Bundestrainer nicht alles geändert hat, zeigt auch die Tatsache, dass Joshua Kimmich einmal mehr Kritik einstecken musste. Der frühere Nationalspieler Mario Basler teilte in seinem Podcast 'Basler ballert' mächtig gegen den DFB-Kapitän aus.
"Ich sage seit Monaten, wenn nicht sogar schon seit Jahren: Kimmich ist kein Weltklasse-Spieler. Der ist ein normaler Mittelfeldspieler, der aber gefühlt wieder alle Eckbälle, alle Freistöße, alles schießen will und überall rumhüpft", monierte der 57-Jährige. Damit zählte er im Endeffekt die Punkte auf, die seit Jahren beim 31-Jährigen kritisch beäugt werden.
Basler nimmt Klopp in die Pflicht
Basler ist der Meinung, dass Kimmich mit seiner Spielweise nicht mehr zum Klopp-Fußball passt. "Ich finde, da muss auch Jürgen Klopp in Zukunft eingreifen, weil der Fußball wird uns so nicht weiterbringen, wenn Kimmich den Ball durchs Mittelfeld dribbelt und das Spiel langsam macht", forderte er den Bundestrainer auf, seinen Plan mit Kimmich zu überdenken.
Insbesondere Aufwand und Ertrag passen bei Kimmich nach Meinung des Ex-Bayern-Profis nicht zusammen. "Er hat jedes Mal die meisten Ballkontakten, aber weil er auch überall hinrennt. Kimmich rennt irgendwohin und jeder gibt ihm sofort den Ball. Ich weiß nicht, warum. Aber es kam nichts raus gestern bei Kimmich. Meiste Ballkontakte, viel gelaufen, ja, aber es ist nichts rausgekommen", stichelte er.
Kimmich mit ordentlichen Statistiken: Schweinsteiger kritisiert Nebenmänner
Doch sind die scharfen Basler-Worte auch gerechtfertigt? Beim Spiel gegen die Griechen war Kimmich zumindest laut der Bewertungs-Plattform Sofascore mit 8,0/10 Punkten der beste deutsche Spieler. Der Kapitän war an fünf von 16 deutschen Abschlüssen beteiligt, brachte 92 Prozent seiner Pässe an, verzeichnete sieben Balleroberungen und gewann gut 57 Prozent seiner Zweikämpfe. Im Spiel gegen die Niederlande war es zudem Kimmich, der den deutschen Treffer mit einem punktgenauen Diagonalball auf Vorlagengeber Philipp Treu einleitete.
Sicherlich hat auch Kimmich unter dem Strich nicht das Top-Niveau gezeigt, welches er im Bayern-Trikot meist an den Tag legt, zählte aber unter dem Strich zu den besseren Deutschen. Dies sieht auch Bastian Schweinsteiger so, der eher die Nebenmänner des 31-Jährigen in die Verantwortung nimmt. "Ich sehe bei uns insgesamt das Problem, wenn wir von hinten rausspielen müssen. Der einzige, der da kreative Pässe spielen kann, ist Kimmich. Wenn er nicht da ist, wird es schwierig", schilderte dieser in der ARD.
Wie das deutsche Spiel ohne Kimmich aussieht, wird man in den kommenden Länderspielen gegen Serbien und in Griechenland feststellen. Hier wird der zweite deutsche Kader antreten, dem der bereits abgereiste Kimmich nicht mehr angehört.
