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Abrechnung mit Deutschland und dem DFB: Was macht eigentlich Kerem Demirbay?

Kerem Demirbay hat nur zwei Länderspiele für das DFB-Team bestritten. Der Mittelfeldspieler wäre ohnehin viel lieber für die Türkei aufgelaufen. Was macht der 33-Jährige heute?
VonSimon Zimmermann
Kerem Demirbay spielt mittlerweile für Kasimpasa in der Süper Lig?
Kerem Demirbay spielt mittlerweile für Kasimpasa in der Süper Lig? | Anadolu/GettyImages

In Herten, NRW, geboren. Sohn türkischer Eltern. So wie Kerem Demirbay wuchsen in Deutschland viele Kinder auf. Der heute 33-Jährige verwirklichte sich dabei einen Traum, den wohl ebensoviele haben: Er wurde Fußballprofi.

In der Jugend spielte Demirbay für Schalke, Dortmund und Wattenscheid, ehe er beim HSV den Sprung zum Profi schaffte. So richtig Fahrt nahm seine Karriere nach Leihen zum FCK und nach Düsseldorf aber erst bei der TSG Hoffenheim auf. Die Kraichgauer verpflichteten den Mittelfeldspieler im Sommer 2016 für 4,7 Millionen Euro.

Demirbay bei Kasimpasa wieder Stammkraft

Drei Jahre später ging es für den technisch beschlagenen Linksfuß für satte 32 Millionen Euro weiter nach Leverkusen. Bei der Werkself verbrachte Demirbay vier Jahre, wobei er zum Schluss immer seltener zum Zug kam. In Galatasaray fand sich 2023 ein dankbarer Abnehmer für 3,7 Millionen Euro Ablöse. Wirklich dauerhaft glücklich wurde er beim türkischen Spitzenklub aber nicht. Nach einem halben Jahr bei Eyüpspor spielt Demirbay seit Anfang 2026 beim Süper-Lig-Klub aus einem Istanbuler Stadtteil, Kasimpasa.

Demirbay ist dort zwar Stammkraft, vom geschätzten Marktwert in Höhe von 32 Millionen Euro (Ende 2019) ist er mittlerweile aber weit entfernt. Auf lediglich 800.000 Euro wird dieser nur noch beziffert. Mit Kasimpasa belegt Demirbay aktuell einen guten siebten Platz in der Süper Lig.


Demirbays Profikarriere nach Einsätzen

  • Bayer Leverkusen – 149 Pflichtspiele
  • TSG Hoffenheim – 88
  • Galatasaray – 76
  • Fortuna Düsseldorf – 26
  • 1. FC Kaiserslautern – 23
  • Kasimpasa – 18
  • Eyüpspor – 16
  • HSV – 3

Confed-Cup-Sieger 2017 mit Deutschland

Nach unter anderem 184 Spielen in der Bundesliga, 88 Partien in der Süper Lig, 34 in der Europa League und 17 Einsätzen in der Königsklasse sind Einsätze für Demirbay für die Nationalmannschaft längst überhaupt kein Thema mehr.

Zweimal lief der zentrale Mittelfeldspieler für das DFB-Team auf. Sein Debüt gab er im Sommer 2017 in einem Testspiel unmittelbar vor dem Confed Cup, den er kurz darauf mit Deutschland auch gewann und im Gruppenfinale gegen Kamerun sein zweites und letztes A-Länderspiel absolvierte. Beim 3:1-Sieg brachte Demirbay das Löw-Team in Führung.

Türkei erhörte Demirbay-Wunsch nicht

"Mein größtes Bedauern wird immer sein, nie das Trikot der türkischen Nationalmannschaft getragen zu haben."
Demirbay im Interview mit Sabuncuoglu

In den Junioren-Teams hatte Demirbay noch insgesamt elfmal für die Türkei gespielt (U19, U20 und U21). Sein Tattoo mit den Umrissen der Türkei auf der Schulter zeigt auch deutlich, welcher Nation sein Herz gehört. Warum er dennoch für das DFB-Team auflief und das sehr bereut, erklärt Demirbay nun dem bekannten türkischen Journalisten Yagiz Sabuncuoglu.

"Ich wollte für die Türkei spielen, wir haben den Verband eineinhalb Jahre lang umworben. Aber wegen gewisser Dinge, über die ich nicht sprechen kann, musste ich mich für Deutschland entscheiden", meint Demirbay zunächst über seine Wahl der A-Nationalmannschaft.

Der 33-Jährige bereut diese allerdings noch heute: "Mein Blut ist türkisch. Mein Vater ist Türke, meine Mutter ist Türkin – ich bin ein Türke. Mein größtes Bedauern wird immer sein, nie das Trikot der türkischen Nationalmannschaft getragen zu haben."

Demirbay mit Vorwürfen an Deutschland & DFB: "Ich wurde als Ausländer betrachtet"

Sein Bruch mit dem DFB-Team sei derweil beim Confed-Cup gekommen, als sein Türkei-Tattoo entdeckt wurde. "Das hat die Dynamik verändert, auch medial. Wie kann es sein, dass ein Spieler für Deutschland spielt und die Karte eines anderen Landes tätowiert hat? Danach wurde ich nie wieder einberufen. Du holst mich in der Zeit, in der ich richtig durchstarte, nicht mehr zur Nationalmannschaft? Ich wurde als Ausländer betrachtet", so Demirbay.

Der auch deshalb klar festhällt: "Ich würde nie wieder für Deutschland spielen, selbst wenn sie mich jetzt anrufen würden."

Da diese "Gefahr" nicht besteht, ist das Kapitel zwischen Deutschland, dem DFB und Demirbay endgültig beendet. Mit großem Groll seitens des Ex-Bundesliga-Stars...


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