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7 Klopp-Verlierer seit der letzten Länderspielpause

Die letzte Länderspielpause ist bereits wieder ein paar Wochen her, doch die nächste DFB-Phase steht schon vor der Tür. Zeit für einen kleinen Formcheck.
VonOliver Helbig
Bundestrainer Jürgen Klopp muss sich auf die nächste Länderspielpause vorbereiten
Bundestrainer Jürgen Klopp muss sich auf die nächste Länderspielpause vorbereiten | picture alliance/GettyImages

Seit der letzten Länderspielpause der deutschen Nationalmannschaft und somit der ersten unter Jürgen Klopp sind schon wieder ein paar Wochen ins Land gezogen und der Bundestrainer konnte aus seinem XXL-Kader durchaus gewinnbringende Erkenntnisse ziehen.

So gingen beispielsweise die beiden Breisgau-Brasilianer Philipp Treu und Derry Scherhant aus den Duellen gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien als vermeintlich größte Gewinner hervor und dürften auch im nächsten Länderspielfenster eine Rolle im Kader des Bundestrainers spielen. Selnbst, wenn der Kader beim nächsten Mal nicht im XXL-Format nominiert werden dürfte.

Sowohl Treu als auch Scherhant konnten nach der Länderspielpause ihre Flughöhe halten und ihre Leistungen bestätigen. Mit dem SC Freiburg eroberten sie zwischenzeitlich sogar die Tabellenspitze der Bundesliga. Ihre anhaltend befreite und frische Art, Fußball zu spielen, wird in Zukunft sicherlich gefragt sein, wenn es um den Neuaufbau der Nationalmannschaft geht.

Anderen potenziellen Nationalspielern ist die Leichtigkeit seit der Länderspielpause etwas abhanden gekommen, oder sie straucheln noch immer damit, diese zu finden.

Doch wer von den potenziellen Nationalspielern, die im letzten Länderspielfenster bereits im Kader standen oder mit Chancen auf einen Anruf vom Bundestrainer im Gespräch waren, konnte seit der letzten Länderspielpause im Verein wenig Argumente für eine Nominierung im November sammeln? Während bei den einen die Leistung nachgelassen hat, kommen andere einfach nicht in Tritt.

Wir haben sieben Spieler aus diesem Kreise mal genauer unter die Lupe genommen.

Konnten bei Klopp nicht punkten: 7 Verlierer seit der letzten Länderspielphase

Phillip Tietz / Mainz 05

Vor der Länderspielpause zeigte sich Phillip Tietz in Hochform: Er erzielte bis zum Debüt von Jürgen Klopp acht Tore in fünf Pflichtspielen für den FSV Mainz 05, je vier in der Bundesliga und im DFB-Pokal.

Der 29-jährige gebürtige Braunschweiger war einer der heimlich erwarteten Kandidaten, denen man zutraute, bei der kommenden Länderspielpause eine Rolle spielen zu können, vor allem da auch die Konkurrenz im DFB-Sturmzentrum wenig überzeugte. Doch dann brach Tietz leistungstechnisch ein.

Phillip Tietz
Phillip Tietz | Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages

Während Tietz vor der letzten Länderspielpause konstant gut spielte, schwankten seine Auftritte danach. Zudem gelang dem 1,90 m großen Stürmer seither nur noch ein Bundesligatreffer.

Hätte Tietz seine Form beibehalten, würde man ihn möglicherweise in der Verlängerung sehen. Derzeit ist der vermeintliche No-Name für die DFB-Elf aber etwas abgerutscht und muss sich bis zu den Länderspielen sehr strecken, um doch noch eine kleine Chance auf eine Nominierung zu haben.

Deniz Undav / VfB Stuttgart

Deniz Undav wurde trotz seines Formtiefs für viele überraschend nicht in den ersten Kader von Jürgen Klopp nominiert. Obwohl der Torjäger des VfB Stuttgart wie der Rest der Schwaben noch immer nicht wirklich in der neuen Spielzeit angekommen scheint, dachte man eigentlich, dass sich die starken WM-Auftritte des Angreifers als Puffer anbieten würden, um den schlechten Saisonstart überspielen zu können.

Doch der Bundestrainer verzichtete auf den Stuttgarter in seinem XXL-Kader und erklärte ihm in einem Gespräch auch die Gründe.

Anschließend dachte man, dass gerade Deniz Undav die Nicht-Nominierung als Anlass nehmen würde, sich erst recht für eine Nominierung im November in Szene zu setzen. Doch der Fußball ist eben kein Wunschkonzert.

Deniz Undav
Deniz Undav | Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages

Undav kommt wie der Rest der VfB-Kicker bislang einfach nicht in einen Flow. So steht der Torjäger nach sieben Spieltagen in der Bundesliga noch immer ohne Treffer da. Zuletzt kam der 13-fache Nationalspieler (9 Tore, Anm. d. Red.) bei der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach nur eine gute halbe Stunde zum Einsatz.

In der Champions League gab es zumindest bereits den einen oder anderen Hoffnungsschimmer. Dort traf Undav gegen Slovan Bratislava und bereitete einen Treffer gegen Viking FK vor.

Wenn der Knoten in den kommenden Wochen aber national nicht ebenfalls so langsam mal platzen will, wird wohl auch der November ein Monat ohne Undav-Länderspiel werden.

Said El Mala / 1. FC Köln

Said El Mala gilt vielen im Land als einer der größten Hoffnungsträger der DFB-Auswahl. Doch die Leistungen des 20-Jährigen beim 1. FC Köln sowie in der deutschen Nationalmannschaft sind wechselhaft und noch nicht so konstant auf hohem Niveau, wie man es sich erträumt.

El Mala, der anders als Deniz Undav im ersten Klopp-Aufgebot stand, konnte dort noch nicht so befreit aufspielen wie in vielen Einsätzen bei den Geißböcken. Auch nach der letzten Länderspielpause konnte er nur wenige Ausrufezeichen setzen.

Said El Mala
Said El Mala | picture alliance/GettyImages

Nach der Länderspielphase Ende September/Anfang Oktober stottert El Malas Motor etwas. Das belegen die abnehmenden Noten im Oktober, die zuletzt mit einem eher unglücklichen Auftritt gegen den FC Schalke 04 endeten.

Zwar konnte Said El Mala im Oktober mit seinem Siegtreffer einen entscheidenden Anteil zum Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach beisteuern, doch man merkt dem Top-Talent durchaus auch an, dass sich die Kölner in der Findungsphase befinden.

El Malas Körpersprache lässt phasenweise vermuten, dass dem Dribbelkünstler derzeit etwas die Leichtigkeit abgeht. Ob sich das möglicherweise auch auf die DFB-Kadergestaltung im November auswirkt?

Nadiem Amiri / Mainz 05

In der letzten Länderspielphase kam Nadiem Amiri nur im Spiel gegen die Niederlande zum Einsatz, doch der Mittelfeldstar von Mainz 05 war gegen die Oranje nicht zu sehen. So war es nicht weiter verwunderlich, dass sein Einsatz gegen Griechenland ausblieb und Amiri das DFB-Team mit gemischten Gefühlen verließ, um Platz für den zweiten Block zu machen.

Neben dem mauen Eindruck, den er beim letzten DFb-Meeting bei Jürgen Klopp hinterlassen haben dürfte, konnte der 30-Jährige nach der Länderspielpause auch keine Argumente mehr sammeln. Er hadert mit sich selbst.

Nadiem Amiri
Nadiem Amiri | Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages

Zuletzt äußerte sich Amiri selbst überaus kritisch und frustriert zu seiner aktuellen Formkrise. "Mir geht es auch auf den Sack, dass ich noch keine so großen Scorer und kein persönliches Tor habe", sagte der Mainzer nach der 2:3-Niederlage gegen Werder Bremen zuletzt noch.

Sein Formtief begründet der Mainzer unter anderem mit der Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer. "Ich habe gemerkt, dass mir die kurze Pause nicht gutgetan hat, im Kopf, aber auch körperlich", so Amiri. Und weiter: "Das war eine ungewohnte Vorbereitung für mich, die ich in der Form lange nicht mehr hatte. Es gab wenig Zeit für Freizeit, ich musste sehr schnell wieder zurückkommen."

Amiris Loch ist aber ein etwas spezielleres, denn der Mainzer Spielgestalter ist durchaus bemüht. Kein Mainzer Kicker war an mehr Torschüssen und Abschlüssen beteiligt als der 14-malige deutsche Nationalspieler.

Allerdings fehlt auch Amiri wie unter anderem Said El Mala derzeit die Leichtigkeit. Auf einer derart stark und eng besetzten Position wie im zentralen Mittelfeld, könnte das durchaus zu einer Nicht-Nominierung im Novemver führen.

Lennart Karl / FC Bayern München

Auch Lennart Karl vom FC Bayern München hat seine große Leichtigkeit verloren. Das Münchner Wunderkind läuft seiner Form und den eigenen Ansprüchen mittlerweile etwas hinterher und erhielt statt Sonderlob zuletzt deutliche Kritik aus dem inneren des Vereins.

Lennart Karl
Lennart Karl | S. Stingl/GettyImages

Seit seiner mittelschweren Verletzung im Sommer und dem dadurch bedingten Verpassen der WM 2026 scheint bei Karl der Wurm drin zu sein. Auch nach der Länderspielpause bekommt der 18-Jährige das nicht aus seinem Spiel.

Während der hochveranlagte Linksfuß bei der letzten Länderspielpause noch zu einem 63-minütigen Einsatz gegen Griechenland kam, könnte er im kommenden Länderspielfenster im November möglicherweise aus dem Kader gestrichen werden, um seine Form zu finden und sich in Detailarbeit an der Säbener Straße um seine kleine Krise zu kümmern.

Kevin Schade / FC Brentford

Der 24-jährige Kevin Schade war Teil der ersten Klopp-Nominierung und der Angreifer vom englischen Klub FC Brentford durfte sowohl gegen die Niederlande als auch gegen Griechenland für rund eine Stunde aufs Feld.

Allerdings wusste der Ex-Freiburger dort weder zu gefallen noch hat er bleibenden Eindruck hinterlassen. Neben der neu aufgekommenen Positions-Konkurrenz durch Derry Scherhant läuft es auch auf Vereinsebene plötzlich nicht mehr.

Kevin Schade
Kevin Schade | Shaun Botterill/GettyImages

Schade, denn er war vor der letzten Länderspielpause noch Stammkraft und stand in vier der ersten fünf Ligaspiele der Premier League über die volle Distanz auf dem Feld. Nach der Länderspielpause erhielt er jedoch deutlich weniger Einsatzzeit. In den drei Ligaspielen seit der Länderspielpause kam der siebenfache Nationalspieler nur noch zu 159 Einsatzminuten. Im Vergleich dazu: In den fünf Ligaspielen vor der DFB-Reise waren es noch 448 Einsatzminuten.

Auch die Torgefahr ist ihm seit dem Anruf von Jürgen Klopp abhanden gekommen. Obwohl Schade vor der Länderspielpause mit drei Treffern noch gut in die Saison gestartet war, herrscht seitdem Ebbe auf seinem Scorerkonto. Derzeit fehlt etwas die Fantasie, dass es auch im November für einen Anruf des Bundestrainers reichen könnte. Zu allem Übel zog sich der Angreifer auch noch eine Schulterverletzung zu.

Ridle Baku / RB Leipzig

Ridle Baku von RB Leipzig gehörte bei Klopps erster DFB-Nominierung noch zum XXL-Kader und zum zweiten Block. Bei den beiden Länderspielen gegen Serbien und Griechenland spielte der Rechtsverteidiger allerdings keine Rolle und kam nicht zum Einsatz.

Zudem bekam Baku auf seiner Position durch den Freiburger Philipp Treu mächtig Konkurrenz, der in drei von vier möglichen Länderspielen unter Klopp über die komplette Spielzeit ran durfte und Eindruck hinterließ.

Ridle Baku
Ridle Baku | Eurasia Sport Images/GettyImages

Dass der Leipziger im November mit einem Anruf rechnen darf, ist wohl eher unwahrscheinlich, denn abgesehen von der Konkurrenz durch Treu baute der 28-Jährige im Anschluss an die letzte Länderspielpause auch auf Vereinsebene gewaltig ab.

Seit der Länderspielpause kam Baku für die Roten Bullen nur noch auf 58 Minuten Einsatzzeit. Zuletzt musste er in den beiden Bundesligaspielen gegen Bayern München und die SV Elversberg sogar über 90 Minuten das Spielgeschehen als Zuschauer von außen verfolgen. Baku stand zwar im Kader, durfte aber wie im DFB-Team nicht ran.

Bereits vor der letzten Länderspielpause gehörte der gebürtige Mainzer nicht zur Stammpersonal der Sachsen. Die Entwicklung nach der Länderspielpause dürfte sein Standing bei Klopp nicht sonderlich verbessert haben.


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