Am 20. August 2026 hatte der 1. FC Köln große Neuigkeiten zu verkünden: Said El Mala hat sich nach einem turbulenten Transfersommer für einen Verbleib bei den Geißböcken entschieden. Noch dazu verlängerte er seinen ohnehin schon langfristigen Vertrag um ein weiteres, symbolisches Jahr bis 2031 - wohlgemerkt ohne Ausstiegsklausel.
Dass damit erstmals seit dem Abgang von Lukas Podolski wieder ein neuer Prinz geboren war, feierte der Effzeh ausgelassen mit dem Wechsel der Trikotnummer. El Mala bekam als gefeierter Held die Nummer zehn - und damit eine Menge zusätzlichen Druck auf seine Schultern.
Denn es war ohnehin schon davon auszugehen, dass es El Mala ab der neuen Saison schwieriger haben würde, die Leistungen der Vorsaison zu bestätigen oder gar zu verbessern. Nach wie vor ist der 20-Jährige dank seiner großen Qualitäten am Ball für jeden Gegenspieler dieser Welt kaum aufzuhalten. Doch spätestens seitdem er die Nummer zehn trägt, liegt nun ein ganz anderes Augenmerk auf ihm.
Natürlich ist es nicht nur die Zahl auf dem Rücken, die El Mala das Leben schwieriger macht. Aber das gesamte Bild des Superstars, das der Verein selbst vor allem in den sozialen Medien um ein immer noch jungen Offensivspieler zeichnet, lastet einen immensen zusätzlichen Druck auf seine Schultern.
El Mala ist der Druck anzumerken
El Mala ist gefühlt zum alleinigen Hoffnungsträger einer ganzen Millionenstadt geworden, was sich vor allem aufgrund seines jungen Alters nicht richtig anfühlt. Und gewissermaßen ist das dem Spieler auf dem Platz auch anzumerken. Genau das äußerte er zu Saisonbeginn auch selbst in einem bemerkenswert offenen Interview.
"Ich würde lügen, wenn ich sage: 'Nein.' Ich glaube, da ist schon viel Last auf dem Rücken. Ich bin gerade 20 geworden. Ich versuche, das schon gut beiseitezuschieben, wenn ich spiele. Aber es geht natürlich nicht komplett weg. Aber ich versuche, meinen Kopf freizukriegen, die Jungs helfen mir, die Trainer helfen mir, reden viel mit mir", sagte El Mala nach dem ersten Spieltag gegenüber DAZN.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Auch in dieser Saison spielt El Mala alles andere als schlecht, er gehört weiterhin zu den besten Kölnern auf dem Platz und sorgte mit seinen beiden Toren gegen Hoffenheim (3:2) und Gladbach (2:1) für die bislang einzigen beiden Erfolge in der Bundesliga. Doch seit Saisonbeginn tut sich El Mala häufig auch schwer, was vor allem in den jüngsten beiden Spielen in Frankfurt (0:1) und gegen Schalke (0:0) zu beobachten war.
Zum einen fehlte die Unterstützung in der Offensive, zum anderen wirkte er aber auch selbst bei einigen Abschlüssen zu verkopft oder verpasste es, den besser postierten Mitspieler in Szene zu setzen. Gegen Frankfurt hatte er nur einen Abschluss zu verzeichnen, nachdem er sich wie gewohnt von der linken Seite ins Zentrum durchdribbelte - den Abschluss aber voll verzog. Gegen Schalke hatte er zwar mehr Aktionen, agierte im Abschluss teilweise aber viel zu überhastet. Die Unbekümmertheit, die ihn in der vergangenen Saison noch auszeichnete, ließ er auch bei seinen ersten beiden Länderspielen für die A-Nationalmannschaft vermissen.
Es darf also stark bezweifelt werden, ob es vom Verein förderlich war, den 20-Jährigen im Sommer derart ins Rampenlicht zu stellen. Abgesehen davon hätte El Mala zu diesem Zeitpunkt vermutlich längst das schwarz-gelbe Trikot getragen, wenn der BVB sein Angebot noch einmal nachgebessert hätte. Immerhin: El Malas Wechsel zur Nummer zehn dürfte sich zumindest in den Verkaufszahlen der neuen Trikots wiedergespiegelt haben...
