Keine Punkte, dafür neue Sorgen um den Top-Scorer: Für Werder Bremen verlief die Auswärtsreise zum VfB Stuttgart gleich doppelt unerfreulich. Neben der 0:1-Niederlage müssen die Grün-Weißen auch eine mögliche Verletzung von Marco Grüll verkraften. Der Österreicher musste im zweiten Durchgang verletzt ausgewechselt werden.

Grüll hatte sich zuvor ohne vorangegangene erkennbare gegnerische Einwirkung auf den Rasen gesetzt und auf seine Wade gedeutet. Für ihn kam Justin Njinmah in die Partie. Wie schwer es den 28-Jährigen erwischt hat, ist noch unklar.
Problematik "schon etwas länger"
Nach dem Spiel konnte Werder-Trainer Daniel Thioune noch keine Entwarnung geben. "Es handelt sich um die Wade. Ich weiß nicht, ob sie zugemacht oder ob er einen Tritt abbekommen hat. Es war sehr schmerzhaft", erklärte der 52-Jährige auf der Pressekonferenz.
Auch am Sonntagmorgen herrschte noch Ungewissheit. Wie Thioune laut der DeichStube bestätigte, sind die Beschwerden keineswegs neu. Grüll habe "schon etwas länger eine Wadenproblematik." Eine MRT-Untersuchung am Montag soll nun Aufschluss darüber geben, ob der Muskel selbst oder das umliegende Gewebe betroffen ist.
Vorsichtiger Optimismus beim Werder-Coach
Immerhin zeigte sich der Werder-Coach vorsichtig optimistisch, was die mögliche Ausfallzeit seines Schützlings betrifft. Er geht vorerst davon aus, dass Grüll nicht allzu lange pausieren muss. Eine genaue Prognose ist allerdings erst nach den Untersuchungen möglich.
Ein längerer Ausfall wäre für die Bremer besonders bitter. Grüll zählt in dieser Saison zu den wichtigsten Leistungsträgern und hat mit zwei Toren und acht Assists bereits zehn Scorerpunkte gesammelt - so viele wie kein anderer im Bremer Kader. Damit gehört der österreichische Nationalspieler zu den besten Vorlagengebern der Liga.
Nordderby und Länderspiele in Gefahr?
Die Verletzung kommt auch mit Blick auf den Spielplan zur Unzeit. Nach der Länderspielpause empfängt Werder am 22. November den Hamburger SV zum prestigeträchtigen Nordderby. Ob Grüll bis dahin wieder einsatzfähig ist, dürfte maßgeblich vom Ergebnis der MRT-Untersuchung abhängen.
Auch seine Teilnahme an den anstehenden Länderspielen mit der österreichischen Nationalmannschaft steht damit infrage. Für Werder wäre es zumindest ein kleiner Vorteil, wenn der 28-Jährige die Länderspielpause zur Regeneration nutzen könnte, um rechtzeitig für das Duell mit dem HSV wieder fit zu werden.
