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"Warum sollte ich bereit sein?" Ex-DFB-Star bei Gala auf dem Abstellgleis

Mickrige elf Saisonminuten und eine bissige Frust-Aussage: Ex-DFB-Kapitän İlkay Gündogan schiebt bei Galatasaray Frust auf der Bank.
VonMoritz Jonas
Ilkay Gündogan steht bei Galatasaray auf dem Abstellgleis
Ilkay Gündogan steht bei Galatasaray auf dem Abstellgleis | Ferda Demir/GettyImages

Über Jahre hinweg war er das Gehirn und der Taktgeber im Mittelfeld von Spitzenklubs wie Borussia Dortmund, Manchester City und dem FC Barcelona: İlkay Gündogan stand sinnbildlich für strategische Dominanz auf allerhöchstem europäischem Niveau.

Doch bei Galatasaray Istanbul findet sich der 82-fache deutsche Nationalspieler in einer völlig ungewohnten und bitteren Realität wieder – als dauerhafter Reservist auf dem Abstellgleis.

Mickrige elf Pflichtspielminuten durfte der frühere DFB-Kapitän in der laufenden Saison 2026/27 für den türkischen Serienmeister bislang bestreiten. Weder in der heimischen Süper Lig noch auf internationalem Parkett spielt der Routinier unter Cheftrainer Okan Buruk eine nennenswerte Rolle.

Dass an dem 35-Jährigen diese Degradierung keineswegs spurlos vorbeigeht, entlud sich nun in einer bemerkenswerten Frust-Aussage in den Katakomben.

Nach dem 3:1-Auswärtssieg bei Kasimpasa, den Gündogan erneut über 90 Minuten von der Bank aus mitverfolgen musste, wurde der Stürmerstar von Reportern auf das anstehende Prestigeduell in der UEFA Champions League gegen seinen Ex-Klub FC Barcelona angesprochen. Die Frage, ob er für den Kracher am Dienstag bereit sei, konterte der Spielmacher trocken wie vielsagend: "Ich spiele doch nicht – warum sollte ich also bereit sein?"

Buruk bügelt den Eklat ab

Die deutlichen Worte schlugen in den türkischen Medien hohe Wellen und wurden prompt als offene Rebellion gegen das Trainerteam gewertet. Coach Okan Buruk bemühte sich jedoch sofort darum, den Zündstoff zu entschärfen und nahm seinen prominenten Schützling öffentlich in Schutz.

"Ich finde, Ilkays Aussage wurde falsch verstanden", erklärte der Gala-Trainer und lieferte die Erklärung für die Gereiztheit: "Der Junge könnte nach dem Spiel etwas angespannt gewesen sein, weil er sich aufgewärmt hat und dann nicht eingewechselt wurde. Ich habe dem keine große Bedeutung beigemessen, denn Ilkay trainiert gut und wartet darauf, zu spielen."

Sperren im Mittelfeld als letzte Chance?

Im hochkarätig besetzten Gala-Zentrum setzt Buruk derzeit bevorzugt auf physisch stärkere und dynamischere Kräfte wie Gabriel Sara, Mario Lemina, Chelsea-Leihgabe Lesley Ugochukwu und Lucas Torreira. Gündogan werden in der türkischen Presse derweil mangelnde Endgeschwindigkeit und fehlender Einfluss auf das Spieltempo nachgesagt.

Ausgerechnet die Disziplinlosigkeiten seiner Mitspieler könnten dem Ex-Barça-Profi nun jedoch die ersehnte Bewährungschance eröffnen: Ugochukwu sitzt nach einem Platzverweis gegen Trabzonspor noch eine Rotsperre ab, zudem flog Torreira gegen Kasimpasa ebenfalls mit glatt Rot vom Feld. Während ein Startelfeinsatz in der Königsklasse gegen Barcelona weiterhin als unwahrscheinlich gilt, rückt Gündogan für das folgende Ligaspiel bei Genclerbirligi zwangsläufig wieder in den Fokus.

Sollte sich an seiner Reservistenrolle am Bosporus bis zum Saisonende dennoch nichts Grundlegendes ändern, dürften auch die Wechselgerüchte nicht abreißen. Gündogans Vertrag läuft im Sommer 2027 aus – und die Fans seines Jugendklubs 1. FC Nürnberg träumen längst von einer spektakulären Rückkehr ihres verlorenen Sohnes.


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