'The National One' hat die DFB-Bühne betreten. Nach einer erneut enttäuschenden Weltmeisterschaft brauchte die deutsche Nationalmannschaft einen neuen Hoffnungsträger. Und hat mit Jürgen Klopp den ultimativen bekommen.
Der 59-Jährige hatte es auf Anhieb geschafft, neue Euphorie um das strauchelnde und viel kritisierte DFB-Team zu entfachen. Das 1:1-Remis in den Niederlanden war aufgrund des holländischen Last-Minute-Ausgleichs zwar bitter, schürte aber weitere Hoffnungen.
Bis drei Tage später die enttäuschende 0:1-Heimpleite gegen Griechenland folgte. Das Klopp'sche Anfangshoch war schnell wieder verflogen. Und die erste bittere Erkenntnis ist klar: Selbst ein Jürgen Klopp ist eben kein Wunderheiler.
Am Donnerstagabend (ab 20:45 Uhr) hat Klopp mit seiner runderneuerten Mannschaft – der zweite Teil des 44-Mann-XXL-Kaders darf jetzt ran – die nächste Chance. In München ist ein Sieg über Serbien Pflicht. Nicht nur, um zumindest etwas Aufbruchsstimmung zu retten. Sondern auch, um die Abstiegsgefahr aus der A-Liga der Nations League einzudämmen. Zumal die Serben selbst ein miserables Jahr 2026 hinter sich haben. Ohne WM und mit nur einem einzigen Länderspiel-Sieg (fünf Niederlagen, ein Sieg).
3 von 4 Weltmeister-Bundestrainer haben Auftakt nicht gewonnen
Doch zurück zu Klopp: In der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft ist der 59-Jährige der 13. Bundestrainer. Mit Sepp Herberger, Helmut Schön, Franz Beckenbauer und Joachim Löw gab es vier, die mit Deutschland den Weltmeister-Titel gewannen. Löw war dabei der einzige, dem im ersten Länderspiel als neuer Bundestrainer ein Sieg gelang.
Herberger trennte sich beim Debüt von Italien 2:2, beim Schön-Auftakt gab es ein 1:1-Remis gegen Schweden und Franz Beckenbauer verlor sein Bundestrainer-Debüt mit 3:1 gegen Argentinien. Löw wiederum war mit 3:0 gegen Schweden siegreich.
Auch Herberger und Schön starteten mit zwei sieglosen Spielen
Selbst zwei sieglose Spiele zum Start müssen derweil kein schlechtes Omen sein. Im Gegenteil: Mit Herberger und Schön mussten zwei der vier Weltmeister-Bundestrainer auch nach dem zweiten Spiel auf einen Sieg warten. Beide starteten allerdings zumindest mit zwei Remis in ihre Amtszeit: Unter Herberger trennte sich Deutschland in Spiel zwei mit 2:2 von den Niederlanden, in der zweiten Schön-Partie gab es ein 1:1 gegen Italien.
Ein Sieg im 3. Spiel als gutes Omen...
Beide haben im Anschluss ihr drittes Spiel als Bundestrainer gewonnen. Herberger mit 3:2 gegen Luxemburg, Schön mit 5:0 gegen Zypern. Für Klopp wäre es demnach ein gutes Omen, ebenfalls das dritte Länderspiel zu gewinnen.
Eine Garantie für spätere Erfolge wäre das freilich nicht. Aber derzeit muss man sich mit Blick auf das DFB-Team eben an jeden noch so kleinen Strohhalm festhalten.
Alle Bundestrainer der DFB-Geschichte
Bundestrainer | Amtszeit | Spiele/ | Titel |
|---|---|---|---|
Jürgen Klopp | seit 15.8.26 | 2/0,5 | - |
Julian Nagelsmann | 9/23 - 7/26 | 37/2,03 | - |
Hansi Flick | 8/21 - 9/23 | 25/1,72 | - |
Joachim Löw | 7/06 - 7/21 | 198/2,09 | WM 2014 |
Jürgen Klinsmann | 7/04 - 7/06 | 34/2,06 | - |
Rudi Völler | 7/00 - 6/04* | 54/1,87 | - |
Erich Ribbeck | 10/1998 - 6/2000 | 24/1,50 | - |
Berti Vogts | 8/1990 - 9/1998 | 102/2,20 | EM 1996 |
Franz Beckenbauer | 9/1984 - 7/1990 | 66/1,89 | WM 1990 |
Jupp Derwall | 7/1978 - 6/1984 | 67/2,18 | EM 1980 |
Helmut Schön | 11/1964 - 6/1978 | 139/2,09 | EM 1972, WM 1974 |
Sepp Herberger | 11/1936 - 6/1964 | 162/186 | WM 1954 |
Otto Nerz | 7/1926 - 11/1936 | 75/1,91 | - |
