Nach der Verpflichtung von Noah Atubolu ist Kaua Santos bei Eintracht Frankfurt wieder in die Rolle des Ersatzkeepers gerutscht. Für Torwartlegende Uli Stein, sieben Jahre lang (1987-1995) selbst Schlussmann der Frankfurter, ist klar: Auf Dauer sollte sich der 23-Jährige damit nicht zufriedengeben. Der frühere Nationaltorwart bringt deshalb einen vorübergehenden Abschied von der SGE ins Spiel.
"Er ist ein guter Junge und hat riesiges Potenzial. Es wäre sehr schade, wenn er in Frankfurt auf der Bank versauert. Da ist eine Leihe wahrscheinlich schon die beste Option", erklärte Stein gegenüber der Bild: "Ich hoffe, dass er unbelastet irgendwo neu anfängt. Er braucht das volle Vertrauen des Trainers. Und das Gefühl, dass er auch mal einen Fehler machen darf. Die Chance hatte er in Frankfurt zuletzt nicht."
Schwierige Monate liegen hinter Santos
Hinter Santos liegt schließlich eine schwierige Zeit. Seit April 2025 wurde der Brasilianer gleich zweimal von schweren Knieverletzungen ausgebremst. Und auch wenn er fit war, lief es nicht nach Plan. Wenn Santos zwischen den Pfosten stand, kassierte die Eintracht zahlreiche Gegentore - wie etwa beim verheerenden 0:7 im Testspiel beim FC Brentford vor der Saison. Schließlich entschied sich Trainer Adi Hütter gegen ihn als Nummer eins, mit Atubolu bekam Santos im Sommer einen neuen Konkurrenten vor die Nase gesetzt.
Stein ist dennoch überzeugt von den Qualitäten des Keepers und sieht die Probleme weniger im grundsätzlichen Leistungsvermögen. "Er hat schon klasse gehalten und definitiv durch seine Verletzungen nicht das Torwartspiel verlernt. Ich denke, das ist dann schon ein Kopfthema. In Frankfurt ging nach dem ersten Fehler direkt die Diskussion wieder los. Das beschäftigt einen Torwart natürlich", sagte der 71-Jährige.
Abschied im Sommer trotz Degradierung keine Option
Santos selbst hatte sich im Sommer noch bewusst gegen einen Abschied entschieden und seinen Willen betont, sich in Frankfurt durchzusetzen. "Der einfache Weg im Fußball ist, wegzulaufen und sich einen anderen Verein zu suchen. Aber ich bin überzeugt, dass Frankfurt zum aktuellen Zeitpunkt der richtige Ort für mich ist", schrieb er bei Instagram.
Bei der Eintracht gilt Santos weiterhin als beliebter Teamkollege, der sich im Training voll reinhängt. Sein großes Ziel bleibt der Durchbruch in Frankfurt. Unter Hütter sind regelmäßige Einsätze in der Bundesliga angesichts der aktuellen Rollenverteilung allerdings kaum in Sicht. Im Winter dürfte sich deshalb erneut die Frage stellen, ob Santos weiter um seine Chance kämpft oder andernorts einen Neustart wagt. Eine Leihe kommt für den Brasilianer laut Bild allerdings nur infrage, wenn ihn das Gesamtpaket eines Interessenten vollständig überzeugt.
