Als der SC Paderborn im Sommer einen Nachfolger für Mika Baur benötigte, nahm der Aufsteiger kurzerhand die Leitung zum VfB Stuttgart auf. Mit Erfolg: Die Paderstädter einigten sich mit den Schwaben auf eine Leihe von Laurin Ulrich.
Beim SCP hat sich der 21-Jährige auch prompt als Stammspieler etabliert. Mit jeder Woche harmoniert Ulrich mit seinem Mittelfeldpartner Santiago Castaneda besser, so dass er am vergangenen Wochenende – ausgerechnet gegen seinen Stammverein – seine wohl beste Partie im Paderborner Trikot absolvierte.
Es war ein gutes Bewerbungsschreiben des VfB-Eigengewächses, das nach wie vor hofft, eines Tages auch noch in Stuttgart durchstarten zu können.
"Natürlich habe ich diesen Traum", gab Ulrich gegenüber der Bild unumwunden zu. "Jetzt freue ich mich erstmal, dass ich hier in Paderborn die Chance bekomme, Bundesliga zu spielen und mich weiterzuentwickeln. Das möchte ich bestmöglich nutzen. Ich fühle mich wohl, darf spielen und komme mit jedem gut klar. Aktuell darf ich mich nicht beschweren. Das Spiel gegen den VfB war etwas Besonderes für mich. Ich habe mich gefreut, alle wiederzusehen."
Ulrichs bisherige Bilanz in Paderborn

Wie das Boulevardblatt erklärt, wird die aktuelle Saison zum Knackpunkt für Ulrichs Zukunft beim VfB. Denn die Leihe nach Paderborn ist bereits die dritte in Folge, eine vierte soll es dabei nicht geben. Heißt: Plant Stuttgart den Youngster im kommenden Sommer nicht ein, wird es wohl einen Verkauf geben.
"Ich habe meinen Leihbeauftragten, mit dem stehe ich ständig in Kontakt. Das reicht auch. Ich erwarte nicht, dass sich jeden Tag jemand meldet", erläuterte Ulrich, wie sein Draht nach Stuttgart ist.
Wohlgemuth lässt Ulrich-Zukunft erstmal offen
Sportchef Fabian Wohlgemuth wollte sich noch nicht in die Karten schauen lassen, ob Ulrich eine realistische Chance hat, bei den VfB-Profis durchzustarten. "Es ist ein junger Spieler, der mehrere Leihstationen hinter sich hat und jetzt in Paderborn Stammspieler ist. Er wird diese Saison hier spielen. Ob er dann in Zukunft auch bei uns eine Rolle spielen kann, wird sich zeigen", erklärte der 47-Jährige der Bild.
"Wir haben ihn im Blick, beobachten ihn ständig und freuen uns im nächsten Jahr wieder auf einen guten Spieler", schob Wohlgemuth hinterher. Ulrichs Vertrag im Ländle ist noch bis 2028 datiert, so dass auch noch eine Verlängerung her müsste, wenn Stuttgart langfristig mit dem Eigengewächs plant.
Natürlich kann man bei Ulrichs Situation gewisse Parallelen zu Dennis Seimen erkennen, der in der Vorsaison ebenfalls an den SCP ausgeliehen war und sich dort mit eindrucksvollen Leistungen für eine VfB-Zukunft empfehlen konnte. Der 20-jährige Keeper erhielt nach der erfolgreichen Leihe das Vertrauen, die Nachfolge von Alexander Nübel anzutreten. Ob das auch Ulrich gelingt?
