Im Sommer hat der VfB Stuttgart nach langen und mühsamen Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg die geforderte Ablösesumme von 25 Millionen Euro auf den Tisch gelegt, um sich die Dienste von Dzenan Pejcinovic zu sichern. Weil damals auch noch nicht sicher war, ob Ermedin Demirovic bei den Schwaben bleibt und Deniz Undav sowieso mehr aus dem offensiven Mittelfeld agiert, deutete zwischenzeitlich vieles darauf hin, dass der VfB mit Pejcinovic als eingeplanten Stammspieler im Angriff in die Saison gehen wird.
Doch letztlich kam es anders: Demirovic entschied sich für einen VfB-Verbleib und Pejcinovic kommt nun größtenteils von der Bank. Das hängt zum einen mit den zuletzt starken Leistungen des bosnischen Nationalspielers zusammen, zum anderen performt Pejcinovic im Ländle bislang deutlich unter seinen Möglichkeiten.
Pejcinovic betreibt Chancenwucher

Nach seinem Mega-Start in der ersten DFB-Pokal-Runde bei Hansa Rostock (4:0), als Pejcinovic die Messlatte mit einem Dreierpack selbst sehr hoch gelegt hat, läuft bei dem deutschen U21-Nationalspieler nicht mehr sonderlich viel zusammen und er wartet auf einen weiteren Pflichtspieltreffer. Seither verballerte der VfB-Neuzugang eine Großchance nach der anderen, allein in der Bundesliga gab er 15 Schüsse bei einem xGoals-Wert von 1,90 ab.
Doch in manchen Spielen taucht Pejcinovic komplett ab. Es wirkt teilweise so, als sei der 21-Jährige noch nicht ganz in das Stuttgarter Offensivspiel eingebunden. Außerdem unterlaufen dem eigentlich technisch starken Mittelstürmer auch noch zu viele kleine Fehler in der Ballbehandlung,
Ist Pejcinovic ein VfB-Flop?

Obwohl es bei Pejcinovic noch nicht rund läuft, ist es viel zu früh und extrem, den Neuzugang als einen Flop zu bezeichnen. Einerseits trägt man durch eine solch hohe Ablösesumme immer eine gewisse Last auf den Schultern - wenn es dann einmal nicht mehr läuft, ist es bei der von außen erzeugten Erwartungshaltung nicht ganz so leicht, aus dem Loch rauskommen.
Andererseits ist Pejcinovic noch unglaublich entwicklungsfähig und erst 21 Jahre alt. Man sollte dem Talent die benötigte Zeit geben und das Vertrauen schenken. Das gilt für die Verantwortlichen des VfB, aber auch die Fans. Denn die grundsätzlichen Qualitäten von Pejcinovic sollten unumstritten sein: Der Angreifer ist schnell, physisch sehr robust, verfügt in Normalform über einen guten Abschluss und ist technisch überdurchschnittlich gut. Es wäre durchaus verwunderlich, wenn Pejcinovic in den nächsten Monaten oder Jahren nicht noch einschlagen würde. Eine Garantie dafür gibt es jedoch natürlich nicht.
