Der VfB Stuttgart zeigte sich an den ersten vier Bundesliga-Spieltagen immer wieder anfällig nach eigenen Ballverlusten. Zu oft schalteten die Gegner schnell um, hatten dabei viel Platz und erspielten sich hochkarätige Torchancen, die manchmal auch zum Torerfolg führten. So gleich doppelt bei der bitteren 1:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim geschehen.
Was insgesamt auffällig war: Der Sechserraum war häufig bei schnellen Gegenstößen nicht besetzt. Die großen Lücken entstanden vor allem aufgrund der Unstimmigkeiten zwischen Angelo Stiller und Grischa Prömel. Natürlich kann es nach wenigen Monaten noch kein blindes Verständnis zwischen den beiden geben, allerdings müssen die wiederkehrenden Probleme schnell behoben werden. Kommt da gegen den SC Paderborn nun Ex-Capitano Karazor ins Spiel?
Das spricht für Karazor im VfB-Mittelfeld
Karazor und Stiller haben in den drei Jahren als Sechser-Duo beim VfB das angesprochene blinde Verständnis aufgebaut. Stößt Stiller beispielsweise in den Halbraum vor, weiß Karazor ganz genau, wo er sich zu positionieren hat, um den einen möglichen Konter abzusichern. Unter diesem Gesichtspunkt könnte der türkische Nationalspieler den Schwaben durchaus auch gegen Paderborn weiterhelfen und dem Team die benötigte Stabilität geben.
Unabhängig davon ist Karazor grundsätzlich die defensivere Variante im Gegensatz zu Prömel. Der 29-Jährige ist nur selten im letzten Drittel zu finden, sondern hält sich meist als letzter Mann vor den Innenverteidigern auf. Dort agiert er mit seiner Zweikampfstärke, sowohl in der Luft als auch auf dem Boden, als Staubsauger, der das gegnerische Spiel gerne zerstört und auch jede Menge zweite Bälle gewinnt. Sollte Hoeneß auf etwas mehr Sicherheit setzen wollen, ist Karazor zweifelsohne sein Mann neben Stiller.
Das spricht gegen Karazor im VfB-Mittelfeld
In Paderborn wird der VfB, wie so häufig, einen tiefstehenden Gegner erwarten. Weil der SCP in seiner Grundordnung wirklich schwer zu durchbrechen ist und es nicht so einfach sein wird, in den Strafraum zu Aktionen zu kommen, benötigt es eine gute Boxbesetzung. Und da wäre Karazor nicht der geeinigte Spieler für, sondern Prömel. Der Neuzugang kann Flanken exzellent verwerten und ist in diesem Punkt wahrscheinlich einer der besten Sechser der Bundesliga. Auf dieses Powerhouse möchte Hoeneß womöglich auch gegen den Aufsteiger nicht verzichten.
Zudem machte der VfB-Coach auf der Pressekonferenz vor der Partie im Hinblick auf das Zusammenspiel zwischen Stiller und Prömel Mut: "Wir haben da zwei sehr gute Spieler, die sich aneinander gewöhnen müssen - das ist ganz normal. Da braucht es eine gute Balance, eine gute Absicherung und gegenseitige Abstimmung, damit ein Sechser da ist, um Konter zu unterbinden. Und da arbeiten wir mit Ange und Grischa dran."
