Ist Manuel Neuer immer noch die verdiente Nummer eins beim FC Bayern? Eine Frage, die sich aufgrund der großen Karriere des fünfmaligen Welttorhüters irgendwie verboten anhört, wird spätestens seit seiner schwachen Leistung beim 2:2 in Augsburg heiß diskutiert. Immer mehr Fans und Experten fordern, dass Jonas Urbig schon vor Neuers Vertragsende im Sommer zur neuen Stammkraft avanciert.
An diesen Diskussionen will aber nicht jeder Experte beteiligen. Beispielsweise von Sepp Maier erhält der 40-jährige Routinier weiterhin die volle Rückendeckung. "Mein Gott, der Manuel hat sich nicht konzentriert, das war leichtsinnig und das weiß er", kommentierte die Torwartlegende Neuers Auftritt in Augsburg gegenüber Absolut Bayern.
"Typisch deutsch!" - Maier wird deutlich
"So ein Theater, nur weil er ein gewisses Alter erreicht hat? Das ist doch ein Schmarrn! Es gibt gute oder schlechte Torhüter, aber keine alten", betonte Maier unmissverständlich und sprach Neuer beim zweiten Gegentor in Augsburg frei von jeglicher Schuld. Im Gegenteil: Bei seiner Abwehr zeigte Neuer, dass er "immer noch ein sehr guter" sei und habe beim Gegentreffer schlichtweg "Pech" gehabt. "Dieses Geschimpfe, die Diskussion – das ist typisch deutsch! Lasst Manu in Ruhe."

Desweiteren forderte Maier, bei Neuer "nicht nur an die Zukunft zu denken, sondern auch an die Gegenwart und vor allem die Vergangenheit". Er erinnerte daran, was der Schlussmann "alles geleistet" habe, "wie viele Titel und Spiele er den Bayern gewonnen hat".
Maier drückt bei Urbig auf die Euphoriebremse
Nach der unglücklichen Vorstellung in Augsburg wäre es aus Maiers Sicht umso wichtiger gewesen, Neuer im kommenden Spiel das Vertrauen zu schenken. "Am besten wäre, wenn er gleich wieder im Tor steht. Und noch besser, wenn er richtig gut spielt. Dann ist die Sache vergessen", so Maier.
Dazu wird es allerdings nicht kommen. Da sich Neuer am Wochenende eine Fußverletzung zuzog, wird beim Auswärtsspiel in der Champions League bei Viking Stavanger (Dienstag, 21 Uhr) Urbig zwischen den Pfosten stehen (90min berichtete).
Dort wird Urbig die Gelegenheit bekommen, auch Kritiker wie Maier von sich zu überzeugen. "Jonas Urbig ist Anfang 20. Dem tut man nichts Gutes, wenn man ihn jetzt in den Himmel lobt. Ja, was hat der denn gehalten? Ein paar Bälle, die ganz normal aufs Tor kamen! Lassen Sie den erst mal eine ganze Saison spielen, bevor Sie Lorbeeren austeilen", forderte der 82-Jährige, der offenbar nicht jedes Spiel des DFB-Debütanten aufmerksam mitverfolgt hat.
