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Und täglich grüßt das königliche Murmeltier

Quo vadis, Real Madrid?
VonSimon Zimmermann
Vini und Mbappé – kein Traumduo
Vini und Mbappé – kein Traumduo | NurPhoto/GettyImages

Es wirkt fast so, als stecke Real Madrid seit drei Spielzeiten in einer Schleife fest. Die Stimmung rund um die Avenida de Concha Espina 1 ist während der ersten Länderspielpause der Saison jedenfalls so mies, wie über weite Teile der beiden titellosen Jahre zuvor.

Daran ändern konnte bisher auch die Rückkehr von 'The Special One' nichts – hauptsächlich initiiert vom omnipräsenten Florentino Perez. Mit José Mourinho an der Seitenlinie wollte der Real-Präsident eigentlich die vielen Nebenschauplätze begraben und das königliche Selbstverständnis wiederherstellen.

Das definiert sich bekanntlich durch Titel. Dumm nur, dass man auch unter Mourinho schon früh in der Saison den Erzrivalen hinterherhinkt. Das furios aufspielende Barça liegt in La Liga schon wieder sechs Punkte entfernt und nimmt bedrohlichen Kurs auf die dritte Meisterschaft in Folge. Und selbst Stadtrivale Atletico liegt wieder vor den Blancos.

Überholt wurde man von den Colchoneros im direkten Duell vor der Länderspielpause. Schon bei Xabi Alonso wurde der schnelle Niedergang in der Vorsaison durch eine Pleite im Derbi madrileño eingeleitet. Droht Mourinho nun ein ähnliches Schicksal?

Erste Kluft zwischen Mourinho und Perez?

Laut Mundo Deportivo herrsche im weißen Teil Madrids schon ordentlich Nervosität, die auch schon zu Streit zwischen Mourinho und Perez geführt habe. Nun muss man bedenken, dass die Mundo Deportivo aus Katalonien stammt und ein Barça-nahes Blatt ist. Entsprechend berichtet man gerne negativ über den Rivalen aus der spanischen Hauptstadt.

Dennoch scheint es bei Real tatsächlich einige Spannungen zu geben. Oder besser gesagt: Sie sind seit der Ankunft Mourinhos nie verflogen. Nach zwei Niederlagen in den letzten vier Ligaspielen half es Real und dem Portugiesen wenig, nach der Atletico-Pleite auf die Schiedsrichter einzuprügeln. Fehlentscheidungen hin oder her: Die Gründe für das kriselnde Real sind vielschichtiger und innerhalb des Klubs zu suchen.

"Nichts hat sich geändert"

Das legt auch ein Bericht von The Athletic nahe, der dazu mehrere Quellen aus dem Klub und dessen nahem Umfeld zitiert hat. Eine Quelle, die einem Real-Star nahe stehen soll, sprach davon, dass sich "nichts geändert" habe.

Eine andere Quelle meinte: "Die Probleme mit den Schiedsrichtern sind nicht so entscheidend wie die Probleme mit dem Fußball."

Auch weil es "an Kontrolle im Mittelfeld mangelt", wie eine weitere Quelle analysierte. Dazu passend schmerzt es die Blancos noch immer, dass sich Spaniens Kapitän Rodri nicht für Real, sondern für Barça entschieden hatte: "Man sieht Rodri im Barça-Mittelfeld spielen und das ist genau, was hier fehlt. Diese Länderspielpause wird unglaublich lang."

Der Clasico als Strohhalm

Aus dem Mourinho-Umfeld ist derweil zu hören, dass der Portugiese weiter optimistisch ist, Barça im Verlauf der Saison noch einholen zu können. Woher Mourinho diesen Optimismus nimmt, bleibt offen. Fakt ist jedenfalls, dass sein Team nach der Länderspielpause liefern muss. Ganz besonders im ersten Clasico der Saison am 25. Oktober im Camp Nou.

Dass die Mannschaft bis dahin eine deutlich verbesserte Einstellung zeigt und die internen Querelen der vergangenen Monate vergessen lässt, ist allerdings kaum zu erwarten. Einen neuen Mittelfeldchef à la Rodri wird sich Mourinho vorerst auch nicht backen können.

Lauffaul und ausgebremst von der Kombi Vini-Mbappé?

Den ein oder anderen Hebel, um die Star-Power gewinnbringend auf den Platz zu bekommen, sollte es dennoch geben:

Bisher ist Real in dieser La-Liga-Saison das laufschwächste Team (Barça dagegen liegt auf Rang zwei). An mangelnder Fitness sollte das nur bedingt liegen.

Zudem muss dringend eine Lösung im Zusammenspiel zwischen Vinicius Junior und Kylian Mbappé her. Der Brasilianer ist im Formloch, was auch mit seinem französischen Sturmpartner zusammenhängen könnte. Gegen Atletico zeigte die Heatmap der beiden, dass sie im Schnitt auf der exakt selben Position auf dem Platz zu finden waren. Vini und Mbappé ziehen beide am liebsten vom linken Flügel aus nach innen. Jeder für sich allein ist dabei weltklasse. Wenn das beide permanent machen wollen, kann eine funktionierende Offensive aber kaum entstehen.

Sollte Mourinho dieses und weitere Probleme nicht schnell lösen können, wird es nach dieser Saison heißen: Und seit drei Jahren grüßt das königlich-titellose Murmeltier...


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