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Umstrittener Wagner "zufrieden" – Jetzt spricht Ex-Effzeh-Trainer Baumgart

Die schwache Laufleistung des 1. FC Köln ist derzeit einer der Kritikpunkte an Trainer René Wagner. Dieser ist mit diesem Aspekt jedoch zufrieden - und erhält Rückendeckung von Steffen Baumgart.
VonFranz Krafczyk
René Wagner muss das Vertrauen der Fans zurückgewinnen
René Wagner muss das Vertrauen der Fans zurückgewinnen | Neil Baynes/GettyImages

Der Blick auf die Zahlen spricht Bände: Der 1. FC Köln lief in allen sieben bisherigen Bundesliga-Spielen weniger als sein jeweiliger Gegner. Die Geißböcke liegen damit in der Lauftabelle auf Platz 16. Das ist einer der Gründe für die Enttäuschung der Fans. Denn die Laufstärke, die den Effzeh in den vergangenen Jahren auszeichnete, ist nun zur Schwäche des Teams geworden – und trägt dazu bei, dass sowohl die Spielweise als auch die Ergebnisse zu wünschen übrig lassen.

Trainer René Wagner steht daher seit Wochen in der Kritik. Beim 0:0 gegen Schalke, wo die Kölner erneut vier Kilometer weniger liefen als ihr Gegner, gab es von den Rängen sogar erstmals lautstarke Unmutsbekundungen in Richtung des Übungsleiters.

Doch dieser scheint derzeit alles andere als unzufrieden zu sein – zumindest was die aktuelle Laufleistung seiner Mannschaft betrifft.

Wagner mahnt zur Vorsicht bei Laufdaten

"Generell bin ich mit der Fitness zufrieden", sagte Wagner auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin (Dienstag, 20:45 Uhr). Was die Unterschiede im Vergleich zu den Gegnern angeht, müsse man "sehr, sehr vorsichtig sein".

"Ich habe mir das Spiel bestimmt dreimal angeguckt und geschaut, wo Momente waren, in denen ein Spieler den extra Weg hätte gehen können", berichtete Wagner nach dem Schalke-Spiel. Die Erkenntnis: Vor allem im eigenen Ballbesitz hätte seine Mannschaft aktiver sein müssen.

"Ich glaube, dass wir mit Ball noch mehr Aktivität brauchen und noch öfter in die Tiefe laufen müssen, um mehr Wege zu gehen, die dem Gegner wehtun", stellte der 38-Jährige fest und forderte: "Um die Ketten auseinanderzuziehen, müssen wir besser werden. Das haben wir den Jungs auch gezeigt. Auf der anderen Seite ist es nicht immer entscheidend, mehr als der Gegner zu laufen. Am Ende musst du ein Tor mehr machen als der Gegner."

Natürlich kann Wagner die Rückendeckung der Fans in erster Linie nicht mit besseren Laufdaten, sondern vor allem mit Erfolgserlebnissen zurückgewinnen. Dabei ist der nüchterne Blick auf die Tabelle deutlich angenehmer als die Stimmungslage rund um den Verein. Schließlich rangiert der Effzeh mit acht Punkten aus sieben Spielen immerhin auf Platz zwölf.

"Kein Verständnis": Baumgart stellt sich hinter Wagner

Einen nüchternen Blick auf die Situation hat auch der frühere Kölner Trainer Steffen Baumgart, der bereits mit Wagner an der Seitenlinie zusammenarbeitete. "Ich habe kein Verständnis für die Rufe. Vor allem dann nicht, wenn es so schnell in diese Richtung geht", sagte er gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger über die Kritik an seinem ehemaligen Assistenten.

René Wagner und Steffen Baumgart arbeiteten zuletzt bei Union Berlin zusammen
René Wagner und Steffen Baumgart arbeiteten zuletzt bei Union Berlin zusammen | Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages

"Natürlich gibt es Frust, wenn man nach einem Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten nur einen Punkt holt und gerne drei gehabt hätte. Aber dann fangen alle sofort an, den einen zu suchen, der schuld ist. Es gibt keine Schuldfrage, das ist Sport, und zum Sport gehört alles dazu. Da sollte man ein bisschen Geduld haben und nicht gleich alles erwarten", so Baumgart weiter.

Zudem dürfe man nicht vergessen, dass der sich der Effzeh erst im zweiten Jahr nach dem Aufstieg befindet, im Sommer einen Umbruch bewältigen musste und nun über viele verletzte Spieler klagen muss. Baumgart glaubt deshalb: "Vieles von dieser Kritik hat mit René gar nicht mehr zu tun. Man hat das Gefühl, dass Leute nur noch Frust ablassen."

Baumgart, der sich nach seinem Aus bei Union Berlin im April auf Vereinssuche befindet, glaubt fest daran, dass Wagner das Vertrauen der Fans zurückgewinnen kann. "Ein Cheftrainer hat viele Aufgaben zu lösen, die man im ersten Moment nicht sieht. Da wächst er rein. René ist fokussiert", weiß er.


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