Nach einem schwachen Debütjahr bei Bayer 04 Leverkusen stand Malik Tillman in diesem Sommer unter Beobachtung. Der US-Amerikaner galt lange als Wechselkandidat und kokettierte auch öffentlich mit einem Abschied aus dem Rheinland.
Wäre Kasper Hjulmand Bayer-Trainer geblieben, wäre er sicher weg gewesen, hatte Tillman in einem Interview verraten. So aber blieb er in Leverkusen, um unter Hjulmands Nachfolger Carles Martinez einen neuen Anlauf zu wagen. Bislang mit mäßigem Erfolg.
Zwar stand Tillman in vier von sechs Pflichtspielen der neuen Saison in der Startelf, doch überzeugen konnte er nicht wirklich. Ohnehin profitierte der US-Boy auch davon, dass Moussa Diaby erst spät im Sommer zur Werkself stieß und somit ein Platz in der Startelf vakant war. Im Normalfall dürfte die offensive Dreierreihe nämlich aus Diaby, Ibo Maza und Afonso Moreira bestehen – so wie zuletzt gegen RB Leipzig, als Tillman 90 Minuten lang auf der Bank schmorte.
Das Problem für Tillman: Genau in diesem Spiel zeigte Leverkusen den "konzentriertesten, konstantesten" Auftritt der Saison, wie Sportchef Simon Rolfes betonte. Ohne den 35-Millionen-Euro-Einkauf...
Tillman mit schwachen Werten
Die Bild führt zudem ein paar Statistiken auf, die zeigen, dass Tillman im Vergleich zu den anderen Bayer-Akteuren im Mittelfeldzentrum abfällt: Von den Zweikämpfen gewann er bislang nur 44,7% – und damit deutlich weniger als die Konkurrenz. Robert Andrich ist mit einer Zweikampf-Quote von 50% der zweitschwächste Leverkusener, aber immer noch deutlich vor Tillman.
Nun ist Tillman auch nicht unbedingt für Zweikämpfe verpflichtet worden. Aber auch bei den Torschüssen und Torschuss-Vorlagen kann er seiner Konkurrenz nicht das Wasser reichen. Einzig bei der Passquote (88,4%) sticht er hervor.
Tillman wird nach der Länderspielpause, wenn vier englische Wochen in Folge anstehen und somit Spielzeit garantiert ist, deutlich zulegen müssen. Ansonsten wird er sich eingestehen müssen, dass das Problem vielleicht nicht an Leverkusens Trainern liegt, sondern an ihm selbst.
