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Tresoldi der Nächste? Diese Stars haben sich gegen den DFB entschieden

Nicolò Tresoldi steht vor einer harten Entscheidung: Bleibt er beim DFB oder wechselt er zum italienischen Verband? In der Vergangenheit haben sich schon einige namhafte Spieler gegen die deutsche Nationalmannschaft entschieden.
VonTim Pflieger
Der DFB möchte Nicolò Tresoldi unbedingt halten.
Der DFB möchte Nicolò Tresoldi unbedingt halten. | picture alliance/GettyImages

Bei der U21 des DFB-Teams präsentiert sich Kapitän Nicolò Tresoldi aktuell in Bestform. Jüngst schoss er sich mit einem Dreierpack in der EM-Qualifikation gegen Malta auf Rang zwei der ewigen U21-Torschützenliste - es waren seine Treffer 14 bis 16. Nur Heiko Herrlich (17 Tore) steht noch vor dem 22-jährigen Angreifer vom Club Brügge.

Natürlich versucht der DFB, alles in seiner Macht stehende zu tun, um Tresoldi von einem Verbleib zu überzeugen. In den nächsten Lehrgängen hätte der 22-Jährige vielleicht auch schon einen Platz im Kader von Jürgen Klopp, nachdem bislang noch kein Angreifer so richtig auf sich aufmerksam machen konnte.

Doch Tresoldi blockt Fragen zu seiner Zukunft bislang charmant ab und verweist erstmal auf die sportlichen Ziele, in etwa das EM-Ticket mit der deutschen U21 lösen zu wollen. Ob er danach für Italien auf Torejagd gehen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest wäre der Angreifer nicht der erste Profi, der sich gegen den DFB entscheidet. Schon einige Stars vor ihm kehrten der deutschen Nationalmannschaft den Rücken.

Ibrahim Maza (Algerien)

Ibrahim Maza spielte für Algerien bei der WM.
Ibrahim Maza spielte für Algerien bei der WM. | Richard Heathcote - FIFA/GettyImages

Ibrahim Maza ist ein echter Berliner Straßenkicker, der durch seinen unglaublichen Spielwitz und seine Torgefahr zum Spielentscheider werden kann. Seit seinem Wechsel von Hertha BSC in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen machte der 20-Jährige einen großen Sprung und wird sowohl im offensiven Mittelfeld als auch auf der Acht eingesetzt.

Und da liegt das Problem: Maza sah wohl beim DFB aufgrund der großen Konkurrenz auf diesen Positionen nur wenig Perspektive und entschied sich bereits im September 2024 für Algerien. Damals noch in der 2. Bundesliga aktiv, war vielleicht noch nicht abzusehen, welch steilen Aufstieg der Feintechniker erleben würde. "Ich wollte so früh wie möglich für eine A-Nationalmannschaft auflaufen können und so viele Spiele wie möglich als Profi in der Nationalelf machen", erklärte Maza im Januar 2025 gegenüber der BILD.

Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass Maza immer wieder stark betonte, welch große Verbundenheit er zu seinen algerischen Wurzeln habe - also auch eine Herzensangelegenheit.

Kenan Yildiz (Türkei)

Kenan Yildiz stammt gebürtig aus Regensburg.
Kenan Yildiz stammt gebürtig aus Regensburg. | Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages

In der Vergangenheit haben sich immer wieder deutsch-türkische Profis gegen den DFB entschieden. Da wären beispielsweise Can Uzun von Eintracht Frankfurt oder auch Salih Özcan von Besiktas zu nennen. Der prominenteste Fall dürfte aber Kenan Yildiz sein.

Schon früh in den U-Mannschaften hatte sich Yildiz für die Türkei entschieden. Beim DFB scheint man das riesige Talent des Flügelspielers von Juventus Turin nicht frühzeitig erkannt zu haben und hat dementsprechend zu wenige Bemühungen in seinen Verbleib gesteckt.

Mittlerweile ist Yildiz der wohl größte Star des türkischen Teams nach Nationalheld Arda Güler von Real Madrid. Yildiz steht mit seinen 21 Jahren schon bei 31 Einsätzen für die Türkei. Sein erstes Länderspieltor erzielte er 2023 ausgerechnet bei einem Freundschaftsspiel gegen Deutschland (3:2) im Berliner Olympiastadion.

Josip Stanisic (Kroatien)

Josip Stanisic läuft für Kroatien auf.
Josip Stanisic läuft für Kroatien auf. | Icon Sportswire/GettyImages

Dass sich ein Spieler vom FC Bayern München, der die Möglichkeit hat, beim DFB zu spielen, gegen Deutschland entscheidet, ist durchaus ungewöhnlich. Im Fall von Josip Stanisic ist es jedoch so passiert.

Nachdem der 26-Jährige noch zwei Partien für die deutsche U19 absolviert hatte, wechselte er im März 2022 den Verband und lief künftig für Kroatien auf. Unter Nationaltrainer Zlatko Dadic ist der Abwehrspieler eine feste Größe und wurde bereits 36-mal eingesetzt. Als Hauptgrund für seine Entscheidung nannte Stanisic die Herkunft seiner Familie, die aus Slavonski Brod, einer kroatischen Stadt in der Nähe von Bosnien & Herzegowina stammt.

Für den DFB wäre Stanisic womöglich die Lösung für das langjährige Rechtsverteidiger-Problem gewesen. Doch Deutschland hat es offenbar versäumt, ihn einen guten gemeinsamen Weg aufzuzeigen.

Fisnik Asllani (Kosovo)

Fisnik Asllani wollte für den Kosovo spielen.
Fisnik Asllani wollte für den Kosovo spielen. | JOE KLAMAR/GettyImages

Fisnik Asllani ist der nächste gebürtige Berliner in dieser Liste. Obwohl der 24-jährige Angreifer der TSG Hoffenheim noch bis zur U20 für Deutschland auflief, spielt er mittlerweile für den Kosovo. Sein Debüt gab Asllani im September 2024, als er noch zur SV Elversberg ausgeliehen war.

Asllani begründete seine Entscheidung mit dem Herzen, er sei im Kosovo schon seit Kindestagen jeden Sommer im Urlaub gewesen. Vielleicht spielte aber auch das Konkurrenzdenken eine Rolle, immerhin entschied sich der 24-Jährige noch vor seiner Breakout-Saison in der 2. Bundesliga für die SVE, in der er 18 Tore erzielte und neun Assists beisteuerte.

Heute wäre die Konkurrenz aber tatsächlich sehr groß: Kai Havertz, Deniz Undav, Nicolò Tresoldi, Jonathan Burkardt, Nick Woltemade, Paris Brunner und Younes Ebnoutalib gehören zum Kreis der deutschen Stürmer. Und auch Phillip Titz befindet sich aktuell in Topform.

Malik Tillman (USA)

Malik Tillman spielte eine Heim-WM.
Malik Tillman spielte eine Heim-WM. | Rich Storry/GettyImages

Malik Tillman durchlief von der U15 bishin zur U21 jeden Jahrgang im DFB-Dress. Doch dann kehrte er Deutschland den Rücken, um für die US-Boys aufzulaufen.

Hier ist der Grund ziemlich offensichtlich: Tillman hatte keine Fantasie, wie er im offensiven Mittelfeld gegen Talente wie Florian Wirtz oder Jamal Musiala ankommen sollte. Der Schritt in die USA wirkt deshalb logisch.

Seine erste Saison in Leverkusen verlief auch alles andere als optimal, sodass der 24-Jährige beim DFB wohl eher keine Rolle gespielt hätte.


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