Der SV Werder Bremen hat sich spät in der Transferphase dazu entschieden, Samuel Mbangula noch abzugeben. Mit dem FC Bologna haben die Norddeutschen sogar einen namhaften Abnehmer gefunden. Durch die Leihe soll der SVW etwa zwei Millionen Euro verdienen, ein fester Kauf im kommenden Sommer würde die Italiener sogar 12,5 Millionen Euro kosten.
In Bologna tut sich Mbangula aktuell jedoch noch extrem schwer und konnte noch nicht auf sich aufmerksam machen. Zugegebenermaßen ist es noch sehr früh in der Saison, aber es zeichnet sich derzeit ab, dass der 22-jährige Belgier in Bologna eine herausfordernde Zeit haben könnte. So wie schon zuvor am Osterdeich.
Mbangula bislang mehr Zuschauer
Bei den Partien gegen Sassuolo (2:2) und die SSC Neapel (0:1) nur auf vier beziehungsweise acht Einsatzminuten gekommen, blieb Mbangula jüngst gegen den FC Turin (1:1) sogar über die vollen 90 Minuten auf der Bank. Vor ihm hat aktuell klar Nicolo Cambiaghi die Nase vorn, der allerdings in dieser Saison auch noch ohne einzigen Scorer dasteht.
Was Mbangulas Chancen auf Einsätze vielleicht etwas erhöht: Mit gerade einmal drei erzielten Toren ist Bologna das bis dato ungefährlichste Team der Serie A, sodass man es womöglich früher oder später auch mit dem Belgier versuchen muss. Außerdem: Kürzlich trat Raffaele Palladino sein Amt als neuer Trainer der Italiener an, der den glücklosen Domenico Tedesco ablöste, weshalb Mbangula eine neue Möglichkeit erhält, sich mit guten Trainingsleistungen zu empfehlen.
Unter Tedesco durfte Mbangula allerdings immerhin zweimal als Joker ran, Palladino ließ ihn bei seinem Debüt 90 Minuten auf der Bank schmoren.
Mit nur zwei Punkten und ohne Sieg liegt Bologna zur Länderspielpause auf Rang 18 in Italien. Ähnlich wie vergangene Saison in Bremen muss sich Mbangula also auch in Norditalien auf Abstiegskampf einstellen.
Scharfe Thioune-Kritik vor Mbangula-Wechsel
In Bremen war Mbangula vor seinem Wechsel von Trainer Daniel Thioune stark in die öffentliche Kritik geraten, nachdem sein Auftritt in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den LSK Hansa (3:0) äußerst unglücklich verlaufen war.
"Offensichtlich habe ich ihn ausgewechselt, weil ich nicht zufrieden war – beziehungsweise wir nicht zufrieden waren", legte Thioune damals offen und konkretisierte: "Das betraf vor allem die Umsetzung des Matchplans. Er ist zu viel abgekippt und war dadurch häufig in Räumen auf der Außenverteidigerposition, in denen er nicht gefährlich ist und auch nicht für Torgefahr sorgen kann."
Mbangula mit langer Flaute
Mbangula, der 2025 für rund zehn Millionen Euro von Juventus an die Weser gekommen war, konnte in Bremen nie Konstanz an den Tag legen. Auf einen fulminanten Start mit zwei Toren und drei Assists aus seinen ersten sechs Bundesliga-Spielen folgte später eine sehr schwache Rückrunde. Sein letzter Werder-Scorer gelang dem Belgier im Januar, daraufhin blieb er glücklos.
Trotzdem ist Mbangula ein begnadeter Kicker, dem in Zukunft einiges zuzutrauen ist, wenn er seine Schwachstellen in den Griff bekommt und ein Umfeld findet, das für ihn eine kontinuierliche Entwicklung zulässt. Ob das letztlich in Bologna sein wird, bleibt vorerst mit einem größeren Fragezeichen versehen.
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