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Top oder Flop? So schlagen sich die 10 teuersten Transfers des Sommers

Gleich sechs Spieler haben im WM-Sommer eine Ablöse von über 100 Millionen Euro gekostet. Wir blicken auf die zehn teuersten Spieler und wie sie sich zum Saisonstart bei ihren neuen Klubs geschlagen haben.
VonSimon Zimmermann
Enzo Fernandez (l.) und Elliot Anderson (r.) feiern mit Rayan Cherki
Enzo Fernandez (l.) und Elliot Anderson (r.) feiern mit Rayan Cherki | Richard Sellers/Allstar/GettyImages

Klotzen statt kleckern war auf dem sommerlichen Transfermarkt 2026 angesagt. Vor allem mal wieder in der Premier League. Neun der zehn teuersten Spieler wechselten in oder innerhalb des englischen Oberhauses.

In den Top-10 sind mit Manchester City und Tottenham Hotspur gleich zwei Klubs dreifach vertreten. Mit bisher unterschiedlichem Erfolg. Während die Skyblues perfekt in die Post-Pep-Ära gestartet sind und unter Guardiola-Nachfolger Enzo Maresca mit der maximalen Punkteausbeute an der Tabellenspitze stehen, geht die Spurs-Krise dramatisch weiter. Trotz Transfer-Ausgaben von 366,35 Millionen Euro steht Tottenham noch ohne einzigen Zähler auf dem letzten Tabellenplatz!

Weil wir uns nach dem Saisonstart in der XXL-Länderspielpause befinden, ist der perfekte Zeitpunkt gekommen, um ein erstes Zwischenfazit für die Blockbuster-Deals des Sommers zu ziehen. Mit dem klaren Hinweis, dass es natürlich noch viel zu früh ist, um endgültig zu bewerten: Top oder Flop?!


Die 10 teuersten Sommer-Transfers 2026 im Überblick

Spieler

Ablöse

alter Klub > neuer Klub

1. Enzo Fernandez

145 Mio. €

Chelsea > Man City

2. Morgan Rogers

138 Mio. €

Aston Villa > Chelsea

3. Elliot Anderson

135 Mio. €

Nottingham > Man City

4. Bradley Barcola

125 Mio. €

PSG > Liverpool

5. Yan Diomande

125 Mio. €

Leipzig > Real Madrid

6. Sandro Tonali

108 Mio. €

Newcastle > Tottenham

7. Mateus Fernandes

99 Mio. €

West Ham > Tottenham

8. Ayyoub Bouaddi

95 Mio. €

Lille > Man City

9. Savinho

87,7 Mio. €

Man City > Tottenham

10. Bruno Guimarães

87,5 Mio. €

Newcastle > Arsenal

ℹ️ Ablösesummen via transfermarkt.de ohne mögliche Boni. Feste Verpflichtungen nach Leihen sind nicht berücksichtigt.


Top oder Flop? Der Start der Top-Neuzugänge im Check

10. Bruno Guimarães (Arsenal)

Bruno Guimaraes
Bruno Guimaraes | Stuart MacFarlane/GettyImages

Der zentrale Mittelfeldspieler kam nach langen Wechselgerüchten in diesem Sommer für knapp 90 Millionen Euro von Newcastle United zu den Gunners.

Trainer Mikel Arteta scheint beim amtierenden englischen Meister nicht mehr auf das letztjährige Mittelfeld-Duo Declan Rice und Martin Zubimendi setzen zu wollen. Während Rice weiter unumstritten ist, deutete sich schon in der Schlussphase 25/26 an, dass Zubimendi in der Hierarchie zurückgefallen ist.

Doch Guimarães durfte bisher den Platz des Spaniers noch nicht dauerhaft einnehmen. Stattdessen erhielt zum Saisonstart meist das 19-jährige Eigengewächs Myles Lewis-Skelly den Vorzug.

Guimarães kommt so bisher nur auf 258 Einsatzminuten verteilt auf sechs Spiele. In lediglich drei von acht möglichen Partien stand der Brasilianer in der Startelf. Beim 2:0-Sieg über Sunderland gelang Guimarães sein erstes Arsenal-Tor als Joker. Den einzigen Startelf-Einsatz in der Premier League hatte er eine Woche später – ausgerechnet bei der 0:3-Pleite gegen Brighton.

Arteta lobt Guimarães als "dynamischen und vielseitigen Spieler, der überall eingesetzt werden kann". Eine klare Aussicht auf einen festen Stammplatz hat er trotz der hohen Transfersumme aber weiter nicht. Stattdessen dürfte Arteta weiter zwischen ihm, Lewis-Skelly und Mikel Merino rotieren.

Zwischenfazit: 50-prozentige Flop-Gefahr

9. Savinho (Tottenham)

Savinho
Savinho | Visionhaus/GettyImages

Der Transfer des brasilianischen Flügelstürmers dürfte der kurioseste Deal des Sommers gewesen sein. Schließlich hatte sich der 22-Jährige bei Manchester City nach seiner Verpflichtung im Sommer 2024 für 25 Millionen Euro nie wirklich durchsetzen können. Dennoch zahlten die Spurs fast 90 Millionen Euro Ablöse! Savinhos Marktwert wird derweil auf 35 Millionen Euro geschätzt.

Dass der 13-fache brasilianische Nationalspieler bei den Spurs noch nicht eingeschlagen hat, versteht sich angesichts der sportlichen Situation der Londoner fast von selbst. 0 Tore und 0 Vorlagen in drei Premier-League-Partien (jeweils von Beginn an) sind für einen knapp 90 Millionen Euro teuren Spieler aber klar zu wenig. Da können auch ein Tor und eine Vorlage im Ligapokal gegen Zweitligist Charlton Athletic die Bilanz kaum aufhübschen. Zumal die Spurs eine Runde später gegen Liverpool (1:3) ausschieden.

Zwischenfazit: 90-prozentige Flop-Gefahr

8. Ayyoub Bouaddi (Man City)

Ayyoub Bouaddi
Ayyoub Bouaddi | Matt McNulty/GettyImages

Der 18-jährige Marokkaner war eine der großen Entdeckungen der WM. Im Anschluss rankten sich zahlreiche Wechselgerüchte um den zentralen Mittelfeldspieler. Den Zuschlag erhielt am Ende Manchester City. 95 Millionen Euro Sockelablöse legten die Skyblues für das Juwel auf den Tisch.

Nach Elliot Anderson und noch vor der späteren Verpflichtung von Enzo Fernandez ist Bouaddi einer von drei zentralen Mittelfeldspielern für den Umbau der City-Schaltzentrale, die mit Rodri in diesem Sommer den prägendsten Spieler der letzten Jahre verloren hat.

Angekommen ist Bouaddi bei den Cityzens bislang nur bedingt. Zwar durfte er zum Champions-League-Start beim 2:0-Sieg in Porto von Beginn an ran, in der Premier League reichte es bisher aber nur zu zwei Kurzeinsätzen. Im Ligapokal gelang ihm derweil beim 5:0 gegen Zweitligist Norwich City seine erste Torvorlage.

Neben Anderson und Fernandez scheint City-Coach Maresca den 18-Jährigen behutsam aufbauen zu wollen. Bouaddi wird bei den Skyblues aber definitiv die Zukunft gehören. Womöglich auch mit Anderson und Fernandez zusammen in der Startelf. Letzterer kann auch in offensiverer Mittelfeld-Rolle agieren.

Zwischenfazit: 70-prozentige Top-Chance

7. Mateus Fernandes (Tottenham)

Mateus Fernandes
Mateus Fernandes | NurPhoto/GettyImages

2024 verließ Mateus Fernandes die portugiesische Heimat und wechselte von Jugendklub Sporting für über 18 Millionen Euro auf die Insel. Mit Southampton stieg der zentrale Mittelfeldspieler aus der Premier League ab. West Ham United nutzte das und schnappte sich Fernandes für gut 50 Millionen Euro. Doch auch mit den Hammers ging es für den Portugiesen runter in Liga zwei. Und auch dieses Mal ergriff er die schnelle Flucht.

Tottenham zahlte knapp das Doppelte des geschätzten Marktwertes und stattete Fernandes mit einem Vertrag bis 2031 aus. Zusammen mit Sandro Tonali soll er bei den Spurs das neue Mittelfeld-Duo bilden.

Bisher mit wenig Erfolg. Ganz unumstritten ist Fernandes dabei auch nicht als Stammspieler. In drei von fünf Premier-League- und einem von zwei Pokalspielen stand er in der Startelf. Im Pokal bereitete er in den beiden Spielen jeweils einen Treffer vor.

Auffällig: Trainer De Zerbi setzt den Portugiesen auch gerne mal als offensiven Mittelfeldspieler vor der Doppelsechs ein. "Ich habe großes Vertrauen in Mateus, aber seine Leistung hat mir nicht gefallen. Das ist keine Kritik an ihm, denn ich schätze ihn sehr. Ich wünsche mir einfach, dass er mehr gibt, auch auf dieser Position", so De Zerbi zuletzt.

Zwischenfazit: 50-prozentige Flop-Gefahr

6. Sandro Tonali (Tottenham)

Sandro Tonali
Sandro Tonali | Visionhaus/GettyImages

Der dritte extrem teure Spurs-Neuzugang und derjenige, der über 100 Millionen Euro kostete, ist Sandro Tonali. Der italienische Nationalspieler zog nach drei Jahren bei Newcastle United weiter nach Nord-London, wo er sogar bis 2032 unterschrieben hat.

In der Premier League ist Tonali gesetzt und stand immer in der Startelf. Im Bestfall kann der 26-Jährige ein überragender Mittelfeld-Stratege mit Torgefahr sein. Dennoch scheiden sich am Italiener weiter die Geister. Konstant auf Topniveau hat er auf der Insel über einen längeren Zeitraum noch nicht wirklich abgeliefert.

Zwischenfazit: 60-prozentige Top-Chance

5. Yan Diomande (Real Madrid)

Yan Diomande
Yan Diomande | NurPhoto/GettyImages

Der einzige Nicht-Premier-League-Deal dieser Liste ist der Ex-Leipziger Yan Diomande. Fixe 125 Millionen Euro plus Boni hat RBL am Deadline Day für den Bundesliga-Shootingstar der Vorsaison kassiert.

In der Star-Truppe der Königlichen konnte der Ivorer aber bisher die großen Hoffnungen noch nicht erfüllen, auch wenn Kylian Mbappé zuletzt für den 19-Jährigen eine Lanze brach.

Sieben seiner acht Einsätze absolvierte Diomande als Joker. Als er beim 3:2 gegen Elche erstmals in der Startelf stand, gelang ihm immerhin sein erster Assist für die Blancos.

Schlagzeilen machte Diomande jüngst vor allem wegen einer Stichelei von Adeyemi-Ehefrau Loredana. Der Youngster konterte via TikTok und versah dort einen Post mit: "140 Millionen – das haben sie verlangt. Sie werden uns immer kritisieren, aber wir klettern einfach weiter."

Früher oder später dürfte Diomande bei Mourinho als Stammspieler eingeplant sein. Zumal das Zusammenspiel von Vinicius Junior und Mbappé weiter nicht gut funktioniert.

"Ich denke, er fängt an, sich an den Spielstil in La Liga anzupassen. Mit der Zeit werden wir ihn immer öfter sehen", prophezeite Mourinho nach der 1:2-Pleite gegen Atletico, bei der er Diomandes Leistung als "atemberaubend" bewertete.

Zwischenfazit: 70-prozentige Top-Chance

4. Bradley Barcola (Liverpool)

AFC Bournemouth v Liverpool - Premier League 2026/27
Bradley Barcola | Gaspafotos/MB Media/GettyImages

Sehr lange baggerten die Reds an PSG-Star Bradley Barcola, der in der vergangenen Saison in Paris häufiger nur Edel-Joker war, als ihm lieb gewesen sein dürfte.

Weil der 24-jährige Flügelstürmer seinen bis 2028 gültigen Vertrag in Paris nicht verlängern wollte, war der Champions-League-Sieger bereit, ihn abzugeben. Allerdings nur zu einem sehr hohen Preis.

An diesem biss sich Liverpool lange die Zähne aus. Zur Einigung kam es erst kurz vor Transferschluss. Liverpool zahlt eine Sockelablöse in Höhe von 125 Millionen Euro, die durch Boni auf bis zu 145 Millionen Euro anwachsen kann.

Bei den Reds ist Barcola allerdings nicht unbedingt als direkter Salah-Nachfolger eingeplant. Anders als der Ägypter kommt der Franzose lieber über den linken Flügel.

Bisher mit äußerst mäßigem Erfolg. Bei drei Startelf- und einem Joker-Einsatz hat Barcola noch keinen einzigen Scorer zu verzeichnen.

Zwischenfazit: 50-prozentige Top-Chance

3. Elliot Anderson (Man City)

Elliot Anderson
Elliot Anderson | Richard Sellers/Allstar/GettyImages

135 Millionen Euro plus Boni für einen 23-jährigen Mittelfeldspieler von Nottingham Forest zu bezahlen, der außerhalb Englands noch ein recht unbeschriebenes Blatt ist? Typisch Premier-League-Preise, könnte man meinen.

Doch bei Elliot Anderson steckt sicher mehr dahinter. Das sah man schon bei der WM, wo er Stammspieler der Three Lions war. Und sieht man jetzt auch bei den Skyblues, wo er sich direkt einen festen Platz auf der Sechs gesichert hat.

Lediglich im Ligapokal blieb Anderson für seinen neuen Klub ohne Einsatz. In der Champions League war er zum Auftakt zwar nur Joker, in der Premier League trug er aber immer aus der Startelf heraus zum perfekten Saisonstart des Tabellenführers bei.

Seine Stärken sind auch in Himmelblau offensichtlich: geschickt im Zweikampf, extrem ball- und passsicher. Der Rodri-Erbe bei Man City heißt Anderson!

Zwischenfazit: 90-prozentige Top-Chance

2. Morgan Rogers (Chelsea)

Morgan Rogers
Morgan Rogers | Ryan Pierse/GettyImages

Mit 24 Jahren und nach zwei Saisons bei Aston Villa sah Morgan Rogers die Zeit gekommen für einen ersten ganz großen Wechsel. Am 22-fachen englischen Nationalspieler waren praktisch alle großen Klubs der Premier League interessiert – allen voran der FC Arsenal. Doch der Offensiv-Allrounder gab Stadtrivale Chelsea den Vorzug.

Fast 140 Millionen Euro zahlten die Blues für Rogers, dessen geschätzter Marktwert nach dem Transfer auf mittlerweile 110 Millionen Euro nach oben schnellte. Für Chelsea-Verhältnisse also gar kein so großer Overpay...

Sportlich ist Rogers unter Trainer Xabi Alonso ohnehin über jeden Zweifel erhaben. In der Premier League stand er in allen fünf Partien in der Startelf und erzielte dabei schon drei Tore und eine Vorlage. Im Ligapokal kam eine Drei-Assists-Show beim spektakulären 6:3-Sieg über Leeds United hinzu.

Im bevorzugten 3-4-2-1-System von Alonso harmoniert Rogers schon richtig gut mit Cole Palmer und Angreifer Joao Pedro.

Zwischenfazit: 90-prozentige Top-Chance

1. Enzo Fernandez (Man City)

Enzo Fernandez
Enzo Fernandez | NurPhoto/GettyImages

Bis zum Ende des Deadline Days hatte es gedauert, ehe Enzo Fernandez seinen Willen erhielt. Zuvor war eine angebliche Chelsea-Deadline für einen Verkauf des Argentiniers eigentlich schon längst abgelaufen. Unmittelbar vor Transferschluss folgte dann aber doch noch die Einigung mit Man City, wo Maresca seinen Ex-Schützling unbedingt wieder in seinen Reihen wissen wollte.

In der Premier League und Königsklasse stand Enzo dann auch schon in allen Partien in der Startelf. Bisher jeweils auf der Doppelsechs neben Anderson oder Bouaddi. Gegen Porto legte er das 1:0 für Haaland auf und feierte so seinen ersten Assist. Beim 5:3-Sieg über Sunderland vor der Länderspielpause traf der 25-Jährige auch erstmals für die Skyblues (zum 1:0).

Zwischenfazit: 80-prozentige Top-Chance


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