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Stuttgart spielt mit dem Gegentor-Feuer: Bredlow und Seimen müssen retten

Die Schwaben werden von ihren Torhütern von einer Welle an Gegentoren bewahrt. Doch wie lange geht das gut?
VonYannik Möller
Sebastian Hoeneß muss die eigene Defensive verstärken
Sebastian Hoeneß muss die eigene Defensive verstärken | Christof Koepsel/GettyImages

Nach dem 4:0-Sieg über das drittklassige Hansa Rostock in der ersten Runde des DFB-Pokals war der 2:0-Erfolg beim SC Paderborn am vergangenen Wochenende erst das zweite Pflichtspiel in der bisherigen Saison, das der VfB Stuttgart ohne Gegentor abschließen konnte. In jeder anderen Partie musste mindestens ein Gegentreffer hingenommen werden.

Dabei stehen die Schwaben in der Bundesliga mit ihren bislang neun Gegentoren nach fünf Spielen zwar nicht sonderlich schlecht, aber auch nicht gut dar. Doch der Schein trügt: Eigentlich hätte der VfB bereits weitaus mehr Gegentore hinnehmen müssen – zumindest wenn es nach den xGA-Werten geht.


VfB mit miesen xGA-Werten: vier bis fünf mehr Gegentore hätten es bereits sein können

Der 'expected Goals against'-Wert beziffert die theoretisch herausgespielte Anzahl an Gegentreffern, die eine Mannschaft entweder pro Spiel oder eben zusammengerechnet hätte hinnehmen müssen. Bei Understat wird Stuttgart mit satten 14,1 xGA sogar als Tabellenletzter in dieser Hinsicht aufgeführt. Bei den Berechnungen von Fotmob ergibt sich ein etwas besserer, aber noch immer sehr schwacher xGA-Wert von 12,9. Das bedeutet dabei den drittletzten Tabellenplatz.

Einig sind sich die Portale in ihrer Grundaussage: Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß lässt zu viele und/oder zu aussichtsreiche Torchancen zu, die Defensive zeigt sich alles andere als stabil. Und zugleich wird deutlich, dass der VfB somit einer der größten Überperformer zwischen den eigentlich zu kassierenden und den tatsächlich kassierten Gegentoren ist. An dieser Stelle kommen zwar auch die gegnerischen Stürmer mit ihrer Chancenverwertung, allen voran aber die eigenen Keeper ins Spiel.

Fabian Bredlow (VfB Stuttgart) seen during UEFA Champions
Mit Fabian Bredlow sind die Schwaben in die Saison gestartet | SOPA Images/GettyImages

Sowohl Fabian Bredlow, der die ersten vier Liga-Partien zwischen den Pfosten gestanden hat, als auch der zuletzt wieder zurückgekehrte Dennis Seimen mit seinem ersten Einsatz, retten ihre Mannschaft bisher vor einer Gegentor-Flut.


Bredlow und Seimen bewahren den VfB bislang vor einer größeren Flut an Gegentoren

Der kicker weist für die beiden entsprechend gute Werte in der in diesem Fall positiv-niedrigen Diskrepanz zwischen den xGA und der Anzahl der Gegentore aus. Bredlow steht mit seinen 0,82 Gegentoren pro xGA-Wert (10,95 zu neun) auf einem sehr guten siebten Platz aller bislang eingesetzten Keeper in der Liga. Seimen steht mit einem Wert von glatt null (1,96 xGA gegen null Gegentore) auf Rang eins, wobei bei ihm natürlich der erst einzelne Einsatz zu berücksichtigen ist.

Zwischen Seimen und Bredlow rangieren beispielsweise Finn Dahmen, Gregor Kobel oder Loris Karius, die für ihre jeweiligen Leistungen und Rettungstaten häufig im Fokus stehen. Die beiden VfB-Keeper hingegen fallen dahingehend nicht so sehr auf, weil soweit gar nicht klar ist, was für einen großen xGA-Wert die Mannschaft bereits angehäuft hat.

Dennis Seimen
In Paderborn konnte Dennis Seimen erstmals wieder für den VfB aufspielen | picture alliance/GettyImages

So wird eines umso deutlicher: Stuttgart spielt mit dem Feuer, das zunächst Bredlow und zuletzt auch Seimen noch in Schach halten. Gleichzeitig muss die Frage erlaubt sein, wie lange das gutgehen kann. Natürlich können Torhüter auch über eine ganze Saison hinweg mit einer Topform glänzen und somit größere Schwächen der defensiven Vorderleute ausgleichen. Das ist aber eben nicht vorausgesetzt.

Zugleich weisen Understat und Fotmob schon jetzt eine negative Aufrechnung zwischen eigens herausgespielten xG- und xGA-Werten auf. Kurzum: Theoretisch müsste Stuttgart also über kurz oder lang mehr Spiele verlieren, als dass sie gewonnen werden oder zumindest in einem Unentschieden enden. Die Folge: Wichtige Punkte für die eigenen Ambitionen, etwa den internationalen Wettbewerb, würden fehlen. Bislang schieben Bredlow und Seimen dieser Perspektive einen Riegel vor.


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